szmtag Lungenembolie – Szintigraphie nicht vergessen!
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In einer aktuellen Übersichtsarbeit (1) wird von den Autoren ein diagnostischer Algorithmus bei klinischem Verdacht auf Lungenarterien-Embolie empfohlen. Die Lungenventilations- und Perfusionsszintigraphie wird nur in einem Nebensatz erwähnt. Diese sei von der Multislice-CT als Goldstandard abgelöst worden. Verwiesen wird insbesondere auf eine Leitlinie der europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) aus dem Jahr 2008 (2). In der zitierten europäischen Leitlinie wird der Stellenwert der Szintigraphie jedoch wesentlich differenzierter dargestellt. In dieser Leitlinie wird insbesondere der hohe negativ prädiktive Wert einer unauffälligen Perfusionsszintigraphie hervorgehoben. So hat eine prospektive multizentrische Studie, die gerne als Rechtfertigung für den Einsatz der Spiral-CT zitiert wird, auch die Sicherheit diagnostischer Algorithmen unter Verwendung der Szintigraphie erneut belegt (3).

Wir bitten auch die möglichen Kontraindikation und Nebenwirkungen der für die CT erforderlichen Röntgenkontrastmittel mehr zu beachten (Niereninsuffizienz, Hyperthyreose, Kontrastmittelallergie). Diese können durchaus lebensbedrohlich sein. Hier stellt die Szintigraphie eine wertvolle Alternative dar, die aufgrund der gewählten Darstellung in Vergessenheit zu geraten droht.

Die Erwähnung technischer Fortschritte der nuklearmedizinischen Bildgebung mit dreidimensionaler Darstellung von Perfusion und Ventilation, auch in der SPECT/CT-Technik, sprengt möglicherweise den Rahmen der Übersichtsarbeit. Diese tragen aber zu der Sicherheit des Verfahrens bei.

Die effektive Dosis spielt in der Notfallsituation meist keine Rolle. Hier unterscheiden sich CT und Szintigraphie auch nicht wesentlich. Es sollte aber auch an die Teilkörperdosis gedacht werden, so die Brustdosis bei jungen Frauen und die Uterusdosis bei schwangeren Frauen im dritten Trimenon.

Auch wenn das Ziel der Übersichtsarbeit eine möglichst einfache Darstellung diagnostischer Abläufe ist, hoffen wir hiermit den Beitrag sinnvoll zu ergänzen.

DOI: 10.3238/arztebl.2011.0142a

Univ.-Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Otmar Schober

Univ.-Prof. Dr. med. Hermann-Josef Pavenstädt

Prof. Dr. med. Matthias Weckesser

Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin

Universitätsklinikum Münster

Albert-Schweitzer-Straße 33, 48149 Münster

E-Mail: weckesm@uni-muenster.de

1.
Schellhaaß A, Walther A, Konstantinides St, Böttiger BW: The diagnosis and treatment of acute pulmonary embolism. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(34–35): 589–95. VOLLTEXT
2.
Torbicki A, Perrier A, Konstantinides S: Task Force for the Diagnosis and Management of Acute Pulmonary Embolism of the European Society of Cardiology. Guidelines on the diagnosis and management of acute pulmonary embolism: the Task Force for the Diagnosis and Management of Acute Pulmonary Embolism of the European Society of Cardiology (ESC). Eur Heart J 2008; 29: 2276–315. MEDLINE
3.
Anderson DR, Kahn SR, Rodger MA, et al.: Computed tomographic pulmonary angiography vs ventilation-perfusion lung scanning in patients with suspected pulmonary embolism: a randomized controlled trial. JAMA 2007; 298: 2743–53. MEDLINE
1.Schellhaaß A, Walther A, Konstantinides St, Böttiger BW: The diagnosis and treatment of acute pulmonary embolism. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(34–35): 589–95. VOLLTEXT
2.Torbicki A, Perrier A, Konstantinides S: Task Force for the Diagnosis and Management of Acute Pulmonary Embolism of the European Society of Cardiology. Guidelines on the diagnosis and management of acute pulmonary embolism: the Task Force for the Diagnosis and Management of Acute Pulmonary Embolism of the European Society of Cardiology (ESC). Eur Heart J 2008; 29: 2276–315. MEDLINE
3.Anderson DR, Kahn SR, Rodger MA, et al.: Computed tomographic pulmonary angiography vs ventilation-perfusion lung scanning in patients with suspected pulmonary embolism: a randomized controlled trial. JAMA 2007; 298: 2743–53. MEDLINE

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