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Politik

Niedersachsen bekräftigt Pläne für Landarztquote beim Medizinstudium

Donnerstag, 5. Oktober 2017

Hannover – Die niedersächsische Landesregierung hat kurz vor den Landtagswahlen Pläne für eine Landarztquote bekräftigt. Es gebe einerseits in ländlichen Regionen Klagen über zu wenig Ärzte, andererseits eine deutlich höhere Zahl von Medizinern in den Städten, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD).

„Wenn sich das nicht in überschaubarer Zeit durch Anreizprogramme der Kassenärztlichen Vereinigung ändert, werden wir eine Landarzt-Quote in der medizinischen Ausbildung in Niedersachsen einführen“, erklärte er weiter. Zehn Prozent der Studienplätze sollten künftig an Bewerber vergeben werden, die sich verpflichten, anschließend für zehn Jahre als Allgemeinmediziner im unterversorgten Raum zu arbeiten.

Bereits im April hatte die SPD angekündigt prüfen zu wollen, wie eine Landarztquote in Niedersachsen verfas­sungs­kon­form gestaltet werden kann, wie damals Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) sagte. © dpa/may/aerzteblatt.de

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Staphylococcus rex
am Freitag, 6. Oktober 2017, 00:36

Wie wäre es mit Studiengebühren?

Derzeit sind Studiengebühren für das Medizinstudium ein absolutes Tabuthema. Trotzdem ist nach meiner Meinung eine Prüfung des status quo durchaus lohnenswert.

Wenn es Studiengebühren geben würde, dann wäre die Landarztquote an einen Erlass des Studienkredits gekoppelt und wäre damit aus meiner Sicht verfassungskonform.

Die Leidtragenden eines Studienkredits wären zuerst die Medizinstudenten. Nur stehen sie ohne Studienkredit soviel besser da? In meiner AiP-Zeit habe ich z.B. für einen 24-h Dienst am Wochenende 100 DM bekommen, wie sich das zum aktuellen Mindestlohn verhält, kann sich jeder selbst ausrechnen. Kurz gesagt, das kostenfreie Studium war das Totschlagargument, um die Löhne der Jungärzte zu drücken. Da die Weiterbildung nach dem Studium größtenteils im Krankenhaus stattfindet, führt das kostenlose Medizinstudium dazu, dass die Krankenhauskosten der GKV durch die Bundesländer subventioniert werden. Für den Jungarzt ist dies im besten Fall ein Nullsummenspiel. Das kostenlose Studium bezahlt er durch viele Jahre Lohnverzicht.

Ob der Lohnverzicht als Jungarzt plus die Verbannung in strukturschwache Gegenden durch die Landarztquote zu loyalen und engagierten Landärzten führt, wage ich zu bezweifeln.

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