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MEDIZIN: Übersichtsarbeit

Behandlung von Narbenhernien

The treatment of incisional hernia

Dtsch Arztebl Int 2018; 115(3): 31-7; DOI: 10.3238/arztebl.2018.0031

Dietz, Ulrich A.; Menzel, Simone; Lock, Johan; Wiegering, Armin

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Hintergrund: Eine Metaanalyse internationaler Studien zeigt eine Inzidenz von Narbenhernien je nach Operationsverfahren von 4–10 %. Epidemiologische Erhebungen gibt es nicht. Ohne operative Versorgung kann als schlimmste Komplikation der Narbenhernie eine Inkarzeration auftreten. Im Folgenden werden die wichtigsten Operationsverfahren dargestellt. Ferner werden die verfügbaren randomisierten kontrollierten Studien (RCTs), in denen laparoskopische mit offenen Verfahren verglichen wurden, ausgewertet und die Lebensqualität der Patienten analysiert.

Methode: Es erfolgte eine selektive Literaturrecherche in PubMed mit den Suchbegriffen „incisional hernia“ und „randomized controlled trial“. 9 RCTs wurden in die Auswertung eingeschlossen. Endpunkte der Metaanalyse waren die Zahl der Reoperationen, Komplikationen und Rezidivraten. Die beobachteten Ereignisse wurden in Korrelation zweier nicht gepaarter Gruppen mit einem „fixed-“ beziehungsweise „random effects“-Modell untersucht. Die Analyse der Lebensqualität - präoperativ im Vergleich zu einem Jahr postoperativ - im eigenen Patientenkollektiv basiert auf Daten des europäischen Hernienregisters (EuraHS, European Registry of Abdominal Wall Hernias).

Ergebnisse: Die Reoperationsrate ist bei beiden Operationstechniken (laparoskopisch versus offen) vergleichbar (Odds Ratio [OR]: 0,419; 95-%-Konfidenzintervall [KI]: [0,159; 1,100]; p = 0,077). Bei hoher Heterogenität der Daten ist auch die chirurgische Komplikationsrate vergleichbar (OR: 0,706; 95-%-KI: [0,278; 1,783]; p = 0,461). Beide Operationsverfahren zeigen eine ähnliche Rezidivrate (OR: 1,301; 95-%-KI: [0,761; 2,225]; p = 0,336). Im eigenen Patientenkollektiv in Würzburg war ein Jahr postoperativ eine Verbesserung der Lebensqualität in verschiedenen Kategorien zu verzeichnen.

Schlussfolgerung: Patienten gewinnen durch die Narbenhernienversorgung deutlich an Lebensqualität. Derzeit ist die Studienlage zum Vergleich der Komplikationsraten zwischen laparoskopischer und offener Operation sehr heterogen, daher sind hier weitere randomisierte kontrollierte Studien wünschenswert. Es bedarf zudem neuer Studienmodelle zu wissenschaftlich fundierten Algorithmen für eine Individualtherapie.

LNSLNS

Genaue Zahlen zur weltweiten Inzidenz der Narbenhernie sind nicht bekannt. Es ist anzunehmen, dass die große Variabilität an abdominellen Zugangswegen, an patientenbezogenen Komorbiditäten und die Vielzahl an Möglichkeiten des Bauchdeckenverschlusses zu einer breiten Spannweite der Inzidenz je nach Patientenkollektiv führt. Mudge und Hughes schätzten 1985 die Inzidenz der Narbenhernien nach abdomineller Operation in einer prospektiven Untersuchung bei einem 10-Jahres-Patientenkollektiv auf 11 %, wobei für diese Analyse nach Ablauf der Untersuchungszeit nur noch 60 % der Patienten verfügbar waren (1). In einer Metaanalyse zum Bauchdeckenverschluss, die 56 randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) mit insgesamt 14 618 Patienten eines internationalen Kollektivs einschloss, wurde eine Inzidenz der Narbenhernie von 12,8 % innerhalb von 2 Jahren nach der Indexoperation errechnet (95-%-Konfidenzintervall [KI]: [11,4; 14,2]) (2). Diese Daten sind relativ zu sehen, da die chirurgische Technik des Bauchdeckenverschlusses entscheidend zur Senkung der Narbenhernieninzidenz beitragen kann (35). Nach endoskopischen Operationen ist die Inzidenz der Narbenhernie geringer: In einer Metaanalyse von 34 RCTs und 3 490 inkludierten Patienten wurde gezeigt, dass Narbenhernien nach laparoskopischen Eingriffen signifikant seltener auftreten als nach offenen Eingriffen (4,3 zu 10,1 %, respektive; Riskodifferenz −0,06; 95-%-KI [−0,09; −0,03]; p =  0,0002]) (6).

