SucheTrefferlisteFunktionelle Nachbehandlung versus Orthese nach operativ versorgter distaler Radiusfraktur
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Hintergrund: Nach operativ versorgter distaler Radiusfraktur (DRF) bei älteren Patienten erfolgt die Nachbehandlung häufig mit additiver Orthese. Es ist unklar, inwiefern eine frühfunktionelle Nachbehandlung auch bei diesen Patienten überlegen ist. Mit dieser prospektiven randomisierten kontrollierten Studie soll die Frage beantwortet werden, ob die freie Nachbehandlung zu besseren Ergebnissen führt.

Methodik: Es wurden 50 Patienten > 70 Jahre mit DRF eingeschlossen. Gruppe A (Orthese) erhielt eine postoperative Immobilisation, Gruppe B wurde frei-funktionell nachbehandelt. Klinische Verlaufskontrollen erfolgten nach 2, 6 und 12 Wochen sowie nach 6 und 12 Monaten. Röntgenaufnahmen wurden prä- und postoperativ sowie nach 6 Wochen und 6 Monaten durchgeführt. Primärer Outcomeparameter war der modifizierte Mayo Wrist Score (MMWS) nach 6 Wochen.

Ergebnisse: In der Gruppe B zeigten sich nach 6 Wochen statistisch signifikant bessere Funktionsergebnisse (MMWS; 65/100 vs. 55/100 [q25 : 55/40 – q75 : 70/70; p = 0,025]). Im weiteren Verlauf konnte kein Unterschied mehr nachgewiesen werden. Das geschätzte Regressionsmodell zeigte einen statistisch signifikanten Effekt der Behandlungsmethode (p = 0,023). Handkraft und radiologische Ergebnisse zeigten keine Unterschiede.

Diskussion: Die funktionelle Nachbehandlung geht mit einer initial besseren Handgelenksfunktion ohne nachweisbare Nachteile in Hinblick auf sekundäre Dislokationen einher. Der psychologische Nutzen sowie die Protektorfunktion von Handgelenkorthesen bei sturzgefährdeten Patienten sollte jedoch Gegenstand weiterer Untersuchungen sein.

LNSLNS

Die distale Radiusfraktur (DRF) ist die häufigste Fraktur der oberen Extremität und bei älteren Patienten oftmals mit einer zugrundeliegenden Osteoporose assoziiert (1). Unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung unserer alternden Gesellschaft wird von einer Zunahme der DRFs um 38 % bis zum Jahr 2050 ausgegangen (2). Dies unterstreicht die Wichtigkeit dieser Verletzungsentität und Bedeutung einer optimalen Frakturversorgung.

Die operative Therapie wurde – insbesondere bei betagten Patienten – immer wieder kritisch hinterfragt (3). Es konnte jedoch gezeigt werden, dass durch eine operative Therapie mittels winkelstabiler, palmarer Plattenosteosynthese signifikant bessere Repositionsergebnisse und eine bessere Funktion erreicht werden können (4, 5). Insbesondere die verzögerte operative Versorgung auf dem Boden einer sekundären Frakturdislokation nach zunächst eingeleiteter konservativer Therapie weist hierbei schlechtere Ergebnisse auf (6).

Diese gerade bei älteren Patienten aggressivere chirurgische Versorgungstechnik der DRF könnte bei fragilen Patienten Vorteile hinsichtlich der Rückkehr zu den Alltagsaktivitäten und einer frühfunktionellen Bewegung bieten und somit potenzielle immobilitäts-assoziierte Komplikationen reduzieren (7).

Unabhängig von der Diskussion über die Vorteile einer konservativen oder operativen Therapie stellt sich bei operierten Patienten die Frage nach dem Nutzen einer Ruhigstellung nach der Operation.

In einer prospektiv randomisierten Studie konnte bei jüngeren Patienten gezeigt werden, dass sich kürzere Immobilisationszeiten positiv auf das Behandlungsergebnis auswirken können (8). Kürzere Immobilisationen scheinen somit eine geringere Auswirkung auf das Behandlungsergebnis aufzuweisen (9). Eine andere Studie – ebenso bei jüngeren Patienten – konnte nachweisen, dass die freie Nachbehandlung ein sicheres Verfahren darstellt. Ferner konnten verbesserte Ergebnisse bei der freien Nachbehandlung nachgewiesen werden (10).

Vor diesem Hintergrund erscheint die Anordnung einer Ruhigstellung des Handgelenks nach erfolgter operativer Frakturstabilisierung paradox. Trotzdem wird die postoperative Ruhigstellung in der Literatur immer wieder empfohlen und durchgeführt (11, 12). Bei älteren Patienten mit einer operativ versorgten DRF sind den Autoren jedoch keine prospektiven randomisierten Studien hierzu bekannt.

Mit der vorliegenden randomisierten kontrollierten Studie soll überprüft werden, ob der Verzicht auf eine postoperative Nachbehandlung mit einer Handgelenksorthese zu einer Verbesserung des funktionellen und radiologischen Behandlungsergebnisses führt.

Methodik

In der vorliegenden Studie erfolgte eine prospektive randomisierte Untersuchung von Patienten, die aufgrund einer distalen Radiusfraktur (DRF) operativ mit einer konventionellen volaren, winkelstabilen Plattenosteosynthese stabilisiert wurden. Nach durchgeführter Operation erhielten Patienten in Gruppe A für vier Wochen ergänzend eine handelsübliche Handgelenksorthese (Abbildung) in Funktionsstellung (Standardbehandlung), während Patienten in der Interventionsgruppe (Gruppe B) ohne Ruhigstellung früh-funktionell beübt wurden. Diese erfolgte in Eigentrainingsfrequenz mit freier Bewegung und schmerzadaptierter Belastungssteigerung. Eine Physiotherapie wurde allen Patienten für 2–3 Termine/Woche rezeptiert.

Oben: handelsübliche Handgelenksorthese in Funktionsstellung; unten: postoperative Röntgenkontrolle nach Versorgung einer distalen Radiusfraktur rechts mit winkelstabiler Plattenosteosynthese
Abbildung
Oben: handelsübliche Handgelenksorthese in Funktionsstellung; unten: postoperative Röntgenkontrolle nach Versorgung einer distalen Radiusfraktur rechts mit winkelstabiler Plattenosteosynthese

Die Randomisierung erfolgt durch die Softwareapplikation List Randomizer (Randomness and Integrity Services Ltd., Premier Business Centres, Dublin, Ireland; www.random.org). Für weitere Details verweisen wir auf den eMethodenteil. Die Studie wurde unter Berücksichtigung der Good Clinical Practice Richtlinien, durchgeführt, eine Bewilligung durch die Ethikkommission der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München (AZ 17–209) lag vor. Die Studie wurde online in einem internationalen Studienregister erfasst (DRKS-00016418). Durch Änderung des Principal Investigators wurde die Studie retrospektiv registriert.

Unter Berücksichtigung der Ein- und Ausschlusskriterien wurden unfallchirurgische Patienten im Alter von > 70 Jahren zur Teilnahme an der Studie erfasst, die sich im Zeitfenster März 2017 bis Juli 2019 in der Klinik für Allgemeine, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie der LMU München mit einer distalen Radiusfraktur in stationärer Behandlung befanden und in die Teilnahme an den Untersuchungen einwilligten.

Ausgeschlossen wurden demente Patienten, Patienten mit zusätzlichen Frakturen der gleichen Extremität, Patienten mit beidseitiger Fraktur und Patienten mit Bandverletzungen im Bereich des Handgelenks. Durch zwei unabhängige Untersucher erfolgte anhand der präoperativen Röntgenaufnahmen in zwei Ebenen zunächst eine Zuordnung der Frakturklassifikation gemäß AO-Klassifikation (Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen). Nachfolgend wurden am 1. postoperativen Tag weitere radiologische Beurteilungen in zwei Ebenen durchgeführt sowie im Verlauf nach sechs Wochen und sechs Monaten. Für die radiologische Beurteilung wurden neben dem Soong-Index der Böhler-Winkel digital vermessen und eine Auswertung hinsichtlich des anatomischen Repositionsergebnisses und einer etwaigen sekundären Dislokation durchgeführt.

