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Medizin

Warum Pausen gut für das Lernen sind

Dienstag, 14. September 2021

/hanack, stock.adobe.com

Martinsried – Bekanntlich kann das Gehirn Informationen besser speichern, wenn wir während des Lernens Pausen einlegen. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen vom Max-Planck-Institut (MPI) für Neurobiologie haben jetzt nach Versuchen im Tiermodell eine Theorie entwickelt, warum dies so ist. Sie berichten im Fachmagazin Current Biology darüber (2021; DOI: 10.1016/j.cub.2021.06.085).

Mit größeren zeitlichen Abständen zwischen einzelnen Lernphasen behalten wir erworbenes Wissen anschließend länger. Annet Glas und Pieter Goltstein aus der Arbeitsgruppe von Mark Hübener und Tobias Bonhoeffer haben dieses sogenannte Spacing-Phänomen in Mäusen untersucht. Dazu sollten die Tiere sich in einem Labyrinth die Position eines versteckten Stücks Schokolade merken. Die Mäuse erhielten 3 Mal hintereinander die Möglichkeit, das Labyrinth zu erkunden und ihre Belohnung zu finden – einschließlich Pausen unterschiedlicher Länge.

„Mäuse, die wir mit längeren Pausen zwischen den Lernphasen trainierten, konnten sich die Position der Schokolade nicht so schnell merken. Doch am nächsten Tag war das Erinnerungsvermögen der Mäuse umso besser, je länger die Pausen waren“, erklärt Glas.

Während des Labyrinthtests maßen die Forscher zusätzlich die Nervenzellaktivität im präfrontalen Kortex. „Folgen drei Lernphasen kurz aufeinander, erwarteten wir, dass dieselben Nervenzellen aktiviert werden. Schließlich handelt es sich um das gleiche Experiment mit der gleichen Information“, erläutert Goltstein. Nach einer langen Pause wäre es hingegen denkbar, dass das Gehirn die anschließende Lernphase als neues Ereignis interpretiert und mit anderen Nervenzellen verarbeitet.

Die Experimente zeigten aber ein anderes Muster: Bei kurzen Pausen schwankte das Aktivierungsmuster im Gehirn mehr als im Vergleich zu langen Pausen: In schnell aufeinanderfolgenden Lernphasen aktivier­ten die Mäuse meist unterschiedliche Nervenzellen. Nach längeren Pausen wurden dagegen die Nerven­zellen der 1. Lernphase auch später wieder genutzt.

Indem das Gehirn auf dieselben Nervenzellen zurückgreift, kann es also möglicherweise die Verknüpf­ungen zwischen diesen in jeder Lernphase stärken. „Das ist der Grund warum wir glauben, dass das Erinnerungsvermögen von langen Pausen profitiert“, hieß es aus der Arbeitsgruppe. © hil/aerzteblatt.de

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