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Politik

WHO will weltweites Netzwerk zur Pandemiebekämpfung etablieren

Dienstag, 26. Oktober 2021

Tedros Adhanom Ghebreyesus /dpa

Berlin – Die Coronapandemie hat „viele schmerzvolle Lektionen“ erteilt. Das hat WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus gestern im Rahmen des zwölften World Health Summits (WHS) betont und zugleich erklärt, dass man als Weltgemeinschaft künftig schneller und besser auf Ausbrüche mit pande­mischen Potenzial re­agieren können muss.

Herkömmliche zentralistische Ansätze seien nicht mehr praktikabel – nötig sei vielmehr ein sich stetig weiterentwickelndes globales Netzwerk zur Datensammlung und -analyse, sagte Ghebreyesus. Dies sei insbesondere auch deshalb wichtig, da die Gefahren durch Infektionskrankheiten aufgrund der Globali­sie­rung, der zunehmenden Urbanisierung sowie des Klimawandels künftig eher noch zunehmen würden.

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Zwar würden sich Viren und andere Krankheitserreger schnell verbreiten, Daten könnten allerdings – die richtigen Strukturen vorausgesetzt – noch schneller sein und so entscheidend dazu beitragen, Leben zu retten.

Teil der Bemühungen um eine bessere Vernetzung stelle der Anfang September in Berlin eingeweihte WHO Hub for Pandemic and Epidemic Intelligence dar. Als einer der ersten Schritte solle der HUB dazu beitragen, die Datenanalyse sowie die Früherkennung und -warnung zu stärken. Ghebreyesus verwies darauf, dass hierbei auch innovative Ansätze auf Basis von Künstlicher Intelligenz und Quantencompu­ting genutzt werden sollen.

Charles Michel, Präsident des Europäischen Rates, betonte in diesem Zusammenhang, dass globale Probleme auch globale Lösungsansätze benötigen würden. Die Coronapandemie habe weltweit bislang bereits mehr als fünf Millionen Menschenleben gefordert – selbst hochentwickelte Gesundheitssysteme hätten sich schlecht auf eine pandemische Lage vorbereitet gezeigt.

Gemeinsam mit der WHO setze man sich deshalb für einen in der WHO-Struktur verwurzelten internatio­na­len Pandemievertrag ein. Ein rechtsverbindliches Instrument stelle die wirksamste Grundlage für Ko­operation und Vertrauen bezüglich der Prävention, Überwachung, Sammlung und des Austausches wis­senschaftlicher Daten dar, so Michel.

Man müsse das aktuell bestehende Zeitfenster nutzen, um besser auf kommende Pandemien vorbereitet zu sein, betonte auch Thomas Steffen, beamteter Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium (BMG). Deutschland unterstütze sowohl den WHO HUB als auch die WHO finanziell nach Kräften, da nur so eine nachhaltige Perspektive für globale Gesundheit erreichbar sei.

Steffen appellierte an die WHO-Mitgliedsstaaten, ihre Beiträge zur finanziellen Absicherung der WHO hochzufahren. Derzeit werde das Budget nur zu 16 Prozent von Mitgliedsbeiträgen abgedeckt – der Rest müsse aus Spenden akquiriert werden. Die Erarbeitung und Umsetzung eines WHO-Pandemievertrages unterstütze man ausdrücklich. © aha/aerzteblatt.de

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