Zur Evaluation des funktionellen Ergebnisses wurden im Rahmen der Untersuchungszeitpunkte nach zwei und sechs Wochen sowie nach drei, sechs und zwölf Monaten etablierte Outcome-Parameter erhoben. Zur Beurteilung der Funktion des Handgelenks wurde der international etablierte modifizierte „Mayo Wrist Score“ (MMWS) verwendet (0 = schlechtester, 100 = höchster Punktwert) (13, 14). In dieser Studie wurde der Untersuchungszeitpunkt nach sechs Wochen als primärer Outcomeparameter definiert. Die übrigen Untersuchungszeitpunkte wurden als sekundäre Outcomeparameter festgelegt. Die initial angegebene Neutral-0-Methode im Studienprotokoll als primärer Outcomeparameter wurde auf den MMWS korrigiert, auf diesen wurde die Power-Analyse angewandt. Aufgrund der im Verlauf nicht mehr messbaren Differenz zwischen den beiden Gruppen ab drei Monaten wurde auf eine statistische Analyse zum späteren Zeitpunkt nach zwölf Monaten verzichtet.

Zudem wurde die Funktion der betroffenen oberen Extremität postoperativ mit dem DASH-Score (Disabilities of the Arm, Shoulder and Hand) erhoben (100 = schlechtester, 0 = bester Punktwert). Der Bewegungsumfang (Range of Motion, [ROM]) des Handgelenks wurde anhand der Neutral-Null-Methode erfasst.

Statistik

Die Studie überprüft die Hypothese, dass Gruppe B eine gegenüber Gruppe A bessere Handgelenksfunktion nach dem MMWS nach operativ versorgter distaler Radiusfraktur sechs Wochen postoperativ aufweist. Die Fallzahlplanung mittels A-priori-Poweranalyse wurde durch eine online verfügbare Plattform durchgeführt (www.powerandsamplesize.com, HyLown Consulting LLC, Atlanta, USA). Die statistische Auswertung erfolgte mittels der Programme R (Version 3.6.2) und SPSS (Version 25.0.0.1). Zur Überprüfung der Hypothesen wurden statistische Tests zum Signifikanzniveau α = 0,05 und lineare gemischte Modelle angewandt. Eine detaillierte Darstellung zur Fallzallplanung und statistischen Auswertung findet sich im eMethodenteil.

Ergebnisse

Insgesamt wurden 50 Patienten in die Studie eingeschlossen, darunter 25 Patienten mit einem medianen [q25; q75] Alter von 82,0 (78,5; 84,5) Jahren in der Gruppe A und 25 Patienten in der Gruppe B 80,0 (76,5; 83,5) Jahre. Das Flowchart demonstriert den Rekrutierungsprozess (Grafik 1).

Flow Chart zum Studieneinschluss der Patienten und Follow-up-Verlauf DRF, distale Radiusfraktur; FU, Follow up, ORIF, „open reduction and internal fixation“
Grafik 1
Flow Chart zum Studieneinschluss der Patienten und Follow-up-Verlauf DRF, distale Radiusfraktur; FU, Follow up, ORIF, „open reduction and internal fixation“

Tabelle 1 zeigt die demografischen und weiteren Daten der eingeschlossenen Patienten. Sowohl nach der radiologischen Frakturklassifikation als auch unter Berücksichtigung der demografischen Basisdaten und des Komorbiditätsindex zeigte sich eine homogene Gruppenverteilung ohne nennenswerte Unterschiede. Die verlängerte Hospitalisierung der Patienten mit Schiene lässt sich auf äußere Umstände wie die Suche nach einer Pflegeeinrichtung/Rehaplätze zurückführen.

Gemittelte demografische Basisdaten der Patienten in den individuellen Untersuchungsgruppen zum Rekrutierungszeitpunkt. Darstellung als Median (q25; q75) bzw. Anzahl (relative Häufigkeit)
Tabelle 1
Gemittelte demografische Basisdaten der Patienten in den individuellen Untersuchungsgruppen zum Rekrutierungszeitpunkt. Darstellung als Median (q25; q75) bzw. Anzahl (relative Häufigkeit)

Der MMWS als primärer Outcome-Parameter zeigte sechs Wochen postoperativ statistische Unterschiede der Handgelenksfunktion zwischen den Gruppen (p = 0,025) mit besseren Funktionswerten in der Gruppe B. Im weiteren Verlauf konnte kein Unterschied mehr nachgewiesen werden.

