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Medizin

Mastektomie schützt nicht immer vor Brustkrebs

Mittwoch, 10. Oktober 2018

/dpa

New York – Immer häufiger entscheiden sich Frauen, deren Mammakarzinom durch eine brusterhaltende Operation behandelt werden kann, für eine Mastektomie, weil sie eine spätere Krebserkrankung ausschließen wollen. Eine retrospektive Studie in den Annals of Surgical Oncology (2018; doi: 10.1245/s10434-018-6735-8) zeigt jedoch, dass diese Sicherheit trügerisch ist.

Eine Mastektomie beseitigt zwar, wenn sie fachgerecht durchgeführt wird, die gesamte Brustdrüse, sodass von ihr kein erneutes Krebswachstum ausgehen kann. Dies schließt allerdings nicht aus, dass sich bereits in der Umgebung des Karzinoms Tumornester gebildet haben, die später ein Rezidiv auslösen. Die Patientinnen müssen deshalb nach der Operation an einer Nachsorge teilnehmen. Dass es dabei keineswegs selten zu Befunden kommt, zeigt eine Studie von Soojin Ahn von der Icahn School of Medicine in New York, die die Daten von 385 Brustkrebspatientinnen ausgewertet hat. Von diesen hatten sich 185 für eine unilaterale und 200 für eine bilaterale Mastektomie entschieden. Letztere ist bei einem genetischen Risiko, etwa durch Mutationen in den BRACA1/2-Genen, eine Option.

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Während einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 30 Monaten (Bandbreite 3 bis 75 Monate), unterzogen sich 19 der 185 Patientinnen (10 %) nach einseitiger Mastektomie einer Ultraschalluntersuchung, weil ein Verdacht auf ein Rezidiv aufgetreten war (etwa wegen eines Knotens). Bei elf dieser Patientinnen wurde eine Biopsie durchgeführt, die bei insgesamt 2 Patientinnen (1 %) ein erneutes Brustkrebswachstum anzeigte.

Von den 200 Patientinnen, die eine beidseitige Mastektomie durchführen ließen, wurde bei 31 (15,5 %) später eine Suche nach Lokalrezidiven (29 Ultraschalluntersuchungen und 2 Magnetresonanztomografien) durchgeführt. In 3 Viertel der Fälle wurde die Untersuchung auf der Seite durchgeführt, auf der der Primärtumor entfernt worden war. Bei 16 Patientinnen folgte eine Biopsie, davon 11 auf der Seite des Primärtumors. Bei 3 Patientinnen (1,5 % der Gesamtgruppe) wurde ein Malignom entdeckt. 

Alle Rezidive befanden sich auf der Seite des Primärtumors, der offensichtlich bereits vor der Operation lokal über die Grenzen der Brustdrüse hinaus gestreut hatte. Bei allen 5 Biopsien auf der gegenüberliegenden Brust bestätigte sich der Verdacht nicht. Theoretisch könnte es allerdings auch hier zu einer Streuung eines klinisch nicht erkannten Zweitkarzinoms gekommen sein, sodass bei Frauen mit Brustkrebs, die sich für die Entfernung beider Brustdrüsen entscheiden, immer auch die vermeintlich gesunde Seite in die Nachbeobachtung einbezogen werden muss. © rme/aerzteblatt.de

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Ferdinand Wolfbeißer
am Mittwoch, 10. Oktober 2018, 20:11

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