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Vermischtes

Körperliches Training bei Herzinsuffizienz nicht vernachlässigen

Freitag, 27. Oktober 2017

/Kzenon, stock.adobe.com

Berlin – Regelmäßige Bewegung und Ausdauersport können bei Patienten mit chro­nischer Herzschwäche die Symptome der Erkrankung und damit die Lebensqualität verbessern. Darauf weisen die Deutsche Stiftung für Herzforschung und die Deutsche Herzstiftung hin.

„Untersuchungen zum regelmäßigen Ausdauertraining haben gezeigt, dass sich die Leistungsfähigkeit sogar um zehn bis 25 Prozent verbessern lässt – je nach Intensität und Dauer des Trainingsprogramms. Bewegung bei Herzschwäche ist ungefährlich. Leider ist diese Erkenntnis in der Praxis bei vielen Ärzten noch nicht angekommen“, erläutert Marcus Sandri, Kardiologe am Herzzentrum Leipzig – Universitätsklinik.

Muskelmasse darf nicht schwinden

Allerdings sollte die Bewegungstherapie nur nach gründlicher Untersuchung durch den Herzspezialisten und unter fachlicher Aufsicht beginnen, so der Experte der Deutschen Herzstiftung. Grundsätzlich sei eine Bewegungstherapie generell für alle Patienten mit einer stabilen Herzschwäche – also einem Stadium II bis III nach der Stadieneinteilung der New York Heart Association (NYHA) – möglich.

Ziel der Bewegungstherapie ist laut Sandri nicht in erster Linie die Verbesserung der Herzleistung, sondern zu verhindern, dass die Patienten durch fehlende körperliche Belastungen immer mehr Muskelmasse verlieren und schlechter belastbar werden. „Verlust an Muskelmasse bei Patienten mit chronischer Herzschwäche erhöht das Risiko einer Krankenhauseinweisung und verschlechtert die Prognose“, warnt der Kardiologe.

Gut geeignet seien Aktivitäten, bei denen viel Bewegung mit vergleichsweise wenig Kraftaufwand verbunden sei: Spazierengehen, längeres Wandern, Nordic Walking, Radfahren und bei gut trainierten Patienten auch Skilanglauf. In den ersten Wochen eines Ausdauertrainings seien eine ärztliche Überwachung sowie EKG und Blutdruck­messungen während der Übungen zu empfehlen. Ein Ausdauertraining mit dem Fahrradergometer beginne in den ersten Wochen bei sehr niedriger Intensität, maximal 50 Prozent der Herzfrequenzreserve, für zehn Minuten zweimal am Tag.

Laut der Deutschen Stiftung für Herzforschung wirkt sich körperliches Training auch günstig auf die diastolische Herzschwäche aus, die auf einer Füllungsstörung des Herzens beruht und deren Therapie noch nicht so gut erforscht sei wie bei der systolischen Herzschwäche, die auf einem Verlust der Pumpkraft des Herzens beruht. © hil/aerzteblatt.de

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