Anhand eines gemischten linearen Regressionsmodells konnte ein statistischer Behandlungseffekt (p = 0,023) nachgewiesen werden, wobei sich die Unterschiede zwischen den beiden Gruppen im Zeitverlauf nach der Operation zeigten. So fiel in der Interventionsgruppe während der frühen postoperativen Phase (bis zum Zeitpunkt sechs Wochen) ein höherer erwarteter MMWS auf. Zum späteren Zeitpunkt (nach sechs Monaten) sind die erwarteten Scores in beiden Gruppen vergleichbar (Grafik 2). Da sich der erwartete Mayo-Wrist-Score bereits nach sechs Monaten in den beiden Gruppen annähernd angeglichen hat, wurde das Modell nur bis zu diesem Messzeitpunkt betrachtet.

Darstellung des MMWS (Punkte: < 65 = schlecht, 65–79 = befriedigend, 80–89 = gut, 90–100 = sehr gut) (links) und als Funktion in Abhängigkeit von der Zeit bis zum Zeitpunkt 6 Monate (rechts). Der MMWS zum Zeitpunkt 6 Wochen ist in dieser Studie als primärer Outcomeparameter definiert. MMWS, Mayo-Wrist-Score
Grafik 2
Darstellung des MMWS (Punkte: < 65 = schlecht, 65–79 = befriedigend, 80–89 = gut, 90–100 = sehr gut) (links) und als Funktion in Abhängigkeit von der Zeit bis zum Zeitpunkt 6 Monate (rechts). Der MMWS zum Zeitpunkt 6 Wochen ist in dieser Studie als primärer Outcomeparameter definiert. MMWS, Mayo-Wrist-Score

Bei der Beweglichkeit des betroffenen Handgelenks zeigte sich in beiden Untersuchungsgruppen über den Beobachtungszeitraum eine kontinuierliche Verbesserung für Flexion/Extension sowie Pro-/Supination (Tabelle 2). Auch hier war im gemischten linearen Modell ein sichtbarer Behandlungseffekt nachweisbar. Mit fortschreitender Nachuntersuchungsdauer werden die Unterschiede zwischen den beiden Gruppen ebenfalls geringer (Grafik 2). In der radiologischen Untersuchung konnten für den Soong-Index und für den palmaren Kippwinkel keine Unterschiede zwischen den beiden Patientengruppen detektiert werden. Die Daten finden sich in der eTabelle. Bei vier Patienten traten chirurgische Komplikationen im Verlauf auf. Ein Schraubenwechsel bei Schraubenlockerung (Interventionsgruppe B) erfolgte nach circa acht Monaten. Bei zwei weiteren Patienten wurde aufgrund von Schmerzen im Bereich des Plattenlagers das Metall vorzeitig (nach neun und zehn Monaten) entfernt. Im letzten Fall wurde die vorzeitige Metallentfernung einzig auf Wunsch der Patientin nach elf Monaten vorgenommen. Schmerzen oder eine andere medizinische Indikation lagen nicht vor. Jeweils zum Revisionszeitpunkt erfolgte der Ausschluss der Patienten (Grafik 1).

Beweglichkeit des betroffenen Handgelenks*
Tabelle 2
Beweglichkeit des betroffenen Handgelenks*
Soong-Index dargestellt in Häufigkeiten (n); palmarer Kippwinkel und Handkraft dargestellt in Median (q25; q75)
eTabelle
Soong-Index dargestellt in Häufigkeiten (n); palmarer Kippwinkel und Handkraft dargestellt in Median (q25; q75)

Diskussion

Die positiven Behandlungsergebnisse der operativen Therapie distaler Radiusfrakturen auch bei älteren Patienten haben zu einem Paradigmenwechsel hin zur operativen Versorgung geführt (8). Unklar verbleibt derzeit das Nachbehandlungskonzept der operativ versorgten Patienten. Nach der operativen Versorgung wird häufig eine Ruhigstellung im Gips oder mithilfe einer Orthese empfohlen. Dies ist insofern bemerkenswert, als dass die operative Frakturstabilisierung gerade den Vorteil einer frühfunktionellen Beübung ermöglichen soll und die frühzeitige Mobilisation/Beübung sich insbesondere bei älteren Patienten für andere anatomische Regionen als deutlich überlegen herausgestellt hat (15, 16). Die Vorteile einer raschen funktionellen Beübung auch nach osteosynthetischer Versorgung des Handgelenks rücken in den industrialisierten Ländern jedoch immer weiter in den Fokus und sind zunehmend Gegenstand strukturierter Studien (10, 17). Nach bestem Wissen der Autoren existiert keine prospektive randomisierte Studie, die den Effekt der postoperativen Nachbehandlung nach distaler Radiusfraktur bei älteren Patienten untersucht.

Die Hauptergebnisse der vorliegenden Studie sind:

  • Die postoperative Nachbehandlung ohne Orthese führt in den ersten sechs Wochen zu einer signifikant besseren Funktion nach operativ versorgter distaler Radiusfraktur, die sich im weiteren Verlauf angleicht.
  • Ein protektiver Effekt der Orthese in Hinblick auf das radiologische Ergebnis liegt nicht vor.

Die Ergebnisse unserer Untersuchung liefern wichtige Erkenntnisse im Hinblick auf das Nachbehandlungskonzept bei älteren Patienten mit distaler Radiusfraktur. Im Kontext zur verfügbaren Literatur mit ähnlichem Evidenzgrad untersuchte eine jüngst publizierte prospektive randomisierte Studie den Effekt einer kürzeren Immobilisationszeit bei extraartikulären Frakturen. Bei einem Durchschnittsalter von 55 Jahren konnte hierbei kein Unterschied bei Patienten gefunden werden, die entweder zwei Wochen einer Gipsbehandlung zugeführt oder direkt physiotherapeutisch beübt wurden (9).

Bislang waren diese Aussagen unzureichend auf ältere Patienten übertragbar. Durch unsere Daten kann nun erstmals die Übertragbarkeit ebenfalls auf intraartikuläre Frakturen bei älteren Patienten erbracht werden.

Eine prospektive randomisierte Studie von Stuby et al. zeigte neben besseren Funktionsparametern auch einen subjektiv höheren Tragekomfort von dynamischen Orthesen im Vergleich zu der Gipsbehandlung. Ein Vergleich zur funktionellen Nachbehandlung konnte nicht gezogen werden (18).

Weitere Studien untersuchten den Einfluss von Handgelenkorthesen – insbesondere im kurzfristigen Verlauf bei jüngeren Patienten – und zeigten in der Gruppe mit frühfunktioneller Beübung ein besseres Bewegungsausmaß und Schmerzreduktion, was den Grundgedanken einer erfolgreichen winkelstabilen Plattenosteosynthese unterstreicht (19). Bei jungen Patienten mit einer operativ versorgten DRF wies die postoperative Nachbehandlung im Gips gegenüber der freien Nachbehandlung sogar schlechtere funktionelle Ergebnisse und eine Kraftminderung auf bei vergleichbaren radiologischen Ausheilungsergebnissen (10).

Auf Basis unserer Daten sollte insbesondere bei älteren Patienten mit distaler Radiusfraktur bei der Auswahl der Versorgungsstrategie die intendierte Nachbehandlung in den Vordergrund gerückt werden. Insofern ist eine hohe Stabilität der Osteosynthese unter diesem Gesichtspunkt zu fordern (20).

In der vorliegenden Studie ergab sich bei Auswertung der radiologischen Befunde kein Unterschied zwischen den beiden Gruppen. Daher kann gefolgert werden, dass eine Immobilisation nach operativer Versorgung keine Risikoreduktion einer sekundären Dislokation bewirkt. Somit ist die oftmals kommunizierte Sorge der sekundären Dislokation ohne postoperative Ruhigstellung nach operativer Versorgung auf Basis unserer Daten nicht belegbar.

Übergeordnetes Ziel bei der Versorgung älterer unfallchirurgischer Patienten ist die Rückkehr der Patienten zu den Alltagsaktivitäten. Wie in anderen Untersuchungen (21) wurden in der vorliegenden Studie insbesondere in den ersten sechs Wochen postoperativ bessere Funktionsergebnisse in der frühfunktionell behandelten Patientengruppe gesehen.

