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Ausland

Hungerstreik: Ärzte sorgen sich um Akademiker in der Türkei

Freitag, 16. Juni 2017

Istanbul – Nach 100 Tagen Hungerstreik sorgen sich Ärzte zunehmend um den Gesund­heitszustand von zwei in Ankara inhaftierten Akademikern. Nach so langer Zeit Nahrungsentzug bestehe ein „ernsthaftes Risiko“ für Herzversagen, sagte Onur Naci Karahanci von der Türkischen Ärztekammer in Ankara heute.

Die Universitätsdozentin Nuriye Gülmen und der Grundschullehrer Semih Özakca waren am 9. März aus Protest gegen ihre Entlassungen per Notstandsdekret in den Hungerstreik getreten. Sie nehmen seitdem nur Wasser, Zucker, Salz und Vitamin B zu sich und hatten angekündigt, die Aktion fortzusetzen, bis sie ihre Arbeit zurück­erhalten.

Gülmen und Özakca hatten den Hungerstreik vor dem Menschenrechtsdenkmal im Zentrum der Hauptstadt Ankara begonnen. Ende Mai wurden die beiden wegen des Vorwurfs der Mitgliedschaft in einer Terrororganisation verhaftet. Der Anwalt Selcuk Kozagacli kündigte an, vor das Verfassungsgericht zu ziehen.

Innenminister Süleyman Soylu hatte Gülmen und Özakca nach der Verhaftung als „Terroristen“ bezeichnet und ihnen Unterstützung der linksextremistischen DHKP-C vorgeworfen. Nach neuesten offiziellen Angaben wurden nach dem Putschversuch vom 15. Juli vergangenen Jahres 115.000 Staatsbedienstete entlassen oder suspendiert. © dpa/aerzteblatt.de

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