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Politik

RKI: Zunehmend Coronafälle nach Reisen gemeldet

Freitag, 30. Juli 2021

/picture alliance, TASS, Vladimir Gerdo

Berlin – Coronaansteckungen, die wahrscheinlich auf Reisen passiert sind, spielen laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) eine zunehmende Rolle beim derzeitigen Infektionsgeschehen in Deutschland. Das schreibt das RKI in seinem wöchentlichen Lagebericht von gestern Abend.

In der Zeit vom 28. Juni bis 25. Juli sind demnach 3.662 Fälle gemeldet worden, in denen die Betroffenen dem Virus wahrschein­lich im Ausland ausgesetzt waren. Als wahrscheinliche Infektionsländer in den vier betrachteten Wochen wurden Spanien, die Türkei und die Niederlande am häufigsten genannt, vor Kro­atien und Griechenland.

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Ein besonders starker Zuwachs seit Mitte Juli ist für die Türkei verzeichnet, hier verdoppelte sich die Zahl der pro Woche erfassten Fälle ungefähr. Mit Frankreich, Italien, Österreich und Dänemark stehen weitere beliebte Reiseziele auf den ersten zehn Plätzen der Liste.

Der überwiegende Anteil der Coronaübertragungen finde allerdings weiterhin innerhalb Deutschlands statt, betont das RKI – die Rede ist von mindestens 81 Prozent. Angaben zum wahrscheinlichen Infek­tions­land liegen bei weitem nicht bei jedem Fall vor.

In Deutschland und dem europäischen Ausland sind dem Bericht zufolge als besorgniserregend einge­stufte Virusvarianten vorherrschend. Hierzulande wird die deutlich ansteckendere Delta-Variante in einer Stichprobe mittlerweile in rund neun von zehn Fällen gefunden (91 Prozent). Der Anteil war über Wochen teils sehr rasch gewachsen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland steigt laut RKI derzeit vor allem bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 10 und 34 Jahren. Die mit Abstand höchsten Werte werden für die Vor­wo­che bei den Untergruppen der 15- bis 19-Jährigen mit 40 und bei den 20- bis 24-Jährigen mit 45 ver­zeich­­net. Vor allem die Menschen ab 60, bei denen die Impfquote höher ist als bei Jüngeren, sind bislang von dem deutlichen Anstieg verschont.

Da die Zahl der Ansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen insgesamt noch niedrig sei, könnten Gesundheitsämter viele Infektionsketten nachvollziehen, hält das RKI fest.

Weiter setzt sich laut RKI der Rückgang der Zahl von Krankenhaus- und Intensivstationfällen mit COVID-19 nicht fort. Stattdessen sei der Anteil von Patienten mit dieser Diagnose an allen Fällen mit schweren Atemwegsinfektionen vergangene Woche wieder leicht angestiegen. „Insgesamt liegen die Werte zurzeit aber auf einem niedrigen Niveau.“ © dpa/aerzteblatt.de

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