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Ärzteschaft

Fachärzte gegen Arztakquise im Ausland

Montag, 27. Juni 2011

Berlin – Die Rahmenbedingungen für den Arztberuf attraktiver zu gestalten statt Nachwuchskräfte im Ausland zu suchen, hat die Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände (GFB) gefordert.

„Immerhin finden circa 25 Prozent der rund 10.000 medizinischen Studienanfänger nicht den Weg in die ärztliche Versorgung in Deutschland, sondern wandern in andere Berufe und ins Ausland ab“, hieß es aus dem Verband.

Die Ankündigung der Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) den Ärzte- und Facharbeitermangel durch Akquise im Ausland und gelockerte Arbeitsbedingungen zu beheben, werde daher von der GFB „sehr kritisch bewertet und abgelehnt“.
 

Der Verband erwartet wegen schlechter Deutschkenntnisse der Bewerber erhebliche Verständigungsprobleme in der direkten Patientenversorgung. Außerdem könne die Versorgungsqualität leiden, weil viele Bewerber aus Ländern kommen könnten, in denen die Weiterbildung schlechter sei als in Deutschland.

Der Vorschlag der Arbeitsministerin gefährde außerdem die Gesundheitssysteme der Herkunftsländer und sei damit unsozial und unsolidarisch. Das Abwerben ausländischer Ärzte beeinträchtige die dortigen Gesundheitssysteme. „Der Vorschlag der Arbeitsministerin gleicht damit einem Schildbürgerstreich mit nicht bedachten Folgen“, sagte Siegfried Götte, Präsident der GFB.

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© hil/aerzteblatt.de

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Avatar #90983
remplaçante
am Sonntag, 3. Juli 2011, 18:19

Aerztekammer

Prinzipiell gibt es die Moeglichkeit der freiwilligen Mitgliedschaft in einer Kammer mit nur geringer Beitragszahlung, natürlich haben die Aerztekammern hierbei sicher einen gewissen Entscheidungsspielraum.
Ich selbst habe nach drei Jahren Tätigkeit in Frankreich die Mitgliedschaft bei meiner "alten" Kammer erreicht, indem ich Interesse an einer Rückkehr signalisiert habe; zwar bedurfte es dabei einer Adresse in Deutschland, aber hierzu hat niemand eine Meldebescheinigung verlangt (und wer hat nicht noch einen Draht zu Bekannten, Familie etc).
Die eingereichten Fortbildungsnachweise hat die Kammer dann anschliesend geprüft und entsprechende Fortbildungszertfikate nach Erreichen der Punktzahl problemlos ausgestellt (es werden jedoch nur jeweils Nachweise aus den letzten 5 Jahren anerkannt; es ist also nicht möglich, rückwirkend mehrere Fortbildungszertfikate ausstellen zu lassen).
Viel schwieriger dürfte es ein, die im Ausland als Facharzt/Oberarzt auf die jeweiligen Dienstjahre in den entsprechenden Tarifverträgen anerkennen zu lassen (obgleich die EU hierzu bereits eindeutig festegestellt hat, dass öffentlicher Dienst=öffentlicher Dienst ist und daher solche Zeiten anzuerkennen sind)
Avatar #112382
klemenz
am Sonntag, 3. Juli 2011, 13:37

Unueberwindbare Hindernisse fuer deutsche Aerzte nach Deutschland zurueckzukehren

Mit Interesse habe ich Ihren Artikel “Fachärzte gegen Arztakquise im Ausland” gelesen.
Ich stimme mit der Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände (GFB) űberein, deutschen Kollegen die Wiedereingliederung in das deutsche Arbeitsleben zu ermöglichen.Dies ist wegen der Sprachkentnisse einfacher.Zum Anderen sind deutsche Ärzte eine zusätzliche gesellschaftliche Bereicherung, da sie ihre frühere Tätigkeit, etwa im Deutschen Roten Kreuz, im Verein oder im kirchlichen Leben wieder aufnehmen wűrden. Der Staat müßte den im Auβland lebenden Kollegen allerdings entgegenkommen, und nicht durch verwaltungstechnische Schwierigkeiten ein Interesse an der Arbeit in Deutschland im Keim ersticken. Durch das bestehende Anerkennungssystem besteht nur wenig Interesse nach Deutschland zu gehen.
Seit den letzten 10 Jahren versuche ich meine in Groβbritannien erworbenen Fortbildungsnachweise in Deutschland anerkennen zu lassen. Eine Bearbeitung der Unterlagen ist nicht möglich, es sei denn, man ist Angehöriger der zuständigen Ärztekammer. Um Angehöriger einer Ärztekammer zu werden,muß der Hauptwohnsitz im Kammerbereich nachgewiesen werden.Dies ist nicht möglich,es sei den man gibt seine jetzige Stelle im Außland auf, um nach Deutschland zu ziehen. Nach Anmeldung beim Einwohnermeldeamt und anschlieβender Mitgliedschaft bei der Ärztekammer kann man dann seine Anträge einreichen und bearbeiten lassen.
Ich selbst würde nicht meine Stelle in Groβbritannien aufgeben wollen,um mit erheblichen finanziellen Verlusten nach Deutschland in die momentane Arbeitslosigkeit zu ziehen. (1) Zwar ist man dann in der Lage seine Anträge bei der Ärztekammer einzureichen.Dies scheint aber eine wenig unattraktive Vorgehensweise zu sein.
Ich liebe meinen ärztlichen Beruf, und insbesondere die Lehrtätigkeit.(2) Ich wűrde gerne nach Deutschland zurűckkommen. Es gibt sogar einen Lichtblick am Horizont. In 10 Jahren kann ich in Großbritannien in den Ruhestand gehen. Als “Rentner mit 60 Jahren” hat man dann die Zeit seinen Hauptwohnsitz nach Deutschland zu verlegen, um dann die notwendigen Anträge an die zuständige Ärztekammer zu stellen.Der Ärztemangel wird sich bis dahin wohl verschärft haben, und man wird wohl gute Chancen auf einen Job haben.
Auf der anderen Seite wird man jetzt schon von australischen “Headhunters” mit gutem Verdienst ,bezahlten Flug, für 3 Monate frei zur Verfűgung gestellter Villa und Auto angelockt. Die Headhunters erledigen alle adminstrativen Voraussetzungen. Man selbst braucht sich nur in ein Flugzeug zu setzen(Business class), und in Australien auszusteigen .Dort wird man dann mit offenen Armen empfangen .
(1) Klemenz, B. Arbeitssituation: Bessere Bedingungen in England
Dtsch Arztebl 2005; 102(23): A-1658 / B-1392 / C-1314
(2)Klemenz,B: Teaching Clinical Reasoning at Medical School is unavoidable . (BMJ:Published online 16 July 2009)
Avatar #112377
Matthias Franke
am Samstag, 2. Juli 2011, 15:12

Ärzte im Ausland rekrutieren; warum nicht deutsche Ärzte zurückholen?

In den letzten Jahren sind sehr viele deutsche Ärzte, die in Deutschland studiert haben ins Ausland abgewandert. Warum versucht man nicht diese Ärzte zurückzugewinnen, dann braucht man keine Befürchtung zu haben, dass sprachliche Probleme auftreten, sie haben ein gutes Studium genossen und es ist nicht unsozial und unsolidarisch. Ich bin selbst im Ausland tätig und orientiere mich derzeit in Deutschland, da ich wieder in die Heimat möchte. Ich kenne viele deutsche Ärzte die sich wieder zurück nach Deutschland sehnen, man muss sie nur locken.
Avatar #112295
Korneli-KUP
am Dienstag, 28. Juni 2011, 16:19

Bedenken sind nachvollziehbar, aber es geht auch anders

Mein Unternehmen, Korneli, Unger & Partner GbR, rekrutiert deutschlandweit Personal für Krankenhäuser u. a. medizinische Einrichtungen. Finden wir keinen deutschen Kandidaten, rekrutieren wir auch junge Mediziner, Absolventen, aus dem Ausland. Sie werden in Deutschland zu Fachärzten weitergebildet und haben somit den gleichen Bildungsstand wie die deutschen Kollegen.
Bevor die Kandidaten unseren Mandanten präsentiert werden, begleiten wir über Monate den Prozess der Sprachaneignung.
Es werden fast ausschließlich Mediziner präsentiert, die in ihrem Heimatland keine Stelle finden, da wir selbstverständlich die medizinische Versorgung im jeweiligen Herkunftsland nicht gefährden wollen.
Die Resonanz unserer Mandanten ist positiv.

Dr. Uta Korneli, Berlin

Avatar #105660
Schanzer
am Montag, 27. Juni 2011, 21:52

Nur unter gleichen Voraussetzungen

Fachärztliche Tätigkeit ausländischer Kollegen ist nur dann akzeptabel, wenn Ihnen von Seiten der Landesärztekammern die selben Steine, lange Wartezeiten und aufwendigen Proceduren bis zur Facharztprüfung bzw. in diesem Falle Facharztanerkennung in den Weg gelegt werden wie es leider sehr oft bei den jungen inländischen Kollegen der Fall ist.
LNS

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