Auch für Deutschland gibt es nur Schätzungen. Daten des DRG-Systems (DRG, „diagnosis related groups“, diagnosebezogene Fallgruppen) ermöglichen keine Rückschlüsse auf Prozeduren je Operationstag oder Narkose. Durch diese Informationslücke können Inzidenz und Prävalenz von Narbenhernien in der Bevölkerung nur indirekt geschätzt werden. Daten des Statistischen Bundesamtes von 2015 lassen auf circa 703 000 laparoskopische und circa 743 000 offene Operationen mit Zugang durch die Bauchdecke schließen: In diesen Zahlen eingeschlossen sind Eingriffe der:

  • Gefäßchirurgie (zum Beispiel offene Versorgung des Bauchaortenaneurysmas)
  • Gynäkologie (zum Beispiel diagnostische Laparoskopien oder Wertheim-Meigs-Operationen)
  • Urologie (zum Beispiel transabdominelle Prostataresektionen oder Nephrektomien)
  • Viszeralchirurgie.

Geht man von den genannten Zahlen zur Inzidenz von Narbenhernien aus, ist mit etwa 104 000 neu auftretenden Fällen pro Jahr in Deutschland zu rechnen, vorausgesetzt jede codierte Prozedur ist nur einem Operationstag beziehungsweise einem abdominellen Zugang zuzuordnen.

Im Jahr 2015 wurden in Deutschland 50 521 Narbenhernienreparationen codiert, von denen 10 732 laparoskopisch durchgeführt wurden (21 %). Diese Zahlen zeigen zumindest, dass die Datenerhebung im Rahmen des Abrechnungssystems Lücken aufweist und keine genaueren Rückschlüsse auf Inzidenz und Prävalenz erlaubt, außer den, dass Narbenhernien häufig vorkommen (7).

Klinik und Indikation zur Operation

Ein gewisser Anteil an Patienten ist sich des Hernienbefundes nicht bewusst (asymptomatisch). Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Diagnose oft erst im Rahmen von Tumornachsorgeuntersuchungen gestellt wird. Diese Beobachtung wird im persönlichen Austausch auch von unterschiedlichen europäischen Kollegen berichtet. Patienten, die eine Narbenhernie aufweisen, klagen häufig über eher unspezifische Beschwerden und haben gelegentlich Schmerzen sowie Passageprobleme (zum Beispiel postprandiales Völlegefühl). Bei großen Hernien können Hautläsionen über dem Bruchsack oder chronische Beschwerden an der Wirbelsäule auftreten. Wenn der Bruchsack zu groß wird, kann sich der Darm aus dem Abdomen ausstülpen, was eine nachfolgende Reparation erheblich erschwert.

Nicht selten sind Patienten mit Narbenhernien sozial ausgegrenzt und nur bedingt arbeitsfähig. Zudem können Probleme, sich selbst zu versorgen, hinzukommen.

