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Ärzteschaft

Übernahme einer Hausarztpraxis ist teurer geworden

Donnerstag, 8. November 2018

/dpa

Düsseldorf – Die Kaufpreise bei der Übernahme einer hausärztlichen Einzelpraxis sind seit dem Jahr 2015 um rund ein Fünftel auf durchschnittlich 94.000 Euro gestiegen. Das zeigt eine neue Analyse ärztlicher Existenzgründungen der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (Apobank) sowie des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung (Zi). Sie basiert auf einer Stichprobe von rund 800 hausärztlichen Existenzgründungen, welche die Apobank 2016 und 2017 finanziert hat.

Danach ist die Übernahme einer Einzelpraxis mit 52 Prozent immer noch die häufigste Form der Niederlassung als Hausarzt. Zusätzlich zum Kaufpreis investierten die ärztlichen Existenzgründer im vergangenen Jahr rund 143.000 Euro dabei – zum Kaufpreis kamen die Kosten für medizinisch-technische Geräte, Einrichtung, IT sowie Modernisierungs- und Umbaumaßnahmen hinzu. 

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Die Kosten für die Übernahme hängen allerdings stark mit der Region zusammen: Hausärzte im Westen Deutschlands zahlten mit fast 105.000 Euro im Schnitt die höchsten Übernahmepreise. In den östlichen Bundesländern lagen die Durchschnitts­werte mit knapp 81.000 Euro am niedrigsten. Ein Preisgefälle wird in der Analyse auch zwischen Stadt und Land erkennbar: Je mehr Einwohner am Standort wohnen, desto höher war der Kaufpreis. Die Preisspanne reichte von durchschnittlich rund 74.000 Euro in den ländlichen Regionen bis 108.000 Euro in der Großstadt.

Laut Apobank und Zi ist die Niederlassung in einer Einzelpraxis durch Übernahme einer bereits bestehenden Praxis die teuerste Variante, um sich als Arzt selbständig zu machen. Die im Schnitt günstigste Niederlassungsvariante war die Überführung einer Einzelpraxis in eine Berufsausübungsgemeinschaft (BAG), damit waren 2017 durchschnittliche Gesamtinvestitionen in Höhe von 97.000 Euro verbunden.

Elf Prozent der Hausärzte ließen sich laut der Studie 2017 auf dem Land nieder. Dieser Wert entspricht dem Anteil der dort lebenden Bevölkerung. In Klein- und Mittelstädten haben sich im Vergleich zu den Einwohnerzahlen anteilig weniger Hausärzte nieder­gelassen. In Großstädten, wo 31 Prozent der Bevölkerung leben, haben 38 Prozent der Praxisgründungen stattgefunden.

Laut der Studie liegt bei Ärzten in der jüngsten Altersgruppe bis 35 Jahre der Anteil derjenigen, die sich in ländlichen Gebieten niedergelassen haben, seit Jahren deutlich höher als in den Altersgruppen darüber. Gleichzeitig lassen sich die jungen Hausärzte im Vergleich zu ihren älteren Kollegen seltener in der Großstadt nieder.

„Offenbar hängt das Landarztproblem nicht vorwiegend damit zusammen, dass die junge Generation das Landleben grundsätzlich scheuen würde“, sagte Daniel Zehnich, Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und -politik der Apobank. Entwarnungen für den ländlichen Bereich kann er dennoch nicht geben: „Auf den ersten Blick sehen die Zahlen für ländliche Regionen zwar gut aus, doch nach wie vor finden längst nicht alle Praxisabgeber dort einen Nachfolger, und die Engpässe in der ambulanten Versorgung bleiben bestehen“, sagte er. „Insgesamt gilt, ganz gleich ob Groß-, Mittel-, Kleinstadt oder Land, die Anzahl hausärztlicher Praxisabgeber übersteigt die der Existenzgründer“, betonte der Apobank-Experte. © hil/aerzteblatt.de

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