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Ärzteschaft

Intensivierte Impfberatung für Senioren startet in 1.000 Praxen

Freitag, 1. Juli 2022

/picture alliance, Stefan Puchner

Berlin/Düsseldorf/Münster – 1.000 Praxen in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein informieren Versicherte ab 60 Jahre heute gezielt über die Bedeutung der von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfungen. Eine speziell auf die Zielgruppe der über 60-Jährigen zugeschnittene Ansprache und gezielte Aufklärung sollen die Patienten der Ersatzkassen besser erreichen und von der Wichtigkeit der Impfungen überzeugen.

Das vom Innovationsfonds geförderte Projekt „Altersspezifische Impfinanspruch­nahme verbessern“ (Alive) wurde vom Verband der Ersatzkassen (vdek) initiiert und zusammen mit der Kassenärztlichen Bundesverei­nigung (KBV), der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO), der KV Westfalen-Lippe (KVWL), der KV Schleswig-Holstein (KVSH) und weiteren Partnern auf den Weg gebracht.

„Allein in der Grippesaison 2020/21 sind in den Praxen über 20 Millionen Patientinnen und Patienten gegen Influenza geimpft worden – und dies trotz der enormen Anforderungen für den Praxisbetrieb durch die Coronimpfung“, sagte der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende Stephan Hofmeister. Alive wolle „diesen Schwung und die Präsenz des Themas Impfen nutzen“, um die Standardimpfungen bei älteren Patienten zu fördern, so der KBV-Vize.

Der Fokus des Projektes liegt auf dem Schutz gegen Grippe und gegen Pneumokokken. Alle teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte und das medizinische Fachpersonal haben im Vorfeld eine von den Projektpartnern er­arbeitete Online-Fortbildung absolviert. Patientengerecht aufgearbeitete Informations­ma­te­rialien wie Ter­minerinnerungen und Poster unterstützen bei der Aufklärungskampagne.

„Da das Immunsystem mit zunehmendem Alter an Schlagkraft verliert, ist es für Versicherte ab 60 besonders wichtig, Infektionskrankheiten durch eine Immunisierung vorzubeugen. Doch die Impfangebote werden noch zu selten wahrgenommen“, sagte die vdek-Vorstandsvorsitzende Ulrike Elsner. Deutschland liege mit einer Influenzaimpfquote von 47,3 Prozent in der Grippesaison 2020/21 noch weit entfernt von den von der Welt­gesundheits­organisation (WHO) empfohlenen 75 Prozent.

„Mit Blick auf das nachlassende Immunsystem bei Senioren ist es gut, dass das Projekt ALIVE explizit diese Personengruppe in den Fokus nimmt“, betonte Carsten König, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein.

Alive wird im März 2024 enden. Anschließend evaluieren das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versor­gung (Zi) und die Universität Oldenburg das Projekt. Im Erfolgsfall soll es bundesweit ausgerollt und gegebe­nenfalls für weitere Zielgruppen angepasst werden, etwa für Kinder oder Menschen mit chronischen Erkran­kungen.

Die STIKO empfiehlt für die Altersgruppe ab 60 Jahren die Immunisierungen gegen Influenza, Pneumokokken und Herpes zoster sowie Nachhol- oder Auffrischungsimpfungen gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten. © hil/aerzteblatt.de

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