Die schwerste Komplikation im natürlichen Krankheitsverlauf der nichtoperierten Narbenhernie ist die Inkarzeration, die schätzungsweise in 6–15 % der Fälle auftritt (8). Es ist wahrscheinlich, dass die Dunkelziffer höher ist. Im eigenen Patientenkollektiv des Universitätsklinikums Würzburg waren zwischen 2013– und 2016 von 401 Narbenhernienreparationen 64 nicht reponibel (15,9 %), wovon 26 (6,5 %) notfallbedingt operiert werden mussten. Bei Notfalleingriffen wurde bei 7 Patienten (24,2 %) eine Darmresektion nötig; im Vergleich dazu erfolgten 34 Darmresektionen (9,1 %) bei den 372 Narbenhernien-Elektiveingriffen. Die genaue Inzidenz der komplizierten Narbenhernien muss in Zukunft noch besser ermittelt werden, zum Beispiel durch eine zentrale Sammlung und Auswertung von Daten, die mit einer Patienten-Identifikationsnummer verknüpft sind.

In einer RCT aus Schweden, in der offene mit laparoskopischen Narbenhernienreparationen verglichen wurden, wurde insbesondere die Lebensqualität präoperativ und 1 Jahr nach der Operation untersucht. Es zeigte sich, dass alle Patienten unabhängig vom Operationsverfahren 8 Wochen postoperativ eine der schwedischen Bevölkerung vergleichbare Lebensqualität aufwiesen. Dieser Gewinn an Lebensqualität blieb nach 1 Jahr erhalten. Auch bezüglich der Beschwerden durch die Narbenhernie gab es messbare Verbesserungen durch die Operation: Vor der Operation hatten in der schwedischen Studie 81 % der Patienten häufig Beschwerden, 1 Jahr postoperativ nur 18 % (p < 0,001). Mit der Operation assoziiert verbesserten sich die folgenden Parameter signifikant (p < 0,001 respektive):

  • beeinträchtigte Bewegungsfreiheit
  • Erschöpfung
  • Wert auf der Visual-Analog-Skala für Schmerzen (VAS-Score).

Allerdings berichteten nach einem Jahr 12 % der Patienten weiterhin über tägliche Beschwerden. 75 % der Patienten waren nach einem Jahr mit dem Ergebnis „definitiv zufrieden“, 7 % „unzufrieden“ und 1 % „definitiv unzufrieden“ (9). Ähnliche Ergebnisse zur Zufriedenheit nach der Operation zeigten sich im prospektiv erfassten eigenen Patientenkollektiv des europäischen Hernienregisters (EuraHS, European Registry of Abdominal Wall Hernias) (eTabelle).

Lebensqualität nach dem EuraHS Quality of Life Score (e10) im präoperativen und postoperativen Verlauf im eigenen Patientenkollektiv aus Würzburg (2013–2016)
Lebensqualität nach dem EuraHS Quality of Life Score (e10) im präoperativen und postoperativen Verlauf im eigenen Patientenkollektiv aus Würzburg (2013–2016)
eTabelle
Lebensqualität nach dem EuraHS Quality of Life Score (e10) im präoperativen und postoperativen Verlauf im eigenen Patientenkollektiv aus Würzburg (2013–2016)

In der Gesamtschau der Patientenbeschwerden und der Komplikationsrisiken der Narbenhernie im natürlichen Krankheitsverlauf stellt sich die Frage, ob nicht – wie für Leistenhernien bekannt – das Abwarten für eine gewisse Patientengruppe eine Alternative zur elektiven Reparation darstellt. Hierzu läuft aktuell eine von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Multizenterstudie (AWARE-Studie), für die bisher mehr als 2 000 Patienten gescreent und über 250 eingeschlossen wurden. Es zeichnet sich jedoch jetzt schon ab, dass die Zahl der „cross over“-Patienten aus dem „watchful waiting“-Arm in den Operationsarm hoch ist (10). Wichtig bei der Frage nach dem Zeitpunkt für die Operation sind nicht nur die Beschwerden, sondern auch die Morphologie beziehungsweise Größe der Bruchpforte und das Risikoprofil des Patienten (zum Beispiel Alter, Adipositas und Nikotinkonsum). Hierbei ist die standardisierte Klassifizierung des Befundes prognostisch relevant (11, 12) (eGrafik 1). Die Größe der Bruchpforte ist ein unabhängiger Faktor für das Auftreten von postoperativen Komplikationen und Rezidiven. Das Risiko netzbedingter Komplikationen ist direkt proportional zur implantierten Netzgröße (1315). Im Hinblick auf den Gewinn an Lebensqualität, die perioperative Morbidität und die Rezidivwahrscheinlichkeit ist die frühzeitige Operationsindikation (auch kleinerer Befunde) zu vertreten. Während die Verbesserung der Lebensqualität – als subjektiver Parameter – theoretisch auch durch „regression to mean“-Effekte verfälscht sein kann, sind jedoch die Vorteile der frühzeitigen elektiven Versorgung, was geringe Morbidität und Rezidivrate betrifft, eindeutig (16).

