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Politik

Neues DMP für Patienten mit Herzinsuffizienz

Freitag, 20. April 2018

/emeraldphoto, stockadobecom

Berlin – Patienten mit Herzinsuffizienz können zukünftig an einem eigenen Disease-Management-Programm (DMP) teilnehmen. Das hat der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) gestern beschlossen. Bislang war die Behandlung der Herzinsuffizienz in einem Modul des DMP Koronare Herzkrankheit verankert.

„Damit konnten wir nur diejenigen Patienten erreichen, die in ein DMP zu koronarer Herzkrankheit eingeschrieben waren“, sagte Regina Klakow-Franck, unparteiisches Mitglied und Vorsitzende des Unterausschusses DMP. Die Diagnose einer chronischen Herzinsuffizienz werde demografiebedingt jedoch immer häufiger. Zudem seien Patienten mit Herzinsuffizienz überwiegend älter und in hohem Maße mehrfacherkrankt. „Diesem Versorgungsbedarf wollen wir nun mit einem eigenständigen DMP Herzinsuffizienz gerecht werden“, so Klakow-Franck.

So richten die therapeutischen Maßnahmen den Fokus darauf, regelmäßige tägliche körperliche Bewegung dauerhaft in den Alltag zu integrieren. Weiterhin geht es um eine angemessene tägliche Flüssigkeitsmenge und die Reduktion beziehungsweise Abstinenz von Alkohol und Nikotin. Das DMP Herzinsuffizienz enthält zudem allgemeine und spezifische Empfehlungen zur medikamentösen Therapie und zur Berücksichtigung bestimmter Begleiterkrankungen wie beispielsweise Depression und Niereninsuffizienz.

Als spezielle interventionelle Maßnahmen können für bestimmte Patientengruppen der Einsatz von Herzschrittmachern oder implantierbare Defibrillatoren infrage kommen. Im Rahmen eines in dem DMP vorgesehenen Monitorings wird der klinische Status der Patienten regelmäßig überprüft. Dabei sollen vor allem Hinweise zur Belastbarkeit in Alltagssituationen und zum Volumenstatus erhoben werden.

„Das neue DMP Herzinsuffizienz insbesondere auf die besonderen Aspekte bei Komorbidität ein“, sagte Klakow-Franck. Die Patienten sollen außerdem dabei unterstützt werden, Warnsignale des eigenen Körpers, zum Beispