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Medizin

Nutri-Score könnte Todesfälle reduzieren

Dienstag, 27. August 2019

Der Nutri-Score bezieht neben dem Gehalt an Zucker, Fett und Salz auch empfehlens­werte Bestandteile wie Ballaststoffe oder Proteine ein und gibt dann einen einzigen Wert an – auf einer fünfstufigen Skala von dunkelgrün bis rot. Das Modell des Max-Rubner-Instituts nutzt den gleichen Algorithmus, zeigt das Ergebnis aber in Sternen statt farbigen Buchstaben. /picture alliance

Paris – Die Kennzeichnung aller Lebensmittel im Supermarkt mit dem Nährwertlabel Nutri-Score könnte die Kalorienaufnahme der Bevölkerung um durchschnittlich 9 % sen­ken und jedes Jahr Tausende Todesfälle durch ernährungsbedingte Krankheiten verhin­dern. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie aus Frankreich, die im International Journal of Behavioral Nutrition and Physical Activity veröffentlicht wurde (doi: 10.1186/s12966-019-0817-2).

Der Nutri-Score wurde in Frankreich 2017 eingeführt, kennzeichnet allerdings noch nicht alle Produkte. Die Studie der Universitäten Paris, Grenoble und Borbigny zeigt erstmals auf, wie sich ernährungsbedingte Krankheiten in Frankreich verringern würden, wenn das Label flächendeckend eingeführt würde. Ergebnis: Die Todesfälle aufgrund von nicht­über­trag­­baren, ernährungsbedingten Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs würden um 3,4 % sinken.

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Die Forscher nutzten zum einen die Daten einer vorherigen Studie: Sie hatte in einem Experiment gemessen, wie sich ein Einkaufskorb in Hinblick auf die Gesundheit des In­­­halts verbessert, wenn alle Produkte mit dem Nutri-Score oder mit einem von 4 weiteren Nährwertlabels (Health Star Rating-System, Nährstoff-Ampel, Referenz-Zufuhr und SENS) gekennzeichnet werden.

In einem zweiten Schritt zogen sie Daten zum Ernäh­rungsverhalten der (französischen) Gesamtbevölkerung hinzu und berechneten, wie sich Kalorienaufnahme und Nährwert­zusammensetzung durch die Labels verändern würden – unter der Annahme, dass die eingekauften Lebensmittel auch so gegessen werden.

Demnach würde der Nutri-Score die Gesamtkalorienaufnahme pro Person um durch­schnitt­lich 9 % senken. Die Menschen würden rund 180 Kilokalorien pro Tag weniger essen. Auch die Zusammensetzung der Nahrung wäre gesünder durch mehr Obst (plus 12,4 %), Gemüse (plus 5,4 %) und Ballaststoffe (plus 7,2 %) und weniger gesättigte Fett­säuren (minus 29,9 %) und Salz (minus 4,1%).

Im letzten Schritt berechneten die Forscher, wie sich diese verbesserte Ernährung auf die Gesundheit auswirken würde. Sie speisten dazu zusätzlich Daten über die statistischen Zusammenhänge zwischen der Art der Ernährung und der Häufigkeit von Folgeerkran­kungen und Sterbefällen in ein Rechenmodell. So konnten sie berechnen, wie viele Sterbe­fälle das jeweilige Label über die verbesserte Ernährung verhindern würde.

Ergebnis: Von allen 5 Labels würde der Nutri-Score die meisten Todesfälle durch ernäh­rungsbedingte Krankheiten verhindern. Binnen einem Jahr würden 7.680 Personen weni­ger versterben. Das entspricht einem Minus von 3,4 %. Auch die anderen Nährwert-Labels würden die Sterblichkeit verringern, allerdings in geringerem Ausmaß: Health Star Rating System (minus 2,8%), Referenz-Zufuhr (minus 1,9%), Nährstoff-Ampel (minus 1,6%) und SENS (minus 1,1%).

DANK: „Kein echtes Argument mehr gegen den Nutri-Score“

Die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) betonte, dass die Ergebnisse zwar nicht zwangsläufig eins zu eins auf andere Länder über­tragbar seien, aber doch zeig­ten, dass der Nutri-Score die Auswahl gesünderer Lebensmittel im Vergleich zu ande­ren Labels am besten fördere und darüber letztendlich zahlreiche Todesfälle vermeiden könne.

