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Politik

Patientenbeauftragte für Ausweitung von Sprechstunden bei Ärzten

Dienstag, 19. Februar 2019

/dpa

Osnabrück – Im Streit von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn mit der Ärzteschaft über eine Ausweitung der Sprechstunden stellte sich die neue Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Claudia Schmidtke, hinter den CDU-Politiker.

Lange Wartezeiten auf Facharzttermine seien „ein häufiges Thema“ für Patienten, sagte Schmidtke der Neuen Osnabrücker Zeitung (Dienstag). Eine Umfrage des Kranken­kassen­verbandes GKV habe gezeigt, dass „ein Teil der Ärzte“ weniger als 20 Stunden in der Woche anbiete. „Hier kann die Ausweitung der Sprechstunden einen Beitrag zu einer Verbesserung der Patientenversorgung leisten“, sagte Schmidtke. Zugleich verwies sie darauf, dass etwa Hausärzte schon heute mehr als 30 Wochenstunden Sprechzeiten anböten.

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Um eine gute Versorgung von Kranken auf dem Lande zu garantieren, forderte die Patientenbeauftragte „eine bessere Verzahnung von ambulanten und stationären Strukturen, aber auch mobile Angebote der Ärzte, wie der Ärztebus“. Notwendig sei auch eine Reform des Medizinstudiums. „Es muss das Ziel sein, junge Menschen schon während des Studiums für eine ärztliche Tätigkeit auf dem Land zu begeistern“, appellierte die Schleswig-Holsteinerin.

Alarmiert zeigte sich die Herzchirurgin und CDU-Bundestagsabgeordnete über Klagen von Pflegefachkräften, die neuen Personaluntergrenzen würden zum Abbau von Stellen genutzt, wenn Kliniken das gesetzliche Minimum überträfen. „Die Personalunter­grenzen sind keine staatliche Legitimation zum Abbau von Pflegekräften, sondern das Gegenteil“, sagte sie. Um mehr Menschen für den Pflegeberuf zu begeistern, gelte es auch, „die Entlohnung zu verbessern und die Ausbildung sowie den Beruf insgesamt noch attraktiver zu machen.“ © kna/aerzteblatt.de

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Avatar #109
Claas Hüttenrauch
am Donnerstag, 21. Februar 2019, 20:22

Frau Schmidtke sollte sich eher Spahn gegenüber stellen!

Politik & Selbtverwaltung sind verantwortlich für den fortwährenden Schlamassel der dt. Gesundheitsversorgung.
Der weibliche Studenten-Anteil überwiegt mittlerweile den männlichen, was zu weniger Arbeitszeit und Selbstständigkeit führt. Hier muss zumindest Parität der Geschlechter wieder hergestellt werden.
Weiterbildung findet am Bedarf vorbei statt: Die Krankenhäuser bilden sich ihre Hochspezialisten heran, um selbige anschliessend zu rekrutieren. Die Kammern müssen hier die Grundversorgerfächer in der Weiterbildung attraktiver stellen, insbes. in der techniklastigen GOÄ sowie die KV’en in dem die Grundversorger ausgrenzenden EBM, der vorneweg das Budget entleert, des weiteren es Hausärzten nicht gestattet, selbst das Präsenzlabor O1 zu führen und zudem die Versorgung des Unfallbereiches den Hausärzten untersagt, ihnen das dafür notwendige Röntgen untersagt.
Es wäre längst überfällig, die Selbstdispensation für Grundversorger auf dem Land zuzulassen.
Das wichtigste fehlt immerzu in der offensichtlich ideologisch beschränkten dt. Gesundheitspolitik: Eine einheitliche Finanzierung von ambulanter & stationärer Versorgung: Dazu müssen EBM und DRG angeglichen werden: Gleiche Leistung muss gleich & angemessen bezahlt werden - nur das überwindet Sektorengrenzen! Wer kann, der macht. Ambulant vor stationär. Nur angemessene Vergütung behebt den Fachpersonal-Mangel.
Die Polizik ist aufzurufen, die Nachfrageseite mit mehr Selbstbeteiligung in Verantwortung zu nehmen: Dazu ist ein Tarif-Wettbewerb unter den Kostenträgern herbeizuführen: Unterschiedliche Tarife sollen die Zugangswege individuell gewünscht darstellen: Vom Telmed über HzV zu freiem Zutritt amb/stationär sind die Beiträge diversifiziert zu offerieren, wobei Selbstbehalte obligat sind. Zudem wäre die Beitrags-Verpflichtung über Sozialbeitragsversicherte Arbeitnehmer auch auf die mitversicherte Klientel auszuweiten, zugewanderte Nichteinzahler in der High-end-Leistungsgewähr auf die Grundversorgung zu begrenzen.
Die Politik wäre gut beraten, für bessere Rahmenbedingungen auf dem Lande zu sorgen: Führen Sie endlich einen Steuer-Wettbewerb der Bundesländer, Gemeinden und Kommunen ein! Den Regionen sollte zukünftig dadurch eine eigene Steuerpolitik erlaubt werden, der Bundesanteil wäre dementsprechend zurückzuführen: Sparsame öffentliche Haushalte der Gemeinden und Kommunen durch regionale Festsetzungen für eigene Bedürfnisse der Verwaltungsaufgaben machen unabhängiger vom Finanzausgleich und ermöglichen niedrige Steuersätze für die Bürger, wodurch die Landregionen damit für Patienten & Ärzte sehr attraktiv und lebenswert werden:

