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Medizin

Post COVID auch bei Kindern und Jugendlichen ein Thema

Mittwoch, 27. Oktober 2021

/Dragana Gordic, stock.adobe.com

Dresden – Post COVID betrifft nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder und Jugendliche. Das signali­siert eine Auswertung von Versichertendaten durch das Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversor­gung (ZEGV) und der Universitätsmedizin in Dresden, des Instituts für angewandte Gesundheitsfor­schung Berlin (ingef), des Robert-Koch-Instituts (RKI) und anderer.

Die Studie ist jetzt als Preprint erschienen – die Veröffentlichung hat also das Peer-Review-Verfahren noch nicht durchlaufen (medRxiv 2021; DOI: 10.1101/2021.10.21.21265133).

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Unter Post COVID werden längerfristige, mindestens 3 Monate nach einer SARS-CoV-2-Infektion fortbe­stehende oder neu hinzukommende Krankheitssymptome und gesundheitliche Einschränkungen zu­sammen­gefasst. Bislang ist jedoch nicht klar, wodurch sich Post COVID genau auszeichnet und wie viele Menschen davon betroffen sind.

Datenbasis der Studie sind Abrechnungsdaten der Jahre 2019 und 2020 von rund 38 Millionen gesetz­lich Versicherten verschiedener Krankenkassen. In die Analyse gingen Daten von mehr als 150.000 Personen mit labormedizinisch nachgewiesener COVID-19-Erkrankung im ersten Halbjahr 2020 ein, darunter fast 12.000 Kinder und Jugendliche.

Für jede infizierte Person haben die Wissenschaftler fünf nicht infizierte Versicherte in die Studie einge­schlossen, die hinsichtlich Alter, Geschlecht, Vorerkrankungen und Nachbeobachtungszeit vergleichbar waren. Infizierte und Nichtinfizierte wurden hinsichtlich 96 vorab festgelegter Symptome und Erkrankun­gen verglichen, die 3 Monate nach Infektions- beziehungsweise Einschlussdatum neu dokumentiert wur­den.

Die Auswertungen zeigen, dass bei Erwachsenen, aber auch bei Kindern und Jugendlichen, mehr als 3 Monate nach COVID-19-Diagnose häufiger neue Symptome und Erkrankungen diagnostiziert wurden als bei vergleichbaren Personen ohne COVID-19-Diagnose. Die neu dokumentierten Diagnosen betreffen physische und psychische Erkrankungen.

Bei Kindern und Jugendlichen mit COVID-19 lag die Häufigkeit neu dokumentierter Diagnosen um rund 30 % höher als bei Kindern ohne COVID-19-Diagnose. Die Diagnoserate betrug bei Kindern mit COVID-19 rund 437 und bei Kindern ohne COVID-19-Diagnose circa 336.

Bei Erwachsenen mit COVID-19-Diagnose lag die Diagnoserate mit rund 616 um circa 33 % höher als die Diagnoserate von 464 der Kontrollgruppe ohne COVID-19. Insgesamt waren Kinder und Jugendliche seltener betroffen als Erwachsene.

Zu den am stärksten mit COVID-19 assoziierten dokumentierten Symptomen und Erkrankungen zählen bei Kindern und Jugendlichen unter anderem Unwohlsein und rasche Erschöpfung, Husten, Schmerzen im Hals- und Brustbereich sowie Angststörungen und Depression. Erwachsene verzeichneten insbe­son­dere vermehrt ärztliche Diagnosen von Geschmacksstörungen, Fieber, Husten und Atembeschwer­den. © hil/aerzteblatt.de

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Q. Arguisca
am Mittwoch, 27. Oktober 2021, 18:29

Unwillen der STIKO erkennbar oder andere Gründe?

Sowohl im Bezug auf die Zurückhaltung bei der SarsCov2 Drittimpfung / Booster (zur Vervollständigung eines Covid19-Impfschemas und mehr Sicherheit) als auch im Hinblick auf die aktuelle Ignoranz der STIKO ggb. international vorliegenden Daten was Kinder und Jugendliche angeht (zB USA, Empfehlungen und Erkenntnisse der American Academy of Pediatrics.) stelle ich mir zunehmend die Frage, ob bestimmte Mitglieder der STIKO nicht zeitnah ersetzt werden sollten. Warum wird auch seitens der Ärzteschaft solange zugesehen, bis unsere Kinder im wahrsten Sinne kurz vor der notwendigen Impfung in den Brunnen gefallen sind? Ich kann im internationalen Kontext die Haltung und vor Allem, die selbst für Laien nicht treffende Argumentation der STIKO nicht verstehen bzw. weiterhin respektieren. Hier werden aktuell weder Transparenz noch med. Fakten hinreichend berücksichtig und Menschenleben und die Gesundheit von Kindern unnötig gefährdet. Die STIKO sollte mE öffentlich wesentlich stärker kritisiert werden und vor Allem auch (nicht öffentlich genannte) ökonomische Gründe für Fehlentscheidungen (Kostenerstattung, Kassenleistung, Impfstoff-Lieferketten) ausgeschlossen werden.
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