Die in unserer Studie insgesamt etwas besseren Score-Werte im DASH-Score bei vergleichbaren Kraftwerten im Vergleich zu anderen Studien könnten durch die untersuchte Kohorte bedingt sein (22). So könnte ein höheres Lebensalter die individuell wahrgenommene Einschränkung des Patienten beeinflussen, gleiches gilt für die Schmerzperzeption.

Die Überlegenheit der frühfunktionellen Beübung könnte gerade bei älteren Patienten von besonderer Bedeutung sein, da bei gebrechlichen Patienten bereits kurze Einschränkungen der Funktion und Alltagsaktivitäten zu einem unwiederbringlichen Funktionsverlust führen können (23).

Eine mögliche Ursache für die Verordnung postoperativer Handgelenkorthesen könnte auch die drohende Sturzgefahr sein. Aus Untersuchungen zur Evaluation des Risikos für Folgefrakturen nach initialer Hüftfraktur ist belegt, dass insbesondere ein erhöhtes Patientenalter mit einem höheren Risiko für eine sekundäre Hüftfraktur einhergeht (24).

Ebenso lag auch in der vorliegenden Studie ein relativ hohes mittleres Patientenalter vor, die Untersuchungen der geriatrischen Komorbiditäten wie dem Chronically Critical Illness (CCI)- und dem anästhesiologischen ASA-Score deuten jedoch auf ein noch rüstiges Patientenkollektiv hin, das eher ein geringes Risiko für Folgestürze aufweist. Studien an Hüftfrakturpatienten der gleichen Altersgruppe zeigten jedoch, dass 56 % der Patienten innerhalb des ersten Jahres nach einer Hüftfraktur weitere Stürze erleiden (25). Unter Berücksichtigung der Daten von sturzgefährdeten Patienten muss daher auch der psychologische Einfluss einer postoperativ angelegten Handgelenkorthesen bedacht werden.

Limitationen

Bei dem Design der Studie wurden die verfügbaren Scores kritisch hinterfragt. Insbesondere wurde die Machbarkeit des Scores bei dem spezifischen Patientengut (> 70 Jahre) reflektiert. Der MMWS ist in der Literatur sehr weit verbreitet und bietet den Vorteil der zügigen Evaluation (26, 27). Ferner werden durch die Items die Funktion als solches, andererseits aber auch die Variable Schmerz abgefragt. Der große Vorteil liegt in der übersichtlichen Durchführbarkeit des Scores (28). Wir haben den Score daher insbesondere in Berücksichtigung des evaluierten Patientenklientels gewählt. Künftig wäre es interessant zu sehen, wie die Akzeptanz und Machbarkeit eines PROMS („patient reported outcome measures“) – optimalerweise web-basiert – in dieser Patientengruppe akzeptiert wird und wie sich dies auf die Güte des PROMS auswirkt. Wir gehen davon aus, dass mit der weiteren Verbreitung der PROMS auch im Sinne der Qualitätskontrolle dieser Aspekt eine wesentliche Rolle spielen wird. Die Analyse des PRWE („patient rated wrist evaluation“) könnte in folgenden Studien die Vergleichbarkeit erhöhen.

In der vorliegenden Studie mit einer vergleichbaren Gruppengröße zu anderen randomisierten DRF-Studien wurden keine postoperativen Stürze beziehungsweise Angstzustände der Patienten erfasst, die eine verlässliche Beurteilung des psychologischen Einflusses einer temporären, postoperativen Immobilisation des Handgelenks zulassen.

Danksagungen
Teile der Arbeit wurden unter Mitwirkung von Frau Deborah Schray angefertigt. Wir möchten uns auch bei Frau Linda Marchioro vom Institut für Statistik der Ludwig-Maximilians-Universität München für die statistische Mitbetreuung und Unterstützung bedanken. Diese Arbeit ist Teil der Dissertation von Anton Späth.

