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Ärzteschaft

Hessen will neue Weiterbildungs­ordnung zügig umsetzen

Mittwoch, 26. September 2018

/shefkate, stockadobecom

Frankfurt am Main – Die Lan­des­ärz­te­kam­mer Hessen will die im Mai vom Deutschen Ärztetag beschlossene Novellierung der (Muster-)Weiter­bildungs­ordnung (MWBO) zügig umsetzen. Das kündigte der neue Präsident der Lan­des­ärz­te­kam­mer, Edgar Pinkowski, am Dienstag vor Journalisten in Frankfurt an. Wann sich die Delegierten­versammlung mit dem Thema beschäftigen kann, ist aber noch unklar.

Weiterbilder noch mehr gefordert

Der Anästhesist aus Polheim bei Gießen begrüßte den mit der MWBO-Novellierung vollzogenen Paradigmen­wechsel: „Es geht in der Facharztweiterbildung in Zukunft nicht mehr um die bloße Abarbeitung  von Kataloganforderungen, sondern um Kompetenzen, Fähigkeiten und Fertigkeiten.“  Hier würden Weiterbilder künftig noch mehr als bisher gefordert.

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Auch wenn die Qualität der Weiterbildung „bisher schon nicht schlecht“ war, erhoffe sich die Ärzteschaft davon eine weitere Qualitätszunahme. Im Zuge der anstehenden Umsetzung will sich die Kammer unter anderem die Umfänge der  bisherigen  Weiter­bildungsbefugnisse ansehen und gegebenenfalls anpassen. Hoffnungen, wonach eine neue Weiter­bildungs­ordnung insgesamt zu einer Verkürzung der Facharztausbildung führen kann, um Fachärzte schneller in die klinische oder ambulante Versorgung zu bekommen, dämpft Pinkowski hingegen. Gegenwärtig könne er sich allenfalls vorstellen, dass Ärzte, die ihre Weiterbildung in Teilzeit absolvierten, zeitlich profitieren.

Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Die im August wiedergewählte Vizepräsidentin der Lan­des­ärz­te­kam­mer Hessen, Monika Buchalik will sich auch in ihrer neuen Amtszeit für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie stark machen. Hier habe man in der Vergangenheit in Hessen schon eine Menge erreicht, etwa mit der Zentralisierung des Ärztlichen Bereitschafts­dienstes durch die Kassenärztliche Vereinigung.  Die Ärzte würden dadurch außerhalb ihrer Praxisarbeitszeiten stärker als bisher entlastet. Die Kammer will sich nun verstärkt dafür einsetzen, dass alle Kliniken in Hessen verbindliche Angebote für die Kinderbetreuung ihrer ärztlichen und pflegerischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schaffen.

Buchalik kündigte auch an, sich angesichts der zunehmenden Gewaltdrohungen gegen Ärzte und medizinisches Personal in Kliniken und Arztpraxen für Deeskalationskurse stark zu machen. Die Allgemeinmedizinerin aus Maintal bei Hanau sagte, „dass Gewalt und Respektlosigkeit auch in der medizinischen Versorgung zugenommen haben.“ Ärzte und medizinisches Fachpersonal müssten in die Lage versetzt werden, sich stärker vor zunehmenden Gewaltübergriffen zu schützen.

Hier sei auch der Gesetzgeber gefordert, der vor diesem Hintergrund bereits Polizisten, Rettungssanitäter und Feuerwehrleute unter zusätzlichen gesetzlichen Schutz gestellt habe. Gesetzesänderungen und die Verschärfung von Sanktionen allein würden zwar nicht zu einer Verminderung des Gewaltpotenzials führen, vielleicht aber zu einer breiteren gesellschaftlichen Bewusstseinsbildung über dieses Thema beitragen.

Medizinische Versorgung ist Daseinsvorsorge

Am Rande der Pressekonferenz nahm Ärztekammerpräsident Pinkowski zu der kürzlich bekannt gewordenen Insolvenz des Strahlentherapiezentrums an der Universitätsklinik Marburg Stellung. „Der Staat hat es sich (...) zu einfach gemacht, indem er die Universitätsmedizin für einen symbolischen Betrag verkaufte und glaubte, sein finanzielles Risiko mit Zusagen durch die private Betreibergesellschaft abgeben zu können.“

Er, Pinkowski, wolle sich aber nicht auf das Feld der Politik begeben und deswegen auch nicht beurteilen, ob eine Rücknahme der Privatisierung der Universitätsmedizin besser sei. Gleichwohl sei medizinische Versorgung eine Daseinsvorsorge. Es sei ethisch nicht verwerflich, dass Menschen damit ihren Lebensunterhalt verdienten. „Wenn jedoch eine private Aktiengesellschaft aus dieser Arbeit noch zusätzliche Gewinne für die Anteilseigner erzielen will, dann ist auch klar, dass dieses Geld irgendwo herkommen muss.“ © litt/aerzteblatt.de

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