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Medizin

“Don't worry, be happy!” vermeidet Herz-Erkrankungen

Donnerstag, 18. Februar 2010

New York City – Zufriedene Menschen werden seltener herzkrank. So könnte man die Ergebnisse einer prospektiven Beobachtungsstudie im European Heart Journal (doi:10.1093/eurheartj/ehp603) zusammenfassen. Sie lässt – in umgekehrter Form – das alte Konzept der Typ-A-Persönlichkeit wieder aufleben.

In den 50er-Jahren hatten die US-amerikanischen Kardiologen Meyer Friedman und R. H. Rosenman die gehetzte Typ A-Persönlichkeit des leistungsorientierten Einzelkämpfers, der ständig unter Zeitdruck steht, zu Aggressivität und Feindseligkeit neigt, sich selbst überfordert mit einem frühzeitigen Herzinfarkt, dem “Manager-Tod”, in Verbindung gebracht.

Ihr Buch “Type A Behavior and Your Heart” war in den 70er ein Bestseller. Ein später von Rosenmann entworfener Fragebogen war - erweitert um Aspekte zu Wutausbrüchen und Stressreaktionen – die Grundlage für Interviews, die 29 Krankenschwestern 1995 mit 1739 Erwachsenen in der ostkanadischen Provinz Nova Scotia führten. Nur lautete das Ergebnis jetzt nicht Typ A- oder Typ B-Persönlichkeit.

Vielmehr wurde der “Level” positiver Affekte in einer 5-Punkte-Skala bewertet. Diese positiven Affekte werden in der Pressemitteilung mit Freude am Leben, Glücksgefühlen und Begeisterungsfähigkeit umschrieben sowie als die Gabe, negative Emotionen zu vermeiden.

Heraus kam, dass jeder Schritt auf dieser 5-Punkte-Skala der positiven Affekte (hin zu dem, was Friedman und Rosenman als ausgewogene Typ-B-Persönlichkeit beschrieben hatten) mit einem um 22 Prozent verminderten Risiko assoziiert war, in den folgenden zehn Jahren ein koronares Ereignis zu erleiden.

Dies ergab ein Abgleich der Interview-Ergebnisse mit Kranken- und Sterberegistern in Nova Scoti, den Karina Davidson vom Center for Behavioral Cardiovascular Health an der Columbia Universität in New York City durchgeführt hat.

Das Problem, was seinerzeit auch die Kritik am Konzept der Typ-A-Persönlichkeit bestimmte, besteht darin, dass Personen mit positiven Affekten (also die frühere Typ-B-Persönlichkeit) häufiger einen durch kardiale Risikofaktoren belasteten Lebensstil meiden.

Sie rauchen seltener, haben niedrige Blutdruck- und Cholesterinwerte und leiden seltener an einem Diabetes. Diese Faktoren hat die Forscherin in mehreren Modellrechnungen bereits berücksichtigt.

Doch ob der “Rest” allein der positive Ausfluss der Persönlichkeit ist, kann durch eine Beobachtungsstudie nicht zweifelsfrei belegt werden. Notwendig wäre eine randomisierte klinische Studie, in der ein Teil der Probanden sich zu einem positiven Lebensstil entschließt oder wie der Autorin wohl vorschwebt, eine Psychotherapie zur Linderung depressiver Beschwerden erhält. Ob es zu einer derartigen Studie kommt, bleibt abzuwarten. © rme/aerzteblatt.de

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