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Medizin

Frauen und Männer reagieren unterschiedlich auf Diäten

Donnerstag, 9. August 2018

/fotofreaks, stockadobecom

Kopenhagen – Männer haben in einer multinationalen Studie unter einer 8-wöchigen Reduktionsdiät mehr Gewicht verloren als Frauen. Sie bauten auch an anderen Stellen Fett ab und die Reaktion von Herz und Kreislauf war laut einer Publikation in Diabetes, Obesity & Metabolism (2018; doi: 10.1111/dom.13466) anders, während die Auswirkungen auf Insulinresistenz, dem wichtigsten Risikofaktor für den Typ-2-Diabetes, in beiden Geschlechtern gleich waren.

Die PREVIEW-Studie untersucht derzeit, ob Diät und körperliche Bewegung bei Menschen mit erhöhtem Risiko das Auftreten eines Typ-2-Diabetes verhindern können.

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An der Studie nahmen an 9 Zentren in 8 Ländern (keine deutsche Beteiligung) 2.224 Menschen mit Übergewicht oder Adipositas (medianer BMI 34,7) teil, bei denen ein erhöhter Nüchternblutzucker oder eine gestörte Glukosetoleranz einen drohenden Typ-2-Diabetes anzeigten. Die Studie vergleicht 2 verschiedene Diäten (hoher Proteinanteil versus niedriger Proteinanteil) und 2 Sportprogramme (hohe versus niedrige Intensität).

Die Studie, die über 3 Jahre laufen soll, begann in allen 4 Gruppen mit einer Reduk­tionsdiät, in der die Probanden täglich nur 810 kcal zu sich nahmen. Dies führte zu der erwarteten Gewichtsabnahme, die jedoch bei den Männern stärker ausfiel. Wie Pia Christensen von der Universität Kopenhagen und Mitarbeiter berichten, nahmen die Männer in den ersten 8 Wochen 11,8 kg ab gegenüber nur 10,2 kg bei den Frauen (ein Unterschied von immerhin 16 %).

Die Männer verloren 2,2 kg mehr Fett und 1,3 kg weniger fettfreie Masse als die Frauen. Bei den Männern kam es zu einer größeren Reduktion der Insulinproduktion („C-Peptid“) und einer stärkeren Abnahme der Herzfrequenz. Auch der Z-Score des Metabolischen Syndroms (der die Risikofaktoren Hüftumfang, Blutdruck, Triglyzeride und Cholesterin bewertet) verbesserte sich.

Bei den Frauen kam es zu einem deutlicheren Rückgang von Hüftumfang und Puls­druck, was positiv zu bewerten ist. Gleichzeitig kam aber zu einem stärkeren Abfall des HDL-Cholesterins und der Knochenmasse, was zusammen mit der Abnahme der fettfreier Masse ein ungünstiges Zeichen ist.

Worauf die Unterschiede beruhen, ist unklar. Dass sie die Diabetesprävention bei den Frauen gefährden, ist jedoch nicht zu befürchten: Im HOMA-IR, einem Maßstab für die Insulinwirkung, gab es keine signifikanten Unterschiede.

In beiden Geschlechtern kam es zu einer deutlichen Verbesserung des Blutzuckers, sodass ein Drittel bereits nach 8 Wochen von dem Prädiabetes kuriert war. Ob dies die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes auch langfristig verhindert, wird sich demnächst zeigen. Die Studie soll Ende des Jahres abgeschlossen sein. © rme/aerzteblatt.de

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