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Gründung der medizinischen Fakultät in Ostwestfalen-Lippe geht voran

Dienstag, 9. Oktober 2018

/Norma Langohr, Pressestelle Universität Bielefeld

Bielefeld – „Gute Fortschritte“ beim Aufbau einer medizinischen Fakultät in Ost­westfalen-Lippe in Bielefeld sieht die Landesregierung Nordrhein-Westfalen (NRW). Sie hatte die Gründung der Fakultät im Sommer 2017 beschlossen und die Universität Bielefeld gebeten, im engen Austausch mit den Ministerien für Kultur und Wissenschaft sowie Arbeit, Gesundheit und Soziales ein entsprechendes Konzept zu erarbeiten. „Die Errichtung der Medizinischen Fakultät nimmt bereits deutliche Formen an“, teilte die Landesregierung jetzt mit. 

Die Universität hat den Planungsstand für die medizinische Fakultät am 24. September 2018 beim Wissenschaftsrat eingereicht. Dieser wird das Konzept begutachten und anschließend seine Empfehlungen abgeben. Zudem befindet sich die Fakultät seit Anfang Oktober 2018 offiziell in Gründung und hat mit der Gründungsdekanin Claudia Hornberg und weiteren wissenschaftlich Beschäftigten bereits das erste zugeordnete Personal. 

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Dem Ärztemangel gegensteuern

„Wir haben in der Vergangenheit in NRW schlichtweg viel zu wenige Mediziner ausgebildet. Für Hausärzte gilt das in besonderem Maße“, sagte Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Bundeslandes (CDU). Die Gründung der Medizinischen Fakultät Ostwestfalen-Lippe in Bielefeld soll hier gegensteuern.

„Wir werden dadurch mehr Ärzte und – dank des Schwerpunkts in der Allgemein­medizin – auch mehr Hausärzte ausbilden. Und wir werden sie in einer Region ausbilden, die im besonderen Maße von Unterversorgung bedroht ist. Der ‚Klebeeffekt‘ führt am Ende womöglich dazu, dass sich viele der neuen Mediziner hier in der Region niederlassen“, sagte Laumann.

„Den politischen Auftrag bezüglich Allgemeinmedizin nehmen wir sehr ernst, er findet sich in allen Facetten unserer Planung wieder. Dankbar bin ich dem Medizinischen Beirat für die enge Begleitung. Wir standen in den vergangenen Monaten in Austausch mit Krankenhäusern, Ärztenetzwerken, der Ärztekammer, der Kassenärztlichen Vereinigung und der Politik in der Region“, sagte Gerhard Sagerer, Rektor der Universität Bielefeld.

Der Studienbetrieb an der neuen Fakultät soll im Wintersemester 2021/2022 starten. Im Endausbau ab 2025 sollen hier bis zu 300 Studierende pro Jahr ihr Studium beginnen. © hil/aerzteblatt.de

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fjmvw
am Dienstag, 9. Oktober 2018, 17:30

Viel zu spät! Frühestens in 2033 kommen die ersten Ärzte

in der Versorgung an. Wenn man Ge­sund­heits­mi­nis­ter Lauman zuhört, ist NRW schon heute nicht ansatzweise dazu in der Lage, ausreichend ärztlichen Nachwuchs zu finden. Bei der Lage Maßnahmen zu ergreifen, die sich frühestens in 15 Jahren auswirken, steht für:

Liebe Wählerinnen und liebe Wähler,
wir haben heute schon einen deutlichen Ärztemangel. Der wird sich die nächsten 15 Jahre weiter drastisch verschärfen, weil wir partout nicht an die Ursachen des Problems herangehen wollen. So wird jede zweite Hausarztpraxis ihre Türen schließen müssen, weil es nicht genügend Ärzte gibt, die bei den derzeitigen Verdienstmöglichkeiten diesen anspruchsvollen Job machen wollen.

Es werden sogar noch mehr Praxen schließen und die Wege zur nächsten Hausarztpraxis, die heißen dann beispielsweise „Hausärztliches Gesundheitszentrum“ und werden von den Kassen betrieben, werden viel länger werden. Und in diesen Praxen werdet ihr beim nächsten Besuch nicht auf den Hausarzt treffen, der euch beim letzten Mal behandelt hat. Ihr werdet von ständig wechselnden Ärzte in diesen Zentren behandelt werden. Einen Hausarzt, der euch und eure Familie kennt, werdet ihr vergebens suchen.

Da wir als Politprofis davon ausgehen müssen, dass ihr uns bei den nächsten Wahlen für die Wahrheit über die hausärztliche Versorgung abstrafen werdet, werden wir diese Wahrheit eben nicht laut und deutlich sagen. Ganz im Gegenteil, wir werden immer neue Nebelkerzen zünden, um euch von der Wahrheit abzulenken. Die aktuelle Nebelkerze ist die Ankündigung einer medizinischen Fakultät in Ostwestfalen.

LNS

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