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Ärztekammer: Mehr Sachsen-Anhalter sollten im Land Medizin studieren können

Donnerstag, 24. August 2023

/andrey_orlov, stock.adobe.com

Magdeburg – Aus Sicht der Ärztekammer Sachsen-Anhalt sollten Abiturienten aus Sachsen-Anhalt bessere Chancen auf einen gewünschten Medizinstudienplatz bekommen. Dazu solle das Zulassungsverfahren ver­ändert werden, fordert Uwe Ebmeyer, Präsident der Ärztekammer.

Wenn ein Abiturient aus Sachsen-Anhalt die Voraussetzungen für ein Studium erfülle und in Halle oder Mag­deburg studieren wolle, solle ihm das auch ermöglicht werden. Bislang werde etwa ein 1,0-Abitur aus Sach­sen-Anhalt im Vergleich mit einem bayerischen abgewertet, so Ebmeyer.

An den medizinischen Fakultäten in Halle und Magdeburg gebe es jedes Jahr rund 370 Absolventen, sagte der Ärztekammerpräsident. Davon blieben nach zwei Jahren noch 40 Prozent im Land.

Hätten mehr Medizinstudierende ein enges Verhältnis zu Sachsen-Anhalt, entschieden sich der Erwartung der Ärztekammer zufolge mehr für eine Niederlassung in Sachsen-Anhalt und könnten freiwerdende Praxen über­nehmen. Laut Ebmeyer gibt es rund 100 Medizinstudierende aus Sachsen-Anhalt zu wenig pro Jahr.

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt, Jörg Böhme, sagte, es gebe weiter einen eklatanten Ärztemangel bei den Haus- und Fachärzten.

Ein Drittel der Ärzte sei 60 Jahre alt und werde in den kommenden Jahren nicht mehr zur Verfügung stehen. Immer mehr Ärzte arbeiteten in Teilzeit, so dass mehr Mediziner nötig seien. Böhme und Ebmeyer erklärten, es seien etwa 420 bis 440 junge Ärzte pro Jahr nötig.

Böhme sagte, wenn nicht gegengesteuert werde, könnten immer mehr Patienten Probleme bekommen, einen Haus- oder Facharzt zu finden. Längere Wartezeiten und längere Fahrtzeiten würden voraussichtlich folgen. Böhme erwartet, dass andere Strukturen wie die Notfallversorgung verstärkt belastet werden.

In Sachsen-Anhalt gibt es laut Ärztekammer gut 9.800 berufstätige Ärzte – etwa 5.650 sind in stationären Einrichtungen tätig, knapp 3.700 ambulant in Praxen und medizinischen Versorgungszentren. © dpa/aerzteblatt.de

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