Konsensus-Klassifikation der Narbenhernien gemäß der Europäischen Herniengesellschaft
Konsensus-Klassifikation der Narbenhernien gemäß der Europäischen Herniengesellschaft
eGrafik 1
Konsensus-Klassifikation der Narbenhernien gemäß der Europäischen Herniengesellschaft

Operationsverfahren

Die Versorgung von Narbenhernien beinhaltet die Implantation eines Kunststoffnetzes und kann in konventionell offener oder in minimalinvasiver laparoskopischer Technik erfolgen (17, 18). Die gegenwärtigen Operationsverfahren sowie die Abbildungen 1 und 2 sind im eSupplement-Operationsverfahren detailliert beschrieben.

Transversaler Schnitt durch die supraumbilikale Bauchdecke mit Darstellung der relevanten anatomischen Strukturen und Netzlagen zur Reparation von Narbenhernien
Transversaler Schnitt durch die supraumbilikale Bauchdecke mit Darstellung der relevanten anatomischen Strukturen und Netzlagen zur Reparation von Narbenhernien
Abbildung 1
Transversaler Schnitt durch die supraumbilikale Bauchdecke mit Darstellung der relevanten anatomischen Strukturen und Netzlagen zur Reparation von Narbenhernien
Bei der retromuskulären Netzreparation medianer Narbenhernien ist die Unterfütterung des Xiphoids durch das Netz zwecks Rezidivprophylaxe von ausschlaggebender Bedeutung
Bei der retromuskulären Netzreparation medianer Narbenhernien ist die Unterfütterung des Xiphoids durch das Netz zwecks Rezidivprophylaxe von ausschlaggebender Bedeutung
Abbildung 2
Bei der retromuskulären Netzreparation medianer Narbenhernien ist die Unterfütterung des Xiphoids durch das Netz zwecks Rezidivprophylaxe von ausschlaggebender Bedeutung

Ergebnisse der Operationsverfahren

Bei einigen Patienten stellt sich die Frage, ob eher ein offenes oder ein laparoskopisches Verfahren indiziert ist. Um dieser Frage nachzugehen, haben wir gemäß PRISMA-Statement eine Metaanalyse durchgeführt (PRISMA, „preferred reporting items for systematic reviews and meta-analyses“) (19). Die PubMed-Recherche erfolgte bis Juni 2017 mit den „medical subject heading“(MESH)-Suchbegriffen „incisional hernia“ und „randomized controlled trial“ in englischer Sprache (eGrafik 2). Zusätzlich wurden die Literaturangaben der themenrelevanten Metaanalysen auf weitere RCTs hin überprüft. Es wurden nur RCTs eingeschlossen (9, 2027). Endpunkte waren die Zahl der Reoperationen, allgemeine Komplikationen und die Rezidivrate. Zur Auswertung wurde die Software Comprehensive Meta Analysis verwendet (Version 3.3.070). Als Daten dienten die respektive in den RCTs beobachteten Ereignisse in Korrelation zweier nicht gepaarter Gruppen (offen beziehungsweise laparoskopisch) mit einem „fixed-effects“-Modell. Bei hoher Heterogenität (I2 > 75 %) wurde ein „random-effects“-Modell gewählt.

PRISMA-Flussdiagramm der Literaturrecherche nach Publikationen zum Vergleich von offener versus laparoskopischer Narbenhernienversorgung
PRISMA-Flussdiagramm der Literaturrecherche nach Publikationen zum Vergleich von offener versus laparoskopischer Narbenhernienversorgung
eGrafik 2
PRISMA-Flussdiagramm der Literaturrecherche nach Publikationen zum Vergleich von offener versus laparoskopischer Narbenhernienversorgung

Die mit der Indexoperation verbundene Reoperationsrate ist ein messbares Surrogat für Komplikationen. Im Vergleich laparoskopisch versus offen ist eine Tendenz zugunsten laparoskopischer Eingriffe erkennbar, jedoch ist diese nicht signifikant (Grafik 1). Die von allen anderen RCTs abweichende hohe Reoperationsrate nach laparoskopischen Eingriffen in der Eker-Studie ist bezogen auf das Gesamtergebnis auffällig (28). Bei Exklusion der Eker-Studie ist die Reoperationsrate nach laparoskopischen Eingriffen signifikant geringer als die nach offenen Verfahren (Odds Ratio [OR] 0,307; 95-%-KI: [0,107; 0,880]; p = 0,028 [„fixed effects“ Modell]; I2 = 0,0 %).

Reoperationsrate im Vergleich laparoskopisches und offenes Verfahren
Reoperationsrate im Vergleich laparoskopisches und offenes Verfahren
Grafik 1
Reoperationsrate im Vergleich laparoskopisches und offenes Verfahren

Ähnlich ist die Datenlage in Bezug auf die Komplikationsrate. In der Studie von Eker et al. (2013) ist die Komplikationsrate laparoskopischer Eingriffe im Vergleich zu Angaben in der Literatur überproportional hoch (20). Dies könnte zwei mögliche Ursachen haben:

  • Es ist eine multizentrische Studie mit 9 teilnehmenden Zentren in einer frühen Phase der Lernkurve (Patienteninklusion 1999–2006)
  • zu Komplikationen wurden zum Beispiel auch postoperative Schmerzen gerechnet, wohingegen in den anderen Studien nur operationstechnische Probleme und Wundheilungsstörungen aufgelistet wurden.

Wegen der hohen Heterogenität der Komplikationsdaten, die zum einen durch die geringe Überlappung die Konfidenzintervalle, zum anderen mit der geringen Anzahl verfügbarer RCTs zu erklären ist, erreicht der Vorteil der laparoskopischen Eingriffe, hinsichtlich Komplikationen – auch bei einer OR von 0,706 (Grafik 2)keine Signifikanz. Wenn die Daten der Eker-Studie nicht gewertet werden, verbessert sich zwar die OR auf 0,555 (95-%-KI: [0,234; 1,318]), die Heterogenität bleibt jedoch hoch (I2 = 80,26 %), und der Vorteil bleibt im „random effects“-Modell weiterhin ohne Signifikanz (z = −1,335; p = 0,182) (Grafik 2). Es besteht offensichtlich ein deutlicher Bedarf an weiteren RCTs.

Komplikationen im Vergleich laparoskopisches und offenes Verfahren
Komplikationen im Vergleich laparoskopisches und offenes Verfahren
Grafik 2
Komplikationen im Vergleich laparoskopisches und offenes Verfahren

Übereinstimmend mit den bisherigen Ergebnissen anderer Metaanalysen (28, 29) hat sich auch in der aktuellen gezeigt, dass beide Operationsverfahren vergleichbare Rezidivraten im Verlauf aufweisen (Grafik 3). Es kommt zu partiellen Überlappungen der aktuellen mit den Metaanalysen von Sajid et al. (28) und von Awaiz et al. (29): Unsere Metaanalyse ergänzt die Erste mit den von 2006 bis 2013 publizierten RCTs und unterscheidet sich von der Zweiten, indem wir die Rogmark-RCT für das Ergebnis „Rezidiv“ exkludiert haben, da sie den Endpunkt „Rezidiv“ erst gar nicht untersucht (9).