„...Hohe Steuereinnahmen möchte jeder Kanton und jede Gemeinde für sich haben.
Da Kantone und Gemeinden ihre Steuersätze fast vollständig frei festlegen können, versuchen sie daher neben Unternehmen auch die Superreichen mit besonders günstigen Steuersätzen anzulocken.
In der Schweiz bezahlen die reichsten 2.3% der Einwohner fast die Hälfte (41%) der Einkommenssteuern.
Dies führt dazu, dass Kantone und Gemeinden sich mit möglichst tiefen Steuersätzen gegenseitig zu unterbieten versuchen.
Dieser Steuerwettbewerb zwischen den Kantonen und Gemeinden wird politisch stark diskutiert. ..“
https://www.vimentis.ch/d/publikation/127/Kampf+um+mehr+oder+weniger+Steuerwettbewerb.html

Die Politik der GroKo liefert hier nicht:
„... Dabei liegt Deutschland im internationalen Steuerwettbewerb längst weit zurück, wie eine Studie des Kronberger Kreises zeigt, dem führende deutsche Topökonomen wie die Wirtschaftsweisen Lars Feld und Volker Wieland oder Ifo-Chef Clemens Fuest angehören. Denn sechs der sieben führenden Industrienationen sowie ein wesentlicher Teil der EU-Mitglieder haben in den vergangenen Jahren umfangreiche Steuerreformen umgesetzt und bereiten schon weitere Schritte vor. „Das hat zur Folge, dass Deutschland in wenigen Jahren die höchste unternehmerische Steuerbelastung unter den G-7-Staaten und in Europa aufweisen wird“, stellen die Wirtschaftsexperten fest...“
https://www.welt.de/wirtschaft/article184386404/Unternehmensteuern-Der-Steuer-Stillstand-bedroht-unseren-Wohlstand.html?wtrid=newsletter.wirtschaft..wirtschaft..%26pm_cat%5B%5D%3Dwirtschaft&promio=81498.1005562.4863698&r=716300655075162&lid=1005562&pm_ln=4863698
Die Union wäre gut beraten, mit kluger Steuerpolitik blühende Landschaften zu ermöglichen.
Die Patienten-Beauftragte sollte also Politik & Selbstverwaltung Paroli bieten - und Lösungen für die Misere fordern - anstatt sich hinter den jeweiligen Minister zu verstecken : Herzchirurgen behandeln übrigens Ursachen von Symptomen differenziert und individuell. Minister mit Mainstream-Jargon der Gesundheitswissenschaften dagegen kommen und gehen...
Avatar #672734
isnydoc
am Donnerstag, 21. Februar 2019, 11:14

Es gibt doch in BERLIN am Herbert-Lewin den neuen Chronometer

und damit sind Arbeitszeitbetrachtungen, die zuvor von fjmvw angestellt wurden, gut möglich.
Wie funktioniert der? Dazu heisst es:
"Pro Sekunde gehen 7,9 Minuten Arztzeit auf der Arztzeituhr verloren.Jede Minute verschwinden 474 Minutenauf der Uhr, die ein Arzt an Arbeitszeit aufbringt. Etwa alle 4 Stunden verliert die Versorgung somit ein VZÄ eines Arztes oder Psychotherapeuten."
Sie verstehen nur "Bahnhof"? Na ja, ich blicke es auch nicht ...
Avatar #88767
fjmvw
am Donnerstag, 21. Februar 2019, 08:48

Kann Politik auch mal ohne inhaltsleere Phrasen auskommen?

Bessere Verzahnung ambulant - stationär: Toll, schafft doch als Politiker endlich mal die Voraussetzungen dafür? Wie, ihr wisst nicht, wie das geht? Dann solltet ihr euch fragen, ob ihr für euren Job geeignet seid. Eine bessere Verzahnung gibt es, wenn man die Sektorengrenzen abschafft. Dazu wiederum sind erstens die entsprechenden Gesetze anzupassen und zweitens muss man Markt und Wettbewerb einführen.

Gute Versorgung auf dem Land „garantieren“: Was für ein hohles Geschwätz. Die Versorgung ist gut, behaupte ich. Anhand welcher Kriterien will denn jemand belegen, dass sie nicht gut ist? Behaupte ich, die Versorgung sei schlecht, mit welchen Argumenten will das jemand widerlegen? Im Übrigen haben die Kassen den Auftrag, die Versorgung der Patienten sicherzustellen. Adressat einer solchen Forderung müssten also die Kassen sein – nicht die Ärzte.

Junge Menschen für eine ärztliche Tätigkeit auf dem Land begeistern“:
Da biete ich zwei Varianten an.

Variante 1: 50h/Woche in der Praxis, am Wochenende dann noch die Buchhaltung etc. Einkünfte vergleichbar mit einem angestellten Oberarzt. Regressgefahr bei Heilmitteln, Medikamenten und Zeitüberschreitungen. Häufige Bereitschaft. Drangsalierungen durch die KV. Bashing durch Politiker alle drei Monate. Honorarabsenkungen, weil es der Politik nun mal gerade so passt.

Variante 2: 40h/Woche an Arbeitszeit „über alles“. Keine Regresse, keine erzwungenen Bereitschaftsdienste, kein Bashing durch Kassen oder Politiker, Verlässlichkeit beim Honorar.

Welche Variante würde ein Arzt wohl wählen? Siehst du, und nun sollte man diese Botschaft an die Herzchirurgin transportieren, für die der modifizierte Satz gilt: Mädel, wärst du doch bei der Herzchirurgie geblieben.
;-)
LNS