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Ausland

Smogalarm: Indien und Pakistan ächzen unter giftiger Dunstglocke

Mittwoch, 8. November 2017

Smog umhüllt am 8. November den Triumphbogen „India Gate“ in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi.
Smog umhüllt am 8. November den Triumphbogen „India Gate“ in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi. /dpa

Neu Delhi – Smogalarm: Millionen Menschen ächzen in Indien und Pakistan derzeit unter einer giftigen Dunstglocke. Bereits seit Tagen verschlechtert sich die Luftqualität von Neu Delhi bis Lahore dramatisch. Heute ordneten die Behörden in der indischen Hauptstadt die Schließung aller Schulen bis Sonntag an. Die Gesundheit der Kinder dürfe nicht gefährdet werden, erklärte Vize-Regierungschef Manish Sisodia im Kurz­botschaftendienst Twitter.

Von der Schließung der Schulen in Neu Delhi waren rund fünf Millionen Kinder und Jugendliche betroffen. Zahlreiche Fußgänger und Fahrradfahrer trugen Atemmasken oder bedeckten Mund und Nase mit Taschentüchern und Schals.

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Umstieg auf öffentliche Transportmittel

Die Behörde für Umweltverschmutzung (EPA) warnte, dass sich die Luftqualität in den kommenden Tagen noch verschlechtern dürfte. Die Behörde ordnete die Schließung von Ziegelöfen sowie die Erhöhung von Parkgebühren an, damit die Menschen auf öffentliche Transportmittel umsteigen.

Die Feinstaubwerte in der Millionenstadt Neu Delhi lagen heute nach Angaben der Webseite der US-Botschaft weit über dem von der Welt­gesund­heits­organi­sation WHO ausgegebenen Grenzwert. Demnach wurden mehr als 1.000 Mikrogramm pro Kubik­meter gemessen, das ist 40 Mal mehr als der WHO-Grenzwert für die Zeitspanne von 24 Stunden.

Wie zwei Päckchen Zigaretten pro Tag

Experten zufolge entsprach das Einatmen der verschmutzten Luft dem Rauchen von zwei Päckchen Zigaretten pro Tag. Zuvor hatte bereits der indische Ärztebund wegen des dichten Smogs den Gesundheitsnotstand für die Hauptstadt ausgerufen. Der Smog mache Neu Delhi „als menschliche Wohnstätte ungeeignet“, befand der Arzt Arvind Kumar. Das toxische Niveau beeinträchtige Hirn, Herz, Lungen, „jeden Teil unseres Körpers, und verursacht irreparable Schäden“, fügte der Vorsitzende des Zentrums für Brustchirurgie am Sri Ganga Ram-Krankenhaus in Delhi hinzu.

Neu Delhi wurde 2014 von der WHO als die am stärksten verschmutzte Hauptstadt der Welt eingestuft. Seitdem versuchen die Behörden, die Feinstaubwerte durch vorüber­gehende Stilllegungen von Kraftwerken und Fahrverbote zu senken. Neu Delhis Luftqualität ist mit dem einsetzenden Winter oft besonders schlecht, weil kalte Luft den Smog in Bodennähe hält. Zudem verbrennen viele Bauern trotz eines Verbots die Stoppeln auf ihren abgeernteten Feldern, was die Luft ebenfalls stark belastet.

Nach einer im vergangenen Monat im Lancet veröffentlichten Studie starben in Indien allein im Jahr 2015 rund 2,5 Millionen Menschen an den Folgen von Umweltver­schmutzung – in keinem anderen Land weltweit war es demnach schlimmer.

In Lahore, der zweitgrößten Stadt Pakistans, wurden heute Flüge gestrichen, während die Schule zumindest später begann, um den Kindern den schlimmsten Morgensmog zu ersparen. Krankenhäuser wurden von Patienten mit Atembeschwerden, Augen­problemen und Asthma überrannt.

Im Mayo-Krankenhaus warteten zahlreiche ältere Menschen mit Atemmasken und auf Tragen liegend auf ihre Behandlung. Ihre Zahl habe sich in den vergangenen Tagen vervierfacht, sagte der Arzt Irshad Hussain. In der Provinz Punjab, deren Hauptstadt Lahore ist, wurden rund 180 Fabriken geschlossen. © afp/aerzteblatt.de

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