Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Marburger Bund fordert mehr Studienplätze in NRW

Donnerstag, 29. Juni 2017

/Robert Kneschke, stock.adobe.com

Düsseldorf –In Nordrhein-Westfalen (NRW) müssen deutlich mehr Studienplätze für Humanmedizin geschaffen werden als es die neue schwarz-gelbe Landesregierung plant. Darauf hat der Marburger Bund (MB) Nordrhein-Westfalen/Rheinland-Pfalz aufmerksam gemacht.

Dem MB zufolge sei es zu begrüßen, dass in Bielefeld eine neue medizinische Fakultät für 200 bis 300 Studierende der Humanmedizin entsteht. Ein Schritt in die richtige Richtung sei auch die Errichtung eines neuen Medizin-Campus an der Universität Siegen mit 25 Studienplätzen für Humanmedizin. Allerdings reichten diese Zahlen bei weitem nicht aus, um die Ärzteversorgung in dem Bundesland langfristig zu sichern.

1.500 Arztstellen in NRW-Kliniken nicht besetzt

„In den 340 Krankenhäusern in NRW können derzeit über 1.500 Arztstellen nicht besetzt werden“, hieß es aus dem MB-Landesverband. Dabei sei festzustellen, dass der Ärztemangel in Kliniken in ländlichen Regionen noch weit größer als in Städten sei. Auch die Zuwanderung von mittlerweile über 14.000 Ärzten aus dem Ausland nach NRW könne die vorhandenen Lücken nicht füllen. Der MB appellierte an die neue Landesregierung, zusätzlich die Zulassungszahlen an den vorhandenen Fakultäten zu erhöhen und diese entsprechend finanziell auszustatten.

Der MB verwies in diesem Zusammenhang auf Studienzahlen aus den 1980er-Jahren. Demnach hat es damals zwischen Rhein und Ruhr über 3.400 Studienplätze gegeben. Im Jahr 1990 seien diese drastisch zusammengestrichen worden. „Im Semester 1981/82 begannen etwa an der Uni Aachen 445 Studenten das Medizinstudium, 2016/17 sind es nur noch 279“, berichtet der MB. Ähnliches gelte für andere Fakultäten (Bochum: 607/334; Bonn: 449/300; Düsseldorf: 663/406; Duisburg-Essen: 242/225; Köln: 542/378; Münster: 494/284).

Gleichzeitig kritisierte der Verband die Landarztquote, die auch bei der Ärztekammer Westfalen-Lippe auf Kritik gestoßen war. „Der heute in vielen Fachgebieten feststellbare Ärztemangel wird nicht ansatzweise dadurch gelöst, wenn von den zu wenigen Studienplätzen zehn Prozent für Allgemeinärzte in unterversorgten ländlichen Regionen abgezogen werden“, so der Landesverband.

Auch der MB Bundesverband, Bundes­ärzte­kammer (BÄK) und Deutscher Ärztetag haben die Politik wiederholt aufgefordert, die Zahl der Studienplätze zu erhöhen. „Notwendig ist eine Steigerung um zehn Prozent“, sagte zum Beispiel der BÄK-Präsident Frank Ulrich Montgomery im Mai 2017.

© hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

22.09.17
Medizinstudium in Bielefeld soll 2021 starten
Bielefeld – Bis zu 300 Studienplätze soll es jährlich an der neuen Medizinischen Fakultät in Bielefeld geben. Starten soll das Studium 2012. Das teilte heute die Universität Bielefeld mit. Die neue......
22.09.17
Demografischer Wandel fordert Urologen
Dresden – Deutschlands Urologen sind angesichts der älter werdenden Bevölkerung immer stärker gefordert. Das Fach decke die gesamte Altersspanne ab, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für......
19.09.17
Praxisnieder­lassungen werden in Sachsen besser gefördert
Dresden – Der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen in Sachsen hat seine Förderung von Praxisniederlassungen und -übernahmen aufgrund bisheriger Erfahrungen in wesentlichen Punkten......
13.09.17
Hausärzteverband verlangt mehr Lehrstühle für Allgemeinmedizin in Nordrhein-Westfalen
Köln – Lehrstühle für Allgemeinmedizin müssen an allen medizinischen Fakultäten in Nordrhein-Westfalen (NRW) etabliert oder ausgebaut werden. Mit diesem Appell hat sich der Hausärzteverband Nordrhein......
12.09.17
KV Bayerns fördert Famulaturen im ländlichen Raum
München – Eine neue Förderung für Famulaturen in Landarztpraxen hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Bayerns initiiert. Medizinstudierende, die ein ärztliches Praktikum in einer bayerischen Haus-......
05.09.17
Mehr Patienten und Ärzte in nordrhein-west­fälischen Krankenhäusern
Düsseldorf – An den Krankenhäusern in Nordrhein-Westfalen sind die Zahlen der Ärzte, Pfleger und der behandelten Patienten im vergangenen Jahr gestiegen. Das berichtet heute das Statistische......
01.09.17
Zahl der Masernfälle in Nordrhein-Westfalen deutlich gestiegen
Düsseldorf – Nordrhein-Westfalen hat im laufenden Jahr von allen Bundesländern die bisher höchste Zahl an Masern-Infektionen zu verzeichnen. Von Januar bis Mitte August zählte das Robert-Koch-Institut......

Fachgebiet

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige

Fachgebiet

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

Aktuelle Kommentare

Anzeige
Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter