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Medizin

Nicht diagnostizierte Risikofaktoren bei zwei Dritteln aller Schlaganfälle

Montag, 27. Juni 2022

/peterschreiber.media, stock.adobe.com

Wien – Vor einem Schlaganfall bleiben die Hauptrisikofaktoren häufig unerkannt – allen voran die Dyslipi­dämie. Forschende aus der Schweiz kommen zu dem Ergebnis, dass mehr als 2/3 der Schlaganfallpatienten (67,7 %) mindestens einen bislang nicht diagnostizierten Hauptrisikofaktor für ein ischämisches Ereignis haben.

Die Ergebnisse dieser retrospektiven Single-Center-Analyse stellte André Rêgo vom Centre Hospitalier Universitaire Vaudois in Lausanne auf dem European Academy of Neurology Kongress 2022 vor.

74 % der untersuchten Schlaganfallpatientinnen und -patienten hatten eine Dyslipidämie, wobei über die Hälfte davon bis zu dem Zeitpunkt nicht diagnosti­ziert war (38 %).

Für die Studie nutzten die Forschenden Daten aus der Acute Stroke Regsitry and Analysis of Lausanne aus den Jahren zwischen 2003 und 2018, in der alle Schlaganfälle der Klinik registriert werden. Insgesamt konnten 4.354 Patienten mit in die Studie eingeschlossen werden. 3 von 4 Personen (3.229) hatten bereits bekannte Risikofaktoren. Von den restlichen Personen hatten 67,7 % (n=784) mindestens einen bislang unbekannten Risikofaktor.

Mehr Prävention und Versorgung chronischer Krankheiten gefordert

Nach der Dyslipidämie (61 %), war der zweithäufigste nicht diagnostizierte Risikofaktor mit 23,7 % die Hyper­tonie, gefolgt von einem Vorhofflimmern (10,2 %), einem Diabetes mellitus (5,2 %), einer Ejektionsfaktion von <35 (2 %) und einer koronaren Herzkrankheit (1 %).

Ein Vorhofflimmern war dabei verhältnismäßig oft vor dem Ereignis nicht diagnostiziert: 30 % der Patienten hatten ein Vorhofflimmern, wobei es bei 11 % vorher nicht bekannt war.

„Wir haben noch immer ein Gesundheitssystem, das auf akute Krankheiten und weniger auf chronische Krankheiten oder Präventionsmaßnahmen ausgelegt ist“, sagte Rêgo. Um eine gesündere Bevölkerung zu haben, müsse sich das ändern.

Übergewichtsparadoxon

Nicht diagnostizierte Risikofaktoren traten vor allem bei jungen Menschen auf, aber auch beim Gebrauch eines Kontrazeptivums bei Patientinnen unter 55 Jahren, Rauchen ab einem Alter von 55 Jahren und nicht weißen Menschen. Gleichzeitig waren in der Gruppe weniger Patientinnen und Patienten mit einem Thrombozyten­aggregationshemmer sowie weniger Personen mit Übergewicht.

Dieses „Übergewichtsparadox“ könnten sich die Forschenden nicht ganz erklären, so Rêgo. Vermutlich liege es an der Fehlannahme, dass ein normales Gewicht mit einem gesunden Lebensstil einhergehe. © mim/aerzteblatt.de

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