Rezidivrate im Vergleich offenes versus laparoskopisches Verfahren
Rezidivrate im Vergleich offenes versus laparoskopisches Verfahren
Grafik 3
Rezidivrate im Vergleich offenes versus laparoskopisches Verfahren

Prognostisch relevant ist, dass nach 2 Jahren 8–12 % der Patienten ein Rezidiv bekommen, was bedeutet, dass wir noch nicht von „chirurgischer Heilung durch Netze“ sprechen können. Tendenziell ist die Rezidivrate nach offener Reparation jedoch geringer als nach laparoskopischer (27).

Die Auswertung der Lebensqualitätdaten (QoL) unseres eigenen Patientenkollektivs aus dem Europäischen Hernienregister (EuraHS) zeigt im Vergleich präoperativ und 1 Jahr postoperativ in den Kriterien „Schmerzen“, „Beeinträchtigung im Alltag“ und „ästhetische Wahrnehmung“ eine signifikante Verbesserung der Zufriedenheit (eTabelle). Einzige Ausnahme ist die „sportliche Aktivität“, bei der die Zufriedenheit tendenziell zwar zunimmt, jedoch knapp die Hälfte der Patienten sonst keinen Sport treibt. Der Gewinn an Lebensqualität durch die Operation hängt vor allem auch von den postoperativen Schmerzen ab. Die Art der Fixation der Netze kann einen Einfluss auf die Schmerzen haben. In einer RCT (n = 199) wurde die Netzfixation bezüglich postoperativer Schmerzen in 3 Varianten verglichen:

  • Spiraltacker (Titan)
  • resorbierbare transfasziale Nähte
  • nichtresorbierbare transfasziale Nähte.

Im 3-Monats-Follow-up gab es im VAS-Schmerz-Score keine Unterschiede (30). In einer zweiten RCT (n = 68) verursachte die Spiraltacker-Fixation in 2 konzentrischen Reihen (Titan, Double-Crown-Technik) im Vergleich zu permanenten transfaszialen Nähten (Polypropylen) bis zu 3 Monate postoperativ signifikant höhere Schmerzen (31). Eine neuere RCT untersuchte eine weitere Variante der Fixation bezüglich postoperativer Schmerzen (VAS): Spiraltacker in Double-Crown-Technik (Titan) gegen die Kombination von Spiraltackern (Titan) und transfasziale Nähte. Die Prävalenz abdomineller Schmerzen nach 3 Monaten war bei Patienten mit Spiraltackern in Double-Crown-Technik signifikant geringer (8,3 % versus 31,4 %) (32). Bei den Studien handelt es sich um Monozenterstudien aus ganz unterschiedlichen Regionen, und es bleibt ungeklärt, ob eine der Fixationstechniken geringere Schmerzen verursacht als die anderen. Es ist wahrscheinlich, dass mit zunehmender Anzahl von Fixationspunkten die Zugkräfte auf das Netz auf mehr Punkte verteilt werden und somit die Schmerzen unabhängig von der Fixationsmethode geringer sind.

Im eigenen Patientenkollektiv (N = 486) haben wir die Frage untersucht, ob mittels einer heuristischen Herangehensweise die Komplikationsrate der Hoch-Risiko-Patienten derjenigen von Niedrig-Risiko-Patienten angeglichen werden kann. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden Risikopatienten bevorzugt laparoskopisch versorgt, während jüngere Patienten und solche mit weniger Komorbiditäten bevorzugt eine morphologische und funktionelle Bauchdeckenrekonstruktion mittels Sublay-Netz-Reparation bekommen haben. Da bei dieser Art der Fragestellung die Patienten grundsätzlich nicht randomisiert werden können, wurde eine Propensity-Score-Analyse durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen nach Propensity-Score-Adjustierung erstmals, dass die individualisierte Beratung betreffs Operationstechnik die Komplikationsprognose verschiedener Risikogruppen auf niedrigem Komplikationsniveau angleicht (33). Neue statistische Algorithmen müssen in Zukunft über die methodischen Grenzen von RCTs hinaus Instrumente für weiterführende prospektive klinische Studien liefern, in denen Variabilität und individuelle Therapie im Vordergrund stehen.

