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Ärzteschaft

Medizinstudium: Montgomery fordert Assessment-Center

Dienstag, 11. April 2017

/Robert Kneschke, stock.adobe.com

Berlin – Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer Frank Ulrich Montgomery hat eine ge­setz­liche Regelung gefordert, wonach Medizinstudierende künftig in Assessment-Centern auf ihre Eignung zum Arztberuf getestet werden. „Dort sollten fachliche und menschliche Voraussetzungen für den Arztberuf geprüft werden“, sagte Montgomery der Rheinischen Post.

Bislang werden solche Personalauswahlverfahren meist von großen Unternehmen einge­setzt. Dabei werden die Kandidaten in der Regel ein bis zwei Tage auf den Prüf­stand ge­stellt. Dazu werden zum Beispiel Situationen aus der Praxis nachgestellt, in denen sich der Teilnehmer des Assessment-Centers behaupten muss.

„Wenn wir von Kosten von ungefähr 1.000 Euro für einen Bewerber im Assessment-Cen­ter ausgehen, kommen wir bei 43.000 Bewerbern auf 43 Millionen Euro im Jahr“, sagte Montgomery. Im Verhältnis zu den Milliarden, die in die Ausbildung der Ärzte gesteckt werden müssten, sei das eine vertretbare Summe. „Ein solches Verfahren muss gesetz­lich eingeführt werden. Freiwillig werden die Unis dies nicht machen.“

Bisher werden Medizinstudienplätze nach unterschiedlichen Kriterien vergeben. Ins Ge­wicht fallen Abiturnoten und Wartezeit, viele Universitäten unterziehen die Bewerber aber auch Eignungstests und führen Auswahlgespräche. © dpa/aerzteblatt.de

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jpink
am Dienstag, 25. April 2017, 07:24

Nachtigall, ick hör dir trapsen...

Assessment-Center...wahrscheinlich mit lustigen Gesinnungstests, und am Ende machen sie dann Topfschlagen.

Assessment-Center, Job-Center (ehemals Arbeitsämter), Kundencenter (ehemals Einwohnermeldeämter, http://www.hamburg.de/mitte/kundenzentren/), Shopping-Center, Call-Center, Fitness-Center, Ramsteinnuklear-Center, Stuttgart-Center für Killer-Drohnen, ... das BRD-Center ist nun einmal eine Kreation der Angelsachsen, ein Trust zur Kolonisierung und zum Ruhigstellen des immer mal wieder so widerspenstigen Germaniens. Und jetzt soll schlechterdings noch ein Center her.

Wenn man sich politisch unmündig gibt, wird man eben vercentert. So what?
Loewenherz
am Samstag, 15. April 2017, 11:24

hirnrissig

ganz ehrlich, was soll das?
Gibt es irgendwo Zahlen, die zeigen, dass zu viele nicht geeignete Kandidaten studieren und wir so viele "schlechte" Ärzte haben? Soll es dazu führen, dass weniger Narzissten und Blender in Chefarztpositionen und Ärztekammer/KVB-Funktionen landen?
Geht's darum mehr Verblendete, Duckmäuser und Masochisten zu screenen, dass man sich weiterhin nicht um notwendige Reformen (income der Niedergelassenen, katastrophale Arbeitsbedingungen im Krankenhaus) kümmern muss, weil sie eh nicht in gesündere Berufe abwandern?
Es gäbe so viele sinnvolle Baustellen, ... das Screening der Studentenschaft auf Eignung... sehe ich ehrlich gesagt derzeit fast am unkritischsten.
Practicus
am Freitag, 14. April 2017, 23:01

Erstmal

müsste man herausfinden, welchen Vorhersagewert solche "Assessementcenter" haben, wenn schon die Abi-Note offensichtlich unbrauchbar ist. Einser-Abiturienten mit marginalen Kenntnissen in Chemie, Physik und Biologie sind jedenfalls bedtimmt am wenigsten geeignet...
Gromer
am Dienstag, 11. April 2017, 21:40

Oh je

Der einzige Effekt einer solchen Maßnahme wäre, das Vorbereitungskurse wie Pilze aus dem Boden schießen (was die Selektion nach Finanzkraft der Eltern noch verstärken würde) und entsprechende Assessmentanbieter sich ebenfalls eine goldene Nase verdienen würden. Wer legt hier allgemein akzeptierte Kriterien fest, die auch noch valide bestimmbar sind?
In der Industrie sind viele Firmen wieder auf dem Weg weg von dieser Unsitte, der Vorhersagewert ist einfach bei weitem nicht so gut wie propagiert. Die Rechnung für die Kosten des Medizinstudiums sind zudem aus meiner Sicht oft nicht korrekt. Viele Aktivitäten und Funktionen würden auch ohne die rel große Zahl von Studenten durchgeführt. Die meisten Mitarbeiter in den vorklinischen Fächern machen primär Forschung und sehen Lehre eher als lästiges Übel. Praktika werden mit dem geringstmöglichen Budget gefahren um Gelder für die Forschung zu haben. Und die Krankenversorgung würde man wohl auch kaum abschaffen ohne Studenten.

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