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Ärzteschaft

Landarztmangel: Kassenärztliche Vereinigung kritisiert unzureichende Unterstützung der Politik

Freitag, 30. Juli 2021

/Thomas Reimer, stock.adobe.com

Schwerin – Im Kampf gegen den steigenden Landärztemangels hat die Kassenärztliche Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern (KVMV) eine Vielzahl von Förderungsinstrumenten aufgelegt. Sie allein wür­den jedoch nicht ausreichen, um in Zukunft die ambulante Versorgung weiterhin auf hohem Niveau sicherzustellen, mahnte die KVMV in ihrer heute veröffentlichen Förderbilanz.

„Hierzu sind Maßnahmen des Gesetzgebers und auch der Landespolitik notwendig“, heißt es in dem Pa­pier. So habe etwa eine bundesweite Befragung angestellter Ärzte im ambulanten Sektor der Universität Trier bereits 2017 aufgezeigt, weshalb sich angestellte Ärzte gegen eine Niederlassung entschieden.

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Demnach fürchteten 68 Prozent der Befragten wirtschaftliche Zwänge, 67 Prozent den mit einer Nieder­lassung verbundenen Verwaltungsaufwand. Mehr als jeder zweite (55 Prozent) schreckte das hohe Inves­titions­risiko ab, an vierter Stelle steht das Regressrisiko.

„Diese Zahlen sollten eine dringende Botschaft an die Politik und die Krankenkassen sein, die Rahmen­bedingungen der ärztlichen Tätigkeit so zu gestalten, dass die Attraktivität der Niederlassung wieder gesteigert wird“, fordert die KVMV.

Dazu tragen nach Ansicht der Körperschaft aktuelle Entscheidungen der Politik allerdings nur wenig bei. So seien im Jahr 2020 beispielsweise auch private Krankenhauskonzerne mit 18 Millionen Euro gefördert worden, während der Ausbau der Studienplätze an den medizinischen Fakultäten des Landes mit Verweis auf die „extrem schwierige Haushaltslage“ des Landes in den kommenden Jahren abgelehnt worden sei.

„Letztlich wird damit eine Chance vertan, durch Nutzung und Ausbau der Ressourcen an den beiden Uni­ver­sitäten des Landes auf den Ärztemangel in Mecklenburg-Vorpommern zu reagieren“, heißt es in der Förderbilanz. © hil/sb/aerzteblatt.de

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Avatar #722321
Hennighausen
am Samstag, 31. Juli 2021, 23:04

Landarzt-MVZs wahrscheinlich unausweichlich

Als ich jung war, vor ca. 40-50 Jahren, mussten die Hausärzte noch praktisch "rund um die Uhr" arbeiten, die Arbeit wurde aber bezahlt und der Gestaltungsspielraum in der Praxis war größer als heute (weniger Bestimmungen etc). Man "kann die Uhr nicht zurückdrehen", in Büsum (Dithmarschen, Westküste S-H) wurde meine Wissens das erste von einer Gemeinde getragen MVZ gegründet, Lunden (in der Nordermarsch Dithmarschens) erhielt daraufhin auch ein entsprechendes MVZ, im Kreis Steinburg (südlich des Nord-Ostsee-Kanals) sollte auch eins entstehen und für den Vogelsbergkreis in Oberhessen (meine frühere Heimat) wurde auch in dieser Richtung berichtet. MVZs f. Allgemeinmedizin können durchaus attraktiv sein, auch von der Vielseitigkeit der Arbeit her. Dazu gehört aber auch der fachliche Austausch im MVZ untereinander und mit anderen Praxen. Dieses kostet aber Zeit und Engagement und den Willen zur Fortbildung ("es geht nicht alles innerhalb der dienstlichen Arbeitszeit"), und "auch hier liegt der Hase im Pfeffer" (so jedenfalls meine Vermutung).
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