„Es gibt kein echtes Argument mehr gegen den Nutri-Score“, sagt DANK-Sprecherin Bar­bara Bitzer, „auch der Vorwurf, er würde die Kalorienaufnahme nicht beeinflussen, ist spätestens jetzt entkräftet“. Bundesernährungsministerin Julia Klöckner müsse diese „überwältigenden Nach­weise endlich zur Kenntnis nehmen und den Nutri-Score in Deutschland einführen“. © nec/aerzteblatt.de

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Avatar #785917
mstieble
am Mittwoch, 28. August 2019, 10:12

Who wants to live forever?

Liebes aerzteblatt.de und an dieser Stelle auch liebe DANK,

um auf den Kommentar von Nicolai Worm zu verweisen: man sollte die Grundlagen für die Berechnung des Nutri-Score zunächst infrage stellen. Außerdem lässt sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen, dass alle Nahrungsmittel die mit FoPLs versehen werden sollen einfach bei jeglicher Ernährungsweise vermieden werden sollten und das Problem der Mortalität von non-communicable diseases löst sich in Luft auf.

Womit wir aber bei einem äußerst kritischen methodischen Schwachpunt (lies: Schwachsinn) angekommen sind. Der besagte Artikel modelliert eine Reduktion der Mortalität bzw. der Todesfälle pro Jahr. Und dann was? Diese Menschen leben ewig? Wir sterben alle. Mortalität als Endpunkt ergibt in diesem Kontext keinen Sinn, denn sterben werden wir unabhängig von jedweder Lebensweise. Die eigentliche Frage lautet: Wieviel länger lebt man (in Bezug auf eine Vergleichsgröße), möglicherweise bei bester Gesundheit, unter dem Einfluß und Einhalten bestimmter Verhaltensweisen, z.B. der Ernährung nach dem Nutri-Score? Diese Frage ist nicht unergründlich jedoch schwer zu testen, was zur nächsten Frage führen kann: Wieviel weniger Krankheitsvoränge und volkswirtschaftlich gesehen, wieviel weniger (oder mehr) krankheitsbedingter Kosten entstehen dem Gesundheitssystem durch Anwendung des Nutri-Score?

Das einzige was sich möglicherweise aus der Untersuchung ableiten ließe, ist die Beobachtung das der Nutri-Score im Vergleich zur gewählten Referenz (!) scheinbar zu einer Reduktion der Kalorienaufnahme der Probanden geführt hat. Eine Verbesserung der diätischen Qualität lässt sich mEn zunächst nicht feststellen, denn, wie oben schon angedeutet, sollte man auf Lebensmittel mit Label ganz generell eher verzichten. Eine Diät die infolge irgendeines Labels vielleicht aus hauptsächlich Joghurt und Saft besteht weil mit hellgrünen B (Nutri-Score) gekennzeichnet ist, ist alles andere als förderlich.

Ich gehe davon aus, das Obst umd Gemüse, Fleisch beim Fleischer, Eier und Brot vom Bäcker keine Labels tragen. Also ja, führt irgendein Label ein und dann bringen wir allen bei auf Lebensmittel mit Label zu verzichten. So wird sich das Gesundheitsproblem dann auch lösen.
Avatar #687320
Nicolai Worm
am Mittwoch, 28. August 2019, 08:19

Rechenübungen senken Todesfälle / viele Argumente gegen Nutri-Score

Wieso diskutiert man im Jahr 2019 die Einführung eines Scores, dessen Kriterien großteils wissenschaftlich längst als unsinnig identifiziert sind?
Nur die „Zucker-Reduktion“ hat heute wissenschaftlich Bestand. A:ber

- Dass Kalorien nicht gleich Kalorien im Körper sind, sondern hormonell ganz unterschiedlich geregelt werden und damit ganz unterschiedliche Effekte in Hunger, Sättigung, Fettspeicherung oder Fettverbrennung haben, kann doch nicht mehr ignoriert werden.

- Dass die gegenwärtige Salzmenge, die in Deutschland im Schnitt konsumiert wird, nicht ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko anzeigt, sondern mit dem niedrigsten Risiko assoziiert ist, sollte auch nicht mehr ignoriert werden.

- Dass "gesättigte Fettsäuren“ weder eine physiolgische Entität darstellt noch ein nachweisbares Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen darstellen, pfeifen sogar schon die Spatzen vom Dach.
http://www.bmj.com/cgi/pmidlookup?view=long&pmid=31270106

Avatar #720508
e.ne
am Dienstag, 27. August 2019, 20:58

Statistik Werbung - wenn es wem hilft - bis zu Gegendarlegungen ...

