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Ärzteschaft

Infektionsmediziner: Schulen „uneingeschränkt“ offen halten

Donnerstag, 16. September 2021

/picture alliance, Peter Kneffel

Berlin – Experten für Infektionskrankheiten bei Kindern und Krankenhaushygienefachleute haben dazu aufgerufen, Schulen und Kitas für Kinder unter zwölf Jahren „uneingeschränkt und unabhängig von der regionalen Inzidenz im Regelbetrieb“ offen zu halten.

Das gelte auch für alle anderen Bereiche des sozialen Lebens, wie Jugendarbeit, Sportvereine, Musikschulen oder Schwimmkurse, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) und der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI).

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„Gemeinschaftseinrichtungen tragen in der jetzigen Situation (keine Lockdownmaßnahmen mehr im öffent­lichen und privaten Bereich) nicht wesentlich zur Gesamtausbreitung des Erregers in der Gruppe der nicht geimpften Kinder und Jugendlichen bei“, heißt es in dem Papier. Die weit überwiegende Zahl infizierter Kinder sei asymptomatisch oder erkranke mild.

Die Fachgesellschaften sprechen sich auch dafür aus, Einrichtungen für Kinder und Jugendliche über zwölf Jahren im Regelbetrieb offen zu halten und lehnen regelmäßige Tests asymptomatischer Kinder und Jugend­licher ab.

Kinder, die sich solchen Tests unterziehen müssten, würden dadurch auch psychologisch grundsätzlich als „potenzielle Gefährder“ eingestuft, heißt es zur Begründung. „Falsch positive Antigentestergebnisse lösten eine Kaskade schwerwiegender Interventionen aus, die sich im Nachhinein als nutzlos erweisen.“ © dpa/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #883642
Laie@home
am Montag, 20. September 2021, 14:19

kein "Ping-Pong" ohne Monitoring

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/127368/Infektionsmediziner-Schulen-uneingeschraenkt-offen-halten

"Eine Pandemie der Ungeimpften auf dem Rücken unserer Kinder im Blindflug" ?
Wenn Antigen-Schnelltest wohl zu häufig falsch positive Ergebnissen liefern, warum setzt man dann nicht auf den etablierten "Goldstandard", das PCR-basierte repetetive Pooltesting ? Mit Blick über die Ländergrenzen hinweg wird dies erfolgreich, sogar unter "freiwilliger" Teilnahme, erfolgreich umgesetzt und erlaubt zugleich einen ersten gesamthaften Blick auf das pandemische Geschehen hinsichtlich der Mutationsentwicklung, die rückblickend auch eine Beurteilung der Wirksamkeit bereits verabreichter Impfstoffe zulässt.
Diese Spucktests können morgens, einmal wöchentlich, im heimischer Umgebung abgenommen und in der Schule abgegeben werden und könnten, wenn man die Anerkennung zu einem persönlichen PCR-Test gleich setzt, einen barrierefreien Zugang zu alltäglichen Belangen, wie die Teilnahme an Freizeiteinrichtungen oder den banalen Besuch beim Friseur vereinfachen.
Ich unterstütze die Haltung mancher Pädiater, das Wohlergehen ihrer Patienten im Blickfeld zu haben - aber nicht um jeden Preis. Wenn noch zusätzlich der stellvertetende KBV-Vorstand, Stephan Hofmeister ein Ende der "Gruselrhetorik und Panikpolitik" unlängst gefordert hat, fühlt man sich als Elternteil im Stich gelassen, und fragt sich, welche belastbaren Studien ihn zu dieser Äusserung veranlasst haben.
Es konnten sich eben noch nicht alle Altersgruppen impfen lassen - mit dieser Aussage wird wiedermal eine unabhängige Bewertung der STIKO vorweg genommen.
Und all' jene, die gerne "Rosinen-Pickerei" bei den Masken-Studien betreiben : ich möchte nicht mit hochrangigen Amtsträgern tauschen, die eine allgemeine Maskenpflicht nach damaligen Wissensstand anordnen "mussten", wohlwissentlich, dass dies eine einschneidende Massnahme darstellt, aber zugleich aber auch ein rasch umsetzbares Erfordernis war, welches die Bevölkerung wohl besser quotiert, als einen nochmaligen Lockdown.
Die Masken dürfen auch schrittweise fallen - aber vorerst nicht ohne aussagekräftige Testungen, die einen sanften Übergang hin zur rechtlich verbrieften Freiheit wieder langfristig herstellen - dies insbesondere auch mit dem Hintergrund der bevorstehenden Ferienzeit.
Avatar #572074
Ploverotb
am Freitag, 17. September 2021, 19:31

Fassungslos

Diese Stellungnahmen der DGPI und DGKH machen mich wirklich fassungslos. Das kann ich nach vielen Informationen, u.a. Stellungnahmen von C. Drosten, S. Ciesek, (beide auch Ärzte!), M. Brinkmann (Virologin), D. Gurdasani (Epidemiologin) und vielen anderen nicht nachvollziehen. Von F. Reichert, übrigens Pädiater (!), war zu hören, dass Covid-19 zwar nicht pathogen genug ist, um Schulschliessungen zu rechtfertigen, aber keinesfalls banal genug, um es vor den Kinderimpfungen einfach unmitigiert durch die Schülerschaft rauschen zu lassen. Und das ist genau das, was gerade passiert: Abschaffung von Testungen befürworten, nachdem in mehreren Bundesländern bereits die Maskenpflicht fiel und die Quarantäne komplett entfällt. Da muss ich sagen: Als Hausärztin erlaube ich mir, meiner Vernunft zu folgen und nicht den Empfehlungen der DGPI! Gesellschaftlich empfinde ich diese Stellungnahmen im Sinne der Gesunderhaltung von Kindern als eine Bankrotterklärung.
Avatar #572074
Ploverotb
am Freitag, 17. September 2021, 19:30

Fassungslos

Diese Stellungnahmen der DGPI und DGKH machen mich wirklich fassungslos. Das kann ich nach vielen Informationen, u.a. Stellungnahmen von C. Drosten, S. Ciesek, (beide auch Ärzte!), M. Brinkmann (Virologin), D. Gurdasani (Epidemiologin) und vielen anderen nicht nachvollziehen. Von F. Reichert, übrigens Pädiater (!), war zu hören, dass Covid-19 zwar nicht pathogen genug ist, um Schulschliessungen zu rechtfertigen, aber keinesfalls banal genug, um es vor den Kinderimpfungen einfach unmitigiert durch die Schülerschaft rauschen zu lassen. Und das ist genau das, was gerade passiert: Abschaffung von Testungen befürworten, nachdem in mehreren Bundesländern bereits die Maskenpflicht fiel und die Quarantäne komplett entfällt. Da muss ich sagen: Als Hausärztin erlaube ich mir, meiner Vernunft zu folgen und nicht den Empfehlungen der DGPI! Gesellschaftlich finde ich diese Stellungnahmen im Sinne der Gesunderhaltung von Kindern als eine Bankrotterklärung.
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