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 22. 11. 2019, revidierte Fassung angenommen: 31. 3. 2020

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Christian Zeckey
Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie
RoMed Klinikum Rosenheim
Pettenkoferstraße 10
83022 Rosenheim
Christian.Zeckey@ro-med.de

Zitierweise
Zeckey C, Spaeth A, Kieslich S, Kammerlander C, Böcker W, Weigert M,
Neuerburg C: Early mobilization versus splinting after surgical management of distal radius fractures—results of a randomized controlled study of postoperative care in older patients. Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 445–51. DOI: 10.3238/arztebl.2020.0445

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
www.aerzteblatt-international.de

Zusatzmaterial
eMethodenteil, eTabelle:
www.aerzteblatt.de/20m0445 oder über QR-Code

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*Die Autoren teilen sich die Erstautorenschaft.
Klinik für Allgemeine, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie,
Klinikum der Universität München, Ludwig-Maximilians-Universität München:
Prof. Dr. med. Christian Zeckey,
Anton Späth, Dr. med. Sebastian Kieslich, Prof. Dr. med. Christian Kammerlander,
Prof. Dr. med. Wolfgang Böcker, PD Dr. med. Carl Neuerburg
Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, RoMed Klinikum Rosenheim:
Prof. Dr. med. Christian Zeckey
Statistisches Beratungslabor StaBLab, Institut für Statistik,
Ludwig-Maximilians-Universität München: Maximilian Weigert, M.Sc.
Oben: handelsübliche Handgelenksorthese in Funktionsstellung; unten: postoperative Röntgenkontrolle nach Versorgung einer distalen Radiusfraktur rechts mit winkelstabiler Plattenosteosynthese
Abbildung
Oben: handelsübliche Handgelenksorthese in Funktionsstellung; unten: postoperative Röntgenkontrolle nach Versorgung einer distalen Radiusfraktur rechts mit winkelstabiler Plattenosteosynthese
Flow Chart zum Studieneinschluss der Patienten und Follow-up-Verlauf DRF, distale Radiusfraktur; FU, Follow up, ORIF, „open reduction and internal fixation“
Grafik 1
Flow Chart zum Studieneinschluss der Patienten und Follow-up-Verlauf DRF, distale Radiusfraktur; FU, Follow up, ORIF, „open reduction and internal fixation“
Darstellung des MMWS (Punkte: < 65 = schlecht, 65–79 = befriedigend, 80–89 = gut, 90–100 = sehr gut) (links) und als Funktion in Abhängigkeit von der Zeit bis zum Zeitpunkt 6 Monate (rechts). Der MMWS zum Zeitpunkt 6 Wochen ist in dieser Studie als primärer Outcomeparameter definiert. MMWS, Mayo-Wrist-Score
Grafik 2
Darstellung des MMWS (Punkte: < 65 = schlecht, 65–79 = befriedigend, 80–89 = gut, 90–100 = sehr gut) (links) und als Funktion in Abhängigkeit von der Zeit bis zum Zeitpunkt 6 Monate (rechts). Der MMWS zum Zeitpunkt 6 Wochen ist in dieser Studie als primärer Outcomeparameter definiert. MMWS, Mayo-Wrist-Score
Gemittelte demografische Basisdaten der Patienten in den individuellen Untersuchungsgruppen zum Rekrutierungszeitpunkt. Darstellung als Median (q25; q75) bzw. Anzahl (relative Häufigkeit)
Tabelle 1
Gemittelte demografische Basisdaten der Patienten in den individuellen Untersuchungsgruppen zum Rekrutierungszeitpunkt. Darstellung als Median (q25; q75) bzw. Anzahl (relative Häufigkeit)
Beweglichkeit des betroffenen Handgelenks*
Tabelle 2
Beweglichkeit des betroffenen Handgelenks*
Soong-Index dargestellt in Häufigkeiten (n); palmarer Kippwinkel und Handkraft dargestellt in Median (q25; q75)
eTabelle
Soong-Index dargestellt in Häufigkeiten (n); palmarer Kippwinkel und Handkraft dargestellt in Median (q25; q75)
1.Court-Brown CM, Caesar B: Epidemiology of adult fractures: A review. Injury 2006; 37: 691–7 CrossRef MEDLINE
2.Jerrhag D, Englund M, Karlsson MK, Rosengren BE: Epidemiology and time trends of distal forearm fractures in adults – a study of 11.2 million person-years in Sweden. BMC Musculoskelet Disord 2017; 18: 240 CrossRef MEDLINE PubMed Central
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