1. Haben wir in Europa die Möglichkeit uns ausreichend und gesund zu ernähren. Wasser, Kaffe, Tee machen gar nicht dick. O-Saft/Gemüsesäfte auch nicht. Banane (für eine Person eine halbe) + 1 Teelöffel Honig, + 2-3 Esslöffel Joghurt zum Frühstück und noch einsmal später am Tag. 1. gekochtes Ei, Salat zu Mittag. Besonders im Sommer fällt das auf. Am Abend Gurkensalat, Brot belegt mit Tomatenscheiben, oder Radieschen.
Da bleibt an heissen Tagen noch Luft für eine Flasche Bier am Abend.
2. Erzog man früher die Kinder schohn in den Schulen besser: z.B.
"Man spricht nicht über fremde Menschen, Länder, Völker.
Aus einstigen Frechheiten wurden inzwischen kriminelle - dickmachende
Krankheitsfördernde Unsitten. Man spricht nur noch über Andere und nicht mit ihnen. - Das hat Folgen: Man fragt sich wozu überhaupt noch Personalausweise? Wenn man ständig Alle und "wie alle" d.h. auch größer,
kleiner, dicker, dünner, verschiedene Haarfarben und sämtliche möglicher
Altersgruppen und Geschlechter und zunehmend Religionen und Familienstand sein soll ...erklärt sich vermutlich nicht nur Alzheimer mit
der Zeit von alleine. Man wird krank mit denen. Einschlaf/Durchschlafschwierigkeiten, Albträume, man ist so wenig da, dass man viel zu langsam läuft, Herz/Kreislaufprobleme bekommt.
Einkaufen wird zu einer Herausforderung in den großen Supermärkten,
Discountern. Es empfiehlt sich jene Filialen aufzusuchen, die eine Frischfleisch-Wurst-Käsetheke haben - um wirklich nur das zu kaufen, was man haben und essen will und kann - als Einzelperson. Was nützt es mir,
wenn ich günstigst kaufen aber weder einfrieren noch verbrauchen kann.
Es schmeckt ja auch. Und Abwechslung macht auch Spaß. Also muss ich
mehrere Gerichte auf einmal essen oder kurz hintereinander. - Aber:
Eigentlich hatte ich doch gar keinen Hunger. Mein Bauch fühlt sich an wie eine Trommel. - Ich gehe bepackt als ob ich zu Hause mindestsens zu zweit oder noch mehr Personen wäre. Das ist aber alles nur Wahn/Einbildungen Anderer oder auch Luft im Bauch - trotz Actimel, Buttermilch und wenn
auch immer langsamer werdendes Laufen. - Wegen den plötzlich auftreten
könnenden Brustschmerzen traue ich mich auch nicht mehr richtig zu schwimmen ... so folgt eines zum Anderen.
Fremd irgendwo in D - da ist es schwierig zu arbeiten
Wohnen alleine ist immer irgendwie gefährdend.
Früher waren es die Flüchtlinge 1945 ff die Kinder wurden noch gehalten doch dann ist man selber fremd irgendwo, Zugereist oder sie tun so als wäre man schon immer da da da und man hat zu sein "wie alle".
Am deutlichsten fiel es während dem Studium auf. Überhaupt keine Ansprache. Viele Leute aber - man wird nicht gesehen.
Dann wird man 40 und die Erwartungshaltung ist: verh. Kinder, Enkel, Eigentum. - Dann wird man 60/65 fährt mach Berlin landet in dem Jungbrunnen und soll wieder 20 sein. "18 sind sie?" beim Zigarettenkauf.
Da ging es Jahrelang noch am Besten. Für Filmschauspielerinnen gehalten zu werden - ist nicht so deprimierend wie das was sonst in W- oder in Süd-D kommt. - Dieses "im Gefühl gehen" zu Lasten von Sprache und
Kennenlernen, zu wissen nichts zu wissen - ist einfach krank.
Normalerweise achten wir auf unsere Gefühle.
Daraus jedoch ein "Wissen" abzuleiten ... nun: "Gefühle können trügersich sein"! und Leute gehörig in die Irre führen. m/w <> alt /jung/ Nationalitäten, Schichten usw. - Und wer da denkt, Juristen seien im Notfall davon ausgenommen, der irrt. Und auch unkonzentrierte Mediziner natürlich nicht.
LNS

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