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Medizin

Keine Herzrhythmus­störungen durch akute Koffein-Exposition

Montag, 17. Oktober 2016

dpa

Porto Alegre – Die hochdosierte Behandlung mit Koffein ist in einer randomisierten klinischen Studie an älteren Patienten mit systolischer Herzinsuffizienz in JAMA Internal Medicine (2016; doi: 10.1001/jamainternmed.2016.6374) ohne Einfluss auf die Herzaktionen geblieben.

Ob ein hoher Koffeinkonsum Herzrhythmusstörungen auslösen kann, wird seit Jahrzehnten diskutiert. Die bisherige Evidenz gründe sich vor allem auf epidemio­logische Studien, in denen sich nicht sicher nachweisen ließ, dass starke Kaffeetrinker häufiger an Herzrhythmusstörungen erkranken.

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Ein Team um Luis Rohde von der Universidade Federal do Rio Grande do Sul in Porto Alegre sind der Frage jetzt in einer randomisierten Doppelblindstudie nachgegangen. An der Studie nahmen 51 Patienten im Alter von durchschnittlich 61 Jahren teil, die an einer Herzinsuffizienz vom Schweregrad NYHA I-III litten mit einem Abfall der linksventri­kulären Ejektionsfraktion auf durchschnittlich 29 Prozent. Fast alle wurden mit Betablockern und/oder Hemmern des Angiotensin-Systems behandelt. Alle Patienten hatten einen implantierten Kardioverter/Defibrillator (ICD), der Unregelmäßigkeiten im Herzschlag aufzeichnet und im Notfall eine lebensbedrohliche Arrhythmie beenden konnte.

Die Patienten erhielten über fünf Stunden jede Stunde einen entkoffeinierten Kaffee, dem in der einen Hälfte der Patienten ein Koffeinpulver (100 mg) und bei den anderen ein Laktosepulver zugefügt wurde. Die hohe Koffeindosis hatte keinen Einfluss auf die Rate der ventrikulären oder supraventrikulären Arrhythmien.

Im Koffein-Arm wurden im Verlauf der fünf Stunden 185 und in der Placebogruppe 239 ventrikuläre Extrasystolen registiert. Die Zahl der nicht anhaltenden ventrikulären Tachykardien unterschied sich mit 16 unter Koffeineinfluss und 19 in der Placebo-Gruppe ebenfalls nicht signifikant. Die Zahl der supraventrikulären Extrasysstolen war mit sechs in beiden Gruppen gleich.

Für Rohde gibt es deshalb keinen Hinweis, dass ein erhöhter Koffeinkonsum ein akutes Risiko für die Patienten darstellt. Über das langfristige Risiko kann die Studie natürlich keine Aussage treffen. Da die Hälfte der Teilnehmer gewohnheitsmäßig starke Kaffeetrinker waren, bleibt unklar, ob der (versehentliche) Konsum eines stark koffeinhaltigen Getränks nicht doch eine Gefahr bedeuten könnte. © rme/aerzteblatt.de

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