Hochschulen

Uniklinik Münster: Von der neuen Kita profitiert auch ein Patenkind Daniel Bahrs

Freitag, 9. September 2011

Münster – Wer junge Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegefachkräfte anlocken will, muss eine gute Kinderbetreuung bieten können. Das hat auch das Universitätsklinikum Münster (UKM) erkannt. Dort entsteht derzeit eine neue Kindertagesstätte (Kita), die bis zu 150 Kindern Platz bieten wird und von 6.15 Uhr bis 20 Uhr geöffnet sein soll. Bislang stehen am Klinikum lediglich 43 Betreuungsplätze zur Verfügung. 

Über das UKM-Engagement in Sachen Vereinbarkeit von Familie und Beruf informierte sich vor kurzem Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) auf einer Radtour mit Journalisten. Den Ausbau der Kita begrüßt Bahr nicht allein deshalb, weil sich so leichter junge Ärzte und Pflegekräfte finden lassen und die Patientenversorgung gesichert wird.

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Auch aus privaten Gründen findet er die Erweiterung gut: Ein Patenkind des Ministers, der aus Münster kommt, wird vom Winter an die UKM-Kita besuchen. Für dessen Eltern, die nach einem Auslandsaufenthalt nach Deutschland zurückgekehrt sind, war eine gesicherte Kinderbetreuung ein wichtiges Argument für den neuen Arbeitsplatz. Vor drei Monaten hat das UKM zudem ein „FamilienServiceBüro“ eröffnet.

5 Fragen an Jessica Upritchard, Leiterin des „FamilienServiceBüro“ des Universitätsklinikums Münster

DÄ: Frau Upritchard, erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Arbeitstag am 1. Juni?

Upritchard: Sehr gut. Mir war natürlich klar, dass das Familienservicebüro allen 7.000 Mitarbeitern des UKM offen stehen soll. Aber von der Größe und Fläche des gesamten Klinikums war ich doch beeindruckt. Zuvor habe ich das Servicebüro für studierende Eltern an der Universität Osnabrück geleitet und  verschiedene Projekt zur Vereinbarkeit von Studium, Beruf und Familie koordiniert. Das war schon ein deutlich kleinerer Betrieb.  

DÄ: Was genau bieten Sie an?

Upritchard: Ich bin die zentrale erste Anlaufstelle für alle, die eine Beratung zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf wünschen. Ich bemühe mich, durch individuelle Beratung herauszufinden, was genau jemand an Informationen benötigt. Zusätzlich kann ich UKM-Beschäftigte, die sich informieren, entweder an weitere interne Ansprechpartner oder auch an externe Fachleute vermitteln. Deshalb bin ich auch dabei, möglichst viele Betreuungseinrichtungen, Wohlfahrtsverbände und andere Akteure vor Ort möglichst gut persönlich kennen zu lernen und die Kontakte zu pflegen.

DÄ: Wer hat sich in den ersten drei Monaten vor allem beraten lassen?

Upritchard: Zum Großteil werdende Eltern oder Eltern, die bereits ein Kind bekommen haben und nun die spätere Kinderbetreuung  und ihre Rückkehr in den Beruf planen wollen. Häufig geht es erst einmal darum, über verschiedene Betreuungsformen zu informieren. Diese Anfragen machen bislang etwa drei Viertel der Beratung aus. Aber es gab auch schon einige Termine mit Beschäftigten, die ihren Beruf und die Pflege von Angehörigen vereinbaren.

DÄ: Was ist Ihr erster Eindruck: Gibt es in und um Münster genügend Betreuungsangebote, die nur nicht ausreichend bekannt sind? Oder mangelt es wie häufig in den alten Bundesländern an ausreichenden Angeboten, vor allem für Kinder?

Upritchard: Das Universitätsklinikum Münster bietet auf jeden Fall mit dem Neubau der Kita als Arbeitgeber schon sehr viel mehr als andere. Aber insgesamt ist die Betreuungssituation für Kinder unter drei in Münster und Umgebung noch nicht ausreichend.

DÄ: Was könnte Ihr Arbeitgeber in Sachen Vereinbarkeit von Familie und Beruf noch zusätzlich tun?

Upritchard: Es ist grundsätzlich wichtig zu analysieren, welche Unterstützungsmaßnahmen Beschäftigten helfen, die auch Kinder betreuen und Angehörige pflegen müssen. In diesem Jahr ist auf jeden Fall schon viel passiert am UKM. Neben dem Ausbau der Kita und der Einrichtung meines Büros gibt es nun Ferienbetreuungsangebote für Kinder zwischen fünf und 14 und auch ein Angebot zur Notfallbetreuung, wenn die reguläre Betreuung plötzlich ausfällt. Für die Zukunft ist noch einiges geplant. So soll es Beschäftigten durch eine klare Planung und Struktur ermöglicht werden, auch nach einer längeren Familienauszeit wieder in den Beruf einzusteigen. © Rie/aerzteblatt.de

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harlekin2000
am Sonntag, 11. September 2011, 13:22

Reiner Zufall,

dass ein Patenkind v. Herrn Bahr profitiert. Na es hat ja Tradition. Die First Lady von Herrn Westerwelle hatte ja auch schon davon profitiert, dass er Aussenminister wurde.
VG Wort

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