Die Letalität bei offenen Narbenhernienreparationen lag in Deutschland im Jahr 2015 bei 2,24 % (894 Sterbefälle in Zusammenhang mit 39 787 Prozeduren); bei laparoskopischen Eingriffen betrug sie 0,298 % (32/10 732, respektive) (7). Es ist möglich, dass bei einem gewissen Anteil der Patienten der Narbenhernienverschluss als Nebenprozedur codiert wurde und so die Mortalitätsrate offener Reparationen falschpositiv erhöht ist.

Es gibt keine verbindlichen Daten, ab wann nach der Operation wieder voll belastet werden soll. Körperliche Belastung erhöht den intraabdominellen Druck und entsprechend auch die Zugkräfte, die sich auf die Netzrekonstruktion verteilen (34). Die pauschale Empfehlung, das Heben und Tragen von Gewichten > 10 kg in den ersten 3 Monaten zu vermeiden, ist wahrscheinlich nach offener Rekonstruktion sinnvoll, nach laparoskopischem Verfahren jedoch eher nicht (35). In der Regel betrachten wir die Bauchdecke nach 6 Wochen als belastungsstabil und erlauben den Patienten Heben und Tragen nach Maßgabe der Beschwerden. Patienten mit Bürotätigkeit gehen nach laparoskopischen Reparationen nicht selten schon nach 1 Woche zur Arbeit.

Fazit

Die große Herausforderung der Narbenhernienchirurgie bleibt, die Variabilität des Krankheitsbildes (zum Beispiel Risikofaktoren und Herniencharakteristika) und die operativen Therapieoptionen (zum Beispiel OP-Techniken, OP-Materialien und Expertise) in Einklang zu bringen. Wie in der gesamten Medizin erschwert die Variabilität des Krankheitsbildes nicht nur, ein Individualkonzept zu erstellen, sondern auch Evidenz zu generieren. Dieser Spagat wird für die Behandlung der Leistenhernie mittlerweile besser bewerkstelligt, wie die zu diesem Thema ergänzende und sehr empfehlenswerte Übersichtsarbeit von Berger zeigt (36). Um den Patienten erneut ins Berufsleben zu integrieren, müssen folgende Parameter beachtet werden:

  • klinisches Bild und Symptomatik
  • Beeinträchtigung der Lebensqualität
  • individuelle Risikofaktoren
  • Morphologie der Bruchlücke
  • Größe des Bruchsackes und der Bruchlücke
  • funktionelle Wiederherstellung der Bauchdecke.

Aus operationstechnischer Sicht stehen wir vor ganz neuen Möglichkeiten: Sowohl mittels hybrid/konventionell-endoskopischer Verfahren (zum Beispiel EMILOS) (37), als auch durch die Anwendung von Operationsrobotern gelingt es erstmals mit geringem Operationstrauma Netze in retromuskuläre Position einzubringen (zum Beispiel r-TAR) (38). Nicht zuletzt wird der Prophylaxe von Narbenhernien, zum Beispiel durch Verfeinerung der Technik des Bauchdeckenverschlusses (3) und Implantation prophylaktischer Netze bei Risikopatienten (39), in Zukunft eine besondere Bedeutung zukommen.

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 30. 6. 2017, revidierte Fassung angenommen: 9. 10. 2017

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Ulrich A. Dietz
Klinik für Viszeral-, Gefäss- und Thoraxchirurgie
Kantonsspital Olten (soH)
Baselstrasse 150
4600 Olten – Schweiz
ulrich.dietz@spital.so.ch

Zitierweise
Dietz UA, Menzel S, Lock J, Wiegering A:
The treatment of incisional hernia. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 31–7. DOI: 10.3238/arztebl.2018.0031

►The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

Zusatzmaterial
Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit0318 oder über QR-Code

eSupplement-Operationsmethoden, eGrafiken, eTabelle:
www.aerzteblatt.de/18m0031 oder über QR-Code

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Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie, Universitätsklinikum Würzburg: Prof. Dr. med. Dietz, Simone Menzel, PD Dr. med. Lock, PD Dr. med. Wiegering
Klinik für Viszeral-, Gefäss- und Thoraxchirurgie, Kantonsspital Olten (soH), Schweiz: Prof. Dr. med. Dietz
Lehrstuhl für Biochemie und Molekularbiologie, Universität Würzburg: PD Dr. med. Wiegering
Transversaler Schnitt durch die supraumbilikale Bauchdecke mit Darstellung der relevanten anatomischen Strukturen und Netzlagen zur Reparation von Narbenhernien
Transversaler Schnitt durch die supraumbilikale Bauchdecke mit Darstellung der relevanten anatomischen Strukturen und Netzlagen zur Reparation von Narbenhernien
Abbildung 1
Transversaler Schnitt durch die supraumbilikale Bauchdecke mit Darstellung der relevanten anatomischen Strukturen und Netzlagen zur Reparation von Narbenhernien
Bei der retromuskulären Netzreparation medianer Narbenhernien ist die Unterfütterung des Xiphoids durch das Netz zwecks Rezidivprophylaxe von ausschlaggebender Bedeutung
Bei der retromuskulären Netzreparation medianer Narbenhernien ist die Unterfütterung des Xiphoids durch das Netz zwecks Rezidivprophylaxe von ausschlaggebender Bedeutung
Abbildung 2
Bei der retromuskulären Netzreparation medianer Narbenhernien ist die Unterfütterung des Xiphoids durch das Netz zwecks Rezidivprophylaxe von ausschlaggebender Bedeutung
Reoperationsrate im Vergleich laparoskopisches und offenes Verfahren
Reoperationsrate im Vergleich laparoskopisches und offenes Verfahren
Grafik 1
Reoperationsrate im Vergleich laparoskopisches und offenes Verfahren
Komplikationen im Vergleich laparoskopisches und offenes Verfahren
Komplikationen im Vergleich laparoskopisches und offenes Verfahren
Grafik 2
Komplikationen im Vergleich laparoskopisches und offenes Verfahren
Rezidivrate im Vergleich offenes versus laparoskopisches Verfahren
Rezidivrate im Vergleich offenes versus laparoskopisches Verfahren
Grafik 3
Rezidivrate im Vergleich offenes versus laparoskopisches Verfahren
Konsensus-Klassifikation der Narbenhernien gemäß der Europäischen Herniengesellschaft
Konsensus-Klassifikation der Narbenhernien gemäß der Europäischen Herniengesellschaft
eGrafik 1
Konsensus-Klassifikation der Narbenhernien gemäß der Europäischen Herniengesellschaft
PRISMA-Flussdiagramm der Literaturrecherche nach Publikationen zum Vergleich von offener versus laparoskopischer Narbenhernienversorgung
PRISMA-Flussdiagramm der Literaturrecherche nach Publikationen zum Vergleich von offener versus laparoskopischer Narbenhernienversorgung
eGrafik 2
PRISMA-Flussdiagramm der Literaturrecherche nach Publikationen zum Vergleich von offener versus laparoskopischer Narbenhernienversorgung
Lebensqualität nach dem EuraHS Quality of Life Score (e10) im präoperativen und postoperativen Verlauf im eigenen Patientenkollektiv aus Würzburg (2013–2016)
Lebensqualität nach dem EuraHS Quality of Life Score (e10) im präoperativen und postoperativen Verlauf im eigenen Patientenkollektiv aus Würzburg (2013–2016)
eTabelle
Lebensqualität nach dem EuraHS Quality of Life Score (e10) im präoperativen und postoperativen Verlauf im eigenen Patientenkollektiv aus Würzburg (2013–2016)
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