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Ärzteschaft

Pathologen sorgen sich um Profil des Faches

Dienstag, 11. September 2018

/dpa

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Pathologie (DGP) setzt sich dafür ein, das Profil des Faches Pathologie auch bei der Reform des Studienganges Medizin infolge des Masterplans 2020 zu erhalten. Laut Fachgesellschaft ist die kritische Auseinandersetzung mit anatomisch-pathologischen Veränderungen und den klinischen, bildgebenden und laborchemischen Untersuchungsbefunden eine elementare Aufgabe der Pathologie in der medizinischen Lehre.

„Damit werden die Studierenden an die Einordnung von Befunden für die Entscheidungsfindung in Diagnostik und Therapie herangeführt. Nur so kann trainiert werden, welche diagnostischen Verfahren in welcher Reihenfolge zur korrekten Diagnose führen und eine zielgerichtete Therapie ermöglichen“, sagte Christoph Brochhausen-Delius, stellvertretender Direktor und Leitender Oberarzt am Institut für Pathologie der Universität Regenburg.

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Der Masterplan 2020 wurde Ende März 2017 verabschiedet. Eine Expertenkommission klärt nun die Umsetzung. Der Plan sieht Veränderungen bei der Studienstruktur und den Ausbildungsinhalten vor. Zukünftig sollen Studierende unter anderem frühzeitiger lernen, sich am Patienten und dessen Bedürfnissen zu orientieren. Das Studium und auch die Zulassung sollen stärker auf die verschiedenen Rollen des ärztlichen Alltags ausgerichtet und entsprechende soziale und kommunikative Fähigkeiten gefördert werden.

Eine Gefahr sieht die DGP bei der Neuausrichtung des Studiums darin, dass die fachspezifischen Inhalte mehr und mehr mit Blick auf das übergreifende System von Kompetenzen aufgelöst werden. „Letztendlich weiß dann kein Student mehr, für welches Fach er oder sie sich beruflich entscheiden soll. Was bleibt, wäre dann nur eine große Orientierungslosigkeit. Schon allein deshalb müssen die Konturen der einzelnen Disziplinen erhalten bleiben“, betonte Phillipp Ströbel, Direktor des Instituts für Pathologie der Universität Göttingen.

Die Fachgesellschaft sieht den Masterplan grundsätzlich als Chance für Optimierungen, betont aber die Bedeutung der Pathologie als Brückenfach zwischen den vorklinisch-theoretischen Fächern und den klinischen Fächern: „Die Pathologie hat mit ihrer Betonung auf Nomenklaturen und Systematiken eine wichtige propädeutische Funktion, die sich im Curriculum abbilden sollte“, betonen Ströbel und Brochhausen-Delius.

© hil/aerzteblatt.de

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