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New Yorker Fast-Food-Ketten müssen Kalorienangaben machen

Mittwoch, 30. April 2008

Die McDonald-Filiale am Time Square

New York – Die Fast-Food-Ketten in New York haben im Streit um die Angabe der Kalorien von Speisen und Getränken eine juristische Schlappe erlitten. Ein Berufungsgericht in der US-Metropole setzte am Dienstagabend eine Regelung in Kraft, wonach die großen Imbiss-Ketten den Brennwert des Essens ab sofort offenlegen müssen.

Am Dienstagmorgen hatte das Gericht zunächst die Kennzeichnungspflicht aufgehoben und damit einem Antrag der Fast-Food-Unternehmen auf einen Aufschub des Inkrafttretens stattgegeben. Diese Entscheidung nahmen die Richter dann am Abend wieder zurück. Mit der Kalorienangabe bei Pommes, Hamburgern und anderen Speisen will der Stadtrat von New York gegen die Volkskrankheit Übergewicht vorgehen.

Mit dem Urteil vom Dienstagabend müssen nun Ketten, die landesweit mehr als 15 Filialen haben, auf den Verpackungen enthüllen, wieviel Kalorien ihre Speisen und Getränke enthalten. Während die Café-Kette Starbucks die Regelung bereits vor der Entscheidung des Berufungsgerichts umgesetzt hatte, warteten andere Unternehmen, darunter McDonald's und Dunkin' Donuts, zunächst ab.  Allerdings ist der Rechtsstreit noch nicht beendet: Die Restaurantbesitzer bereiten weiter eine Klage vor. 

Die Richter am Berufungsgericht waren in der Sache geteilter Meinung. Richterin Rosemary Pooler zeigte Unverständnis, „warum sich die Restaurantbetreiber so aufregen“. Schließlich seien etwa auf Zigarettenschachteln schon seit langem Warnhinweise aufgedruckt, „und die Leute rauchen trotzdem weiter“. Ihr Kollege Chester Straub zeigte hingegen eher Verständnis für die Fast-Food-Unternehmer: „Eine Portion Pommes Frites mehr oder weniger macht ja keinen großen Unterschied.“ Die Verteidigerin der Stadt New York, Fay Ng, sah das anders: „Eine Kalorie weniger am Tag macht einen Unterschied“, sagte sie.

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg hat sich den Kampf gegen Gesundheitsrisiken wie Rauchen und fettes Essen auf die Fahnen geschrieben. Den Tabakkonzernen ist er bereits mit saftigen Zigarettensteuern zu Leibe gerückt. In einer Studie aus dem Jahr 2004 waren mehr als 21 Prozent der New Yorker als übergewichtig eingestuft worden – etwa 70 Prozent mehr als noch zehn Jahre zuvor. © afp/aerzteblatt.de © afp/aerzteblatt.de

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