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Ärzteschaft

Marburger Bund Hessen fordert mehr Medizinstudienplätze statt Quoten

Montag, 4. Oktober 2021

/ronstik, stock.adobe.com

Frankfurt – Der Marburger Bund Hessen kritisiert den Gesetzesentwurf des Landes Hessen, der vorsieht eine Quote für Medizinstudierende einzuführen, die sich verpflichten nach der Weiterbildung für zehn Jahre als Allgemeinmediziner oder Kinder- und Jugendarzt in unterversorgten Gebieten beziehungsweise im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) zu arbeiten.

„Statt junge Ärztinnen und Ärzte nach der Ausbildung für zehn Jahre zu verpflichten sich in einer unterver­sorgten Region niederzulassen, sollten die Arbeitsbedingungen in der hausärztlichen Versor­gung verbessert und Anreize geschaffen werden, damit sich Ärztinnen und Ärzte freiwillig für eine Niederlassung entschei­den. Zudem fordern wir schon seit Jahren einen arztspezifischen Tarifvertrag im Öffentlichen Gesundheits­dienst“, betonte Susanne Johna, Vorsitzende des Marburger Bundes Hessen.

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Denn Ärztinnen und Ärzte würden im ÖGD immer noch circa 1.000 Euro im Monat weniger verdienen als jene die im Krankenhaus arbeiten – deshalb sei es nicht überraschend, dass Stellen im ÖGD kaum zu besetzen sind. Eine Quote löse dieses Problem nicht.

„Auch in anderen Berufen gibt es einen Nachwuchsmangel, doch dort käme keiner auf die Idee eine Verpflichtung bei der Studienplatzvergabe einzuführen. Wir fordern eine grundsätzliche Erhöhung der Medizinstudienplätze, um dem Mangel an Ärztinnen und Ärzten im ländlichen Raum, und auch in unterschiedlichen Fachgebieten, entgegenzutreten“, ergänzte Johna.

„Sich schon vor dem Studium für den späteren Arbeitsbereich festzulegen, ist aus unserer Sicht realitätsfern, denn persönliche und fachliche Interessen können sich in zwölf Jahren Aus- und Weiterbildung ändern.“ © EB/aerzteblatt.de

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