StudierenNewsMedizinSARS-CoV-2: Impfstoffwirkung von Comirnaty lässt nach der 2. Dosis langsam nach
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

SARS-CoV-2: Impfstoffwirkung von Comirnaty lässt nach der 2. Dosis langsam nach

Freitag, 30. Juli 2021

/Spica, stock.adobe.com

New York – Neue Ergebnisse aus der laufenden Zulassungsstudie zeigen, dass die Schutzwirkung des mRNA-Impfstoffs Comirnaty (BNT162b2) von Biontech/Pfizer nach der 2. Dosis leicht, aber kontinuierlich abnimmt. Nach den in medRxiv (2021; DOI: 10.1101/2021.07.28.21261159) publizierten Ergebnissen könnte früher oder später eine 3. Dosis notwendig werden.

Der Impfstoff Comirnaty hat wie alle COVID-19-Vakzinen nur eine bedingte Zulassung. Die Arzneimittel­behörden warten vor ihrer endgültigen Entscheidung noch die Endergebnisse der laufenden Studien ab. BNT162b2 wird in einer Phase-2/3-Studie an 44.486 Menschen in den USA, Südamerika (Brasilien­ / Argentinien), Deutschland, Südafrika und der Türkei gegen Placebo getestet.

Anzeige

Nach den aktuellen Daten, die ein Team um Judith Absalon vom Hersteller Pfizer in Pearl River bei New York vorstellt, waren bis zum Stichtag 13. März 81 doppelt geimpfte Personen an COVID-19 erkrankt gegenüber 873 in der Placebogruppe. Dies ergibt eine Impfstoffwirksamkeit von 91,1 % mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 88,8 % bis 93,0 %.

Dass sie Zahlen etwas niedriger ausfallen als in den 1. Veröffentlichungen liegt daran, dass die Impf­stoffwirksamkeit mit der Zeit langsam nachlässt. Der Spitzenwert war 7 Tage bis <2 Monate nach der 2. Dosis erreicht worden. In dieser Zeit betrug die Impfstoffwirksamkeit 96,2 % (93,3 % bis 98,1 %). Im Zeitraum von 2 Monaten bis <4 Monaten fiel sie auf 90,1 % (86,6 bis 92,9) und nach dem 4. Monat auf 83,7% (74,7 % bis 89,9 %) ab.

Das dürfte immer noch ausreichen, um die Bevölkerung ausreichend zu schützen, doch bei einem weite­ren Rückgang um etwa 6 %-Punkte pro 2 Monaten ist ein Verlust der Impfstoffwirkung absehbar. Der Hersteller hat laut der Publikation bereits mit Studien begonnen, die die Sicherheit und Immunogenität einer 3. Dosis untersuchen.

Die von Pfizer vorgestellten Zahlen zeigen, dass die Schutzwirkung gegen schwere Erkrankungen weiter­hin exzellent ist. Von den 31 schweren Fällen, die die FDA-Definition einer schweren Erkrankung erfüllen, ist bisher nur ein einziger unter den geimpften Personen aufgetreten. Die Impfstoffwirksamkeit beträgt hier 96,7 % (80,3 % bis 99,9 %).

Weitere erfreuliche Ergebnisse sind, dass offenbar keine Sicherheitsprobleme aufgetreten sind. Bei ins­gesamt 12.006 Probanden liegt die 2. Dosis 6 Monate oder länger zurück. Laut Absalon hat sich am Sicher­heitsprofil der ersten 2 Monate nichts geändert. Eine Myokarditis, die als möglicher Langzeit­scha­den in der Diskussion ist, sei bisher in keinem einzigen Fall beobachtet worden.

Auch eine frühere Infektion mit SARS-CoV-2 stellt die Sicherheit nicht infrage. Bei etwa 3 % der Teil­neh­mer war eine frühere Infektion übersehen worden. Diese Patienten zeigten nach der 1. Impfdosis eine etwas erhöhte Antikörperreaktion, was nicht verwundert, da es für die Teilnehmer doch der 2. Kontakt mit dem Virusgen, also gewissermaßen der „Booster“ war.

Eine gute Nachricht ist auch die hohe Schutzwirkung gegen die Variante B.1.351 (Beta), die während der Studie das Infektionsgeschehen in Südafrika dominierte. Alle 9 Erkrankungen, bei denen in Südafrika Beta nachgewiesen wurde, traten in der Placebogruppe auf. Dies ergibt eine Impfstoffwirksamkeit von 100 %, wegen der geringen Fallzahl jedoch mit einem relativ weiten 95-%-Konfidenzintervall von 53,5 % bis 100,0 %. © rme/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
VG WortLNS LNS

Fachgebiet

Weitere...

Aktuelle Kommentare

NEWSLETTER