Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Klimakterium: Antiepileptikum und Antidepressivum kein Hormonersatz

Dienstag, 5. März 2013

Rockville – Seit dem Verlassen der früheren „Hormonersatztherapie“ mit Östrogenen gibt es kaum effektive Medikamente zur Behandlung von vasomotorischen Beschwerden in den Wechseljahren. Zwei US-Firmen, die Frauen ein Präparat mit Gabapentin (in einer verzögerten Freisetzung) oder Paroxetin (in einer niedrigen Dosierung) anbieten möchten, konnten die Gutachter der US-Arzneibehörde FDA jedoch nicht von der Wirksamkeit der Mittel überzeugen.

Gabapentin wurde Mitte der 90er Jahre als Antiepileptikum eingeführt. Es ist heute auch zur Behandlung neuropathischer Schmerzen zugelassen. Etwa zur gleichen Zeit wurde Paroxetin zugelassen, das als selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) zu den Antidepressiva gehört. Seit eine kleine randomisierte Studie (JAMA 2003; 289: 2827-2834) auf eine Wirksamkeit gegen klimakterische Beschwerden hingedeutet hatte, wird Paroxetin gelegentlich Off-label in dieser Indikation angewendet. Für die Zulassung einer neuen Indikation forderte die FDA allerdings zusätzliche Studien an größeren Patientengruppen.

Die beiden Hersteller Depomed aus Newark in Kalifornien und Noven aus Miami/Florida, eine US-Tochter des japanischen Herstellers Hisamitsu, hatten sich gute Chancen ausgerechnet, die beiden Wirkstoffe in der seit der Women Health Initiative „brachliegenden“ Indikation einzuführen. Sie hatten dabei aber die gute Wirkung von Placebo unterschätzt.

In den Studien, die Depomed einreichte, senkte Gabapentin die Rate der klimakterischen Episoden (von einem Ausgangswert von 11 Episoden am Tag) um mehr als 7 Episoden am Tag. Doch auch Placebo reduzierte die Zahl um 6 Episoden am Tag. Am Ende war der Unterschied nicht signifikant, weshalb bei der abschließenden Abstimmung 12 Gutachter sich gegen eine Zulassung aussprachen und nur 2 dafür waren.

Noven konnte in den beiden Zulassungsstudien zwar zeigen, dass Paroxetin die Zahl der Episoden signifikant senkt. Der Unterschied fiel mit 0,9 Episoden pro Tag in einer, und 1,7 Episoden pro Tag in der anderen Studie jedoch so gering aus, dass das Votum der Experten mit 10 gegen 4 Stimmen ebenfalls negativ ausfiel. Die FDA ist zwar nicht an die Empfehlungen seiner externen Berater gebunden, hält sich aber in der Regel daran. © rme/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Vavava
am Donnerstag, 7. März 2013, 18:00

keine wirksames Mittel?

Also ich hatte viele Beschwerden, die durch den Wechsel ausgelöst wurden. Und ich wollte aus Prinzip keine Hormonersatztheraphie machen.
Ich habe damals länger gesucht, verschiedene Tees getrunken, Ernährung umgestellt, ... dann wurde mir Estromineral Serena empfohlen.
Das ist ein rein pflanzliches Produkt, dass den Beschwerden, die durch die Veränderungen im Hormonhaushalt entstehen, entgegenwirken.
Man braucht ein wenig Geduld, aber dann hilft es sehr gut.

Nachrichten zum Thema

13.12.17
Kein sicheres „Timing“: US-Leitlinie lehnt Hormone zur Krankheitsprävention nach der Menopause weiter ab
Rockville – Frauen sollten nach der Menopause keine Hormonpräparate einnehmen, um sich vor chronischen Krankheiten zu schützen. Die US Preventive Services Task Force (USPSTF) erteilt in ihrer......
21.11.17
Postmenopausale Hormontherapie: Bedarf es einer erneuten Trendwende?
Berlin – Der vorzeitige Stopp der Studie der Women’s Health Initative (WHI) wegen negativer Nutzen-Schaden-Bilanz der postmenopausalen Hormontherapie hat 2002 eine Trendwende eingeleitet, die bis......
16.11.17
Britisches Gutachten: Erneuter Freispruch für Duogynon
Bonn – Ob Primodos sowie vergleichbare Hormonpräparate embryonale Missbildungen begünstigen könnten, war Gegenstand einer zweijährigen Untersuchung in Großbritannien. Die Ergebnisse wurden heute......
13.09.17
Menopause: Sterberisiko nach Women's Health Initiative langfristig nicht erhöht
Boston – Der Anstieg von Brustkrebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, der 2002 und 2004 den vorzeitigen Abbruch der beiden randomisierten Studien der Women's Health Initiative (WHI) zur......
31.08.17
Hormontherapie: Endokrinologen fordern Trendwende bei Wechseljahres­beschwerden
Berlin – Entgegen der vorherrschenden Bedenken sollten Frauen mit Wechseljahresbeschwerden viel häufiger eine Hormontherapie erhalten, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE).......
16.09.16
Frühe Menopause erhöht Herz-Kreis­lauf-Risiko
Rotterdam – Ein frühes Einsetzen der Wechseljahre erhöht bei Frauen das Risiko auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen (mit der Ausnahme von Schlaganfällen) und einen vorzeitigen Tod. Dies kam in einer......
27.07.16
Keine bessere kognitive Funktion durch Hormontherapie nach Menopause
Stanford – Frauen, die früh nach Beginn der Menopause mit einer Estradiol-Therapie beginnen, zeigen keine bessere kognitive Funktion als Frauen, die keine Hormone einnehmen. Dies fanden Forscher der......
VG Wort

Fachgebiet

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige

Fachgebiet

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

Aktuelle Kommentare

Anzeige
Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter