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Politik

Nach Hochwasser: Bundesärztekammer bittet um Spenden für betroffene Ärzte

Freitag, 23. Juli 2021

/picture alliance, Boris Roessler

Berlin – Die Bundesärztekammer (BÄK) hat sich gemeinsam mit den Landesärztekammern aus den be­troffenen Hoch­wasserregionen in Deutschland mit einem Spendenaufruf an alle Ärzte in Deutschland gewandt. Darin werden alle Ärzte um Geldspenden für die in Not geratenen Kollegen gebeten.

„Viele Kolleginnen und Kollegen stehen buchstäblich vor den Trümmern ihrer Existenz. [...] Helfen Sie mit, ihre Existenzen zu sichern – und damit auch die ärztliche Versorgung vor Ort“, schreiben BÄK-Präsi­dent Klaus Reinhardt sowie die Präsidenten der Ärztekammern der betroffenen Regionen Gün­ther Mat­heis (Landesärztekammer Rheinland-Pfalz), Rudolf Henke (Ärztekammer Nordrhein) und Hans-Albert Gehle (Ärztekammer Westfalen-Lippe).

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Die Kammern weisen – wie schon in den vergangenen Tagen – erneut darauf hin, dass die heftigen Über­schwemmungen große Zerstörung in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen (NRW) verursacht haben. Dabei seien viele Arztpraxen zerstört und auch Kranken­häuser beschädigt worden. Diese hätten teilweise geräumt werden müssen.

Vielerorts sei medizinisches Gerät unbrauchbar geworden. Allein in Nordrhein waren Stand gestern mehr als 105 Arztpraxen von der Flutkatastrophe betroffen. In Rheinland-Pfalz melden sich den Angaben zu­folge immer mehr Ärzte aus den betroffenen Gebieten, die die medizinische Versorgung nicht mehr auf­rechterhalten können.

Die Bundesärztekammer hat kein gesondertes Spendenkonto eingerichtet. In dem Aufruf wird auf die Spen­denkonten der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz (Landesärztekammer Rheinland-Pfalz, Mainzer Volksbank, IBAN: DE74 5519 0000 0654 2750 31, BIC: MVBMDE55, Stichwort: Hochwasser), die auch Sachspenden entgegennimmt, und der Apobank-Stiftung (Apobank-Stiftung, IBAN: DE89 3006 0601 0007 0070 00, BIC: DAAEDEDDXXX) verwiesen. Dort erhielten Ärzte Informationen zu Spenden sowie zur all­gemeinen Nothilfe in den Hochwassergebieten, heißt es.

Die Apobank verdoppelt dem Schreiben nach jeden eingehenden Euro an die Apobank-Stiftung bis zu einer Höhe von 250.000 Euro. Die Mittel fließen direkt Hilfswerken der Heilberufler zu, die entsprechend der Lage vor Ort den Geschädigten schnell und unkompliziert Unterstützung zukommen lassen können.

„Wir danken allen Ärztinnen und Ärzten und ihren Mitarbeitern in den Katastrophengebieten für ihren unermüdlichen Einsatz in Kliniken, Praxen, Notunterkünften und bei den Menschen zu Hause. Sie können sich der Solidarität der gesamten Ärzteschaft in diesen schwierigen Zeiten sicher sein“, so Reinhardt, Matheis, Henke und Gehle.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) machte unterdessen auf die besondere Situation einiger Kliniken in den von der Flutwelle betroffenen Gebieten aufmerksam. So benötigten in den besonders betroffenen Gebieten auch Krankenhäuser kurzfristige unbürokratische Hilfe. Dabei habe die Flutwelle in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz nicht nur auf die direkt durch das Hochwasser betroffenen Krankenhäuser Auswirkungen, schreibt die DKG.

Auch Kliniken, die beispielsweise Patienten im Zuge von Evakuierungen aufnehmen mussten, seien in ihrer Arbeit massiv beeinflusst und hätten deutliche Mehrbelastungen. Die Krankenhäuser müssten jetzt in der Lage sein, sich ausschließlich auf die medizinische Versorgung zu konzentrieren.

Die DKG mahnte, Krankenhäuser und ihre Beschäftigten „dringend“ von überflüssiger Bürokratie, etwa bei den Strukturprüfungen oder den Qualitätsprüfungen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zu entlasten, damit diese sich jetzt ausschließlich um die Patienten kümmern könnten.

Die DKG begrüßte dabei die vom Verband der Ersatzkassen angekündigten unbürokratische Regelungen, um die finanzielle Stabilität der betroffenen Krankenhäuser zu sichern. Neben kurzfristigen und unbüro­kratischen finanziellen Hilfen zum schnellen Wiederaufbau der klinischen Infrastruktur benötigen die Einrichtungen auch eine wirtschaftliche Absicherung, so die Krankenhausgesellschaft.

Unterdessen drohen nach der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands erneut Gewitter und Starkregen – wenn auch regional begrenzt. Helfer und Helferinnen wappneten sich für die möglichen Unwetter.

Der Deutsche Wetterdienst rechnet am Samstag in den Hochwasserkatastrophengebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz erneut mit Gewittern. Allerdings bleibe die Regenmenge wohl meist unterhalb der Warnschwelle, wie der Wetterdienst (DWD) berichtete. Für präzisere Aussagen über betroffene Orte und die Intensität sei es noch zu früh. © may/aerzteblatt.de

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