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Long COVID beim Krankenhauspersonal verstärkt Pflegemangel

Freitag, 17. September 2021

/karrastock, stock.adobe.com

Frankfurt/Main – Die Spätfolgen einer Coronainfektion verschärfen nach Ansicht der Berufsgenossen­schaftlichen Unfallkliniken den Pflegemangel.

Bundesweit lägen weit über 100.000 Anträge auf Anerken­nung als Berufskrankheit von Klinikpersonal bei den Versicherungsträgern vor, sagte Christoph Reimertz der Deutschen Presse-Agentur. Er ist Chefarzt des Rehabilitationszentrum an der BG Unfallklinik Frankfurt und wissenschaftlicher Leiter einer Tagung aller BG-Kliniken Deutschlands am 23. und 24. September.

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Wenn man davon ausgehe, dass bei rund 15 Prozent aller COVID-19-Fällen das Risiko von Long COVID bestehe, „dann wären das 15.000 Mitarbeiter weniger“, sagte Reimertz. Er geht davon aus, dass die meisten Fälle von den Versicherungen anerkannt werden. 2021 habe es deutlich mehr Anträge gegeben im Vergleich zu 2020. Allerdings könnte der Höhepunkt überschritten sein, weil die meisten Pflegekräfte inzwischen geimpft seien.

Long COVID oder Post COVID könnten sowohl als Arbeitsunfall als auch als Berufserkrankung gewertet werden, erklärte der Fachmann. Einen direkten Kontakt müsse man für die Anerkennung einer Berufs­erkran­kung nicht nachweisen: „In bestimmten Bereichen – zum Beispiel auf der Intensivstation – gibt es ein generell erhöhtes Risiko, das wird allgemein anerkannt.“ Im schlimmsten Fall seien Long-COVID-Patienten dauerhaft berufsunfähig. Wie groß dieser Anteil ist, könne man noch nicht abschätzen.

Die Betroffenen hätten „einen bunten Strauß aus Beschwerden unterschiedlichster Art“, sagte Reimertz. Das mache sowohl die Diagnose als auch die Rehabilitation schwierig. „Sicher ist aber, dass Long COVID als Berufskrankheit den bereits existierenden Mangel an Pflegekräften in Deutschland verstärkt.“ © dpa/aerzteblatt.de

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