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Medizin

Depressionen als Risikofaktor für Morbus Alzheimer

Dienstag, 8. April 2008

Chicago und Rotterdam – Menschen mit Depressionen haben nach den Ergebnissen aus zwei prospektiven Beobachtungsstudien ein erhöhtes Risiko, an einer Alzheimer-Demenz zu erkranken. Beide Studien schließen aus, dass die Depression ein Frühsymptom der Erkrankung ist.

Das Alzheimer’s Disease Center an der Rush Universität in Chicago betreut seit 1994 eine Gruppe katholischer Geistlicher im Ruhestand. Von den 917 Nonnen, Priestern und Mönchen sind inzwischen 190 an einer Alzheimer-Demenz erkrankt, wie Robert Wilson in den Archives of General Psychiatry (2008; 65: 439-445) berichtet. Auffällig viele Demenzpatienten hatten zu Beginn der Studie mehrere Demenzsymptome. Dies ließe sich leicht dadurch erklären, dass die Depressionen ein Frühsymptom der Erkrankung sind. Doch dann hätte die depressive Verstimmung der Patienten zunehmen müssen. Doch dies war nicht der Fall. Zwischen Patienten mit und ohne Depressionen bestanden hier keine Unterschiede.

Manche Hirnforscher bringen Depression mit strukturellen Hirnveränderungen in Verbindung, zu denen eine Verkleinerung des Hippokampus und der Corpora amygdalae gehören sollen. Dies soll zu einer Verringerung der „neuronalen Reserve” führen, die dann die Entwicklung einer Demenz begünstigen soll. Eine solche Assoziation können Monique Breteler von der Erasmus Universität und Mitarbeiter in ihrer Untersuchung in Neurology (2008; 70: 1258-1264) nicht erkennen. Die Rotterdam Scan Study begleitet 503 Personen im Alter von 60 bis 90 Jahren. In den kernspintomografischen Untersuchungen fanden sich keine Unterschiede zwischen Patienten mit oder ohne Depression.

Doch auch in der niederländischen Studie fiel auf, dass Patienten, die zu Beginn der Studie an Depressionen litten, später häufiger eine Demenz entwickelten. Das Risiko war um den Faktor 2,5 erhöht (Hazard Ratio 2,34; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,82-6,69). Wenn die Depression vor dem 60. Lebensjahr auftrat, war das Risiko sogar fast vervierfacht (Hazard Ratio 3,76; 1.41-10,06).

Beide Studien lassen offen, welche Beziehung zwischen der Depression, deren biologische Ursache nicht bekannt ist, und dem Morbus Alzheimer, einer eindeutig hirnorganischen Erkrankung, besteht. Möglich ist, dass es einen dritten Faktor gibt, der beides, Depressionen und Demenz, begünstigt, ohne dass zwischen beiden eine kausale Beziehung bestehen muss. © rme/aerzteblatt.de

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