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Politik

Landarztquote und mehr Studienplätze in Rheinland-Pfalz

Freitag, 28. September 2018

/Thomas Reimer, stock.adobe.com

Mainz – Eine sogenannte Landarztinitiative haben die rheinland-pfälzische Ge­sund­heits­mi­nis­terin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) und der Wissenschafts­minister des Landes, Konrad Wolf (SPD), vorgestellt. „Es bedarf großer gemeinsamer Anstrengungen auf allen Ebenen, junge Menschen von den vielen positiven Seiten des Hausarztberufs zu überzeugen und Ärzte möglichst auch für eine Tätigkeit im ländlichen Raum zu gewinnen“, sagte Bätzing-Lichtenthäler in Mainz.

Gesetz zur Landarztquote noch in diesem Jahr

Das Maßnahmenbündel sieht unter anderem eine Landarztquote und eine Erhöhung der Medizinstudienplätze um 13 Prozent bis zum Ende der Legislaturperiode vor. Bätzing-Lichtenthäler kündigte an, dem Kabinett noch in diesem Jahr einen Gesetzentwurf vorzulegen, der die Einführung einer Landarztquote noch in dieser Legislaturperiode vorsieht. „Damit werden wir bis zu zehn Prozent der Medizin­studienplätze in Rheinland-Pfalz an Bewerber vergeben können, die sich verpflichten, nach ihrer Facharztausbildung für bis zu zehn Jahre in einer unterversorgten Region als Hausarzt zu arbeiten“, so die Ge­sund­heits­mi­nis­terin.

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Die Landarztquote ermöglicht auch Bewerbern ohne Spitzenabitur den Zugang zu einem Medizinstudienplatz, wenn sie sich für eine spätere Tätigkeit als Landarzt verpflichten. Dazu soll in einem Auswahlverfahren neben der Abiturnote auch die persönliche und fachliche Eignung zur Ausübung des ärztlichen Berufs beurteilt werden. „Auch jemand mit gutem oder durchschnittlichem Abitur kann ein guter Arzt sein“, sagte Bätzing-Lichtenthäler.

13 Prozent mehr Medizinstudienplätze bis Ende der Legislatur

Wolf kündigte an, die Zahl der Medizinstudienplätze an der Universitätsmedizin in Mainz um circa weitere 20 Studienplätze pro Jahr im vorklinischen Bereich zu erhöhen: „Bereits in den letzten Jahren haben wir die Zahl der Studienplätze deutlich erhöhen können. Hier möchten wir nochmals nachlegen und die Ausbildungskapazitäten bis zum Ende der Legislaturperiode um 13 Prozent im Vergleich zum Studienjahr 2016 vergrößern. Gleichzeitig sollen Studierende unter dem Stichwort ‚Regionalisierung’ Teile des klinischen Ausbildungsabschnittes auch in Lehrkrankenhäusern in Trier absolvieren können.“

FDP und Grüne im Landtag hatten sich zunächst skeptisch geäußert. Die FDP-Fraktion erklärte am Freitag jedoch, mit den Plänen werde dem Ärztemangel auf dem Land offensiv begegnet. Nach Ansicht der CDU-Opposition fällt der Ausbau der Studienplätze zu klein aus.

Sie warnt davor, dass die Landarztquote auf Kosten der bisherigen Studienplätze geht. Die oppositionelle AfD wertete die Erhöhung der Plätze positiv, für die Quote will sie zunächst erst Experten hören.

Der Barmer Krankenkasse Rheinland-Pfalz reichen die Pläne der Regierung nicht. Sie fordert auf dem Land zum Beispiel eine leichtere Umwandlung der Praxiszulassung ins Angestelltenverhältnis.

Anfang Juni hatte bereits das Kabinett in Nordrhein-Westfalen (NRW) einen Gesetz­entwurf des dortigen Ge­sund­heits­mi­nis­ters Karl-Josef Laumann (CDU) zur Landarztquote im Medizinstudium verabschiedet. Dem Ministerium zufolge sollen dort über eine Vorabquote voraussichtlich 7,6 Prozent der Medizinstudienplätze an Bewerber vergeben werden, die sich verpflichten, nach ihrer Facharztausbildung für zehn Jahre in einer unterversorgten Region als Hausarzt zu arbeiten. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #79783
Practicus
am Freitag, 28. September 2018, 22:54

Die Ärzte fehlen HEUTE

wenn sich die Quoten-Studenten nach 12 Jahren Studium und Weiterbildung niederlassen können, ist es doch längst zu spät!
Führt lieber den "praktschen Arzt" der frühen Jahre wieder ein! Der Facharztanspruch der Allgemeinmedizin ist zwar gut und schön, aber das Fach ist einfach zu unattraktiv für die meist weiblichen Nachwuchsärzte, um nennenswert hausärztlichen Nachwuchs zu generieren.
Früher hat es doch auch funktioniert - ohne Facharzttitel, aber mit Engagement aus dem elenden hierarchischen Chefarztsystem zu entrinnen und die Patienten totzdem angemessen zu versorgen. Oder sollen das in 10 Jahren EVA und VERAH mitTablet und Artificial Intelligence als Backup erledigen? Das funktioniert heute schon recht gut und kann in 10 Jahren mit Facharztstandard mithalten!
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