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Vermischtes

Künstliche Intelligenz soll Ärzte bei Diagnose- und Therapie­entscheidungen unterstützen

Freitag, 26. Mai 2017

/Natalia Merzlyakova, stock.adobe.com

Berlin – Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin (MEVIS) und das Unternehmen Siemens Healthineers wollen Ärzte mit einer Kombination aus künstlicher Intelligenz (KI) und der Auswertung großer Datenmengen bei Diagnostik und Therapie unterstützen. Sie haben dafür Verträge für eine vierjährige Zusammenarbeit unterzeichnet.

Bislang liegen in Kliniken und Arztpraxen Bilddaten, Befunde, Laborwerte, digitale Patientenakten und OP-Berichte meist noch getrennt voneinander vor. Fraunhofer und Siemens wollen die Daten jetzt in einem einheitlichen Software-Rahmen unterbringen. „Diese Datenintegration ermöglicht nicht nur einen schnelleren Umgang mit medizinischen Informationen und bildet die Grundlage für ein effizienteres Zusammenwirken der verschiedenen Fachrichtungen und für präzisere und personalisierte klinische Entscheidungen. Sie verspricht auch einen weiteren Mehrwert: Neue, selbstlernende Rechneralgorithmen können verborgene Muster in den Daten aufspüren und den Medizinern wertvolle Unterstützung für ihre Diagnose- und Therapieentscheidungen geben“, hieß es von den Projektpartnern.

Entscheidungsvorbereitung erleichtern

Im Mittelpunkt der Arbeiten stehen Tumorerkrankungen wie Lungenkrebs. Unter anderem müssen die Ärzte dabei zum Beispiel entscheiden, ob die Entnahme einer den Patienten belastenden Gewebeprobe nötig ist oder nicht. Die Systeme von Fraunhofer MEVIS und Siemens Healthineers sollen die Entscheidung der Ärzte künftig erleichtern. Das Ziel: Die Software zeigt all jene Informationen an, die voraussichtlich für die Entscheidung relevant sind. Der Arzt muss sie sich dann nicht mehr aus verschiedenen Quellen zusammensuchen, spart also Zeit.

Ferner ist geplant, die Leitlinien der jeweiligen Fachgesellschaften automatisiert einzubeziehen. Schließlich sollen die Algorithmen einen aktuellen Fall mit einer umfassenden Datenbank verknüpfen: Welche Methoden haben in vergleichbaren Fällen den größten Nutzen gebracht? Ist etwa statt einer Biopsie ein nuklearmedizinisches Verfahren wie PET/CT sinnvoll? Ein ähnliches Vorgehen ist bei der Therapie möglich.

„Wenn es um das Erkennen relevanter Muster und Zusammenhänge in komplexen Datenmengen geht, sind Computer mittlerweile besser als der Mensch“, meinte Horst Hahn, Institutsleiter von Fraunhofer MEVIS. „Das bedeutet aber nicht, dass der Rechner die Therapieentscheidung trifft, sondern er unterstützt die Ärzte durch sein datenbankbasiertes Wissen“, so Hahn.

„Mit dieser Forschungsallianz gehen wir dank intelligenter Datenintegration den nächsten Schritt in Richtung evidenzbasierter Medizin“, erläuterte Walter Märzendorfer, President Diagnostic Imaging bei Siemens Healthineers. © hil/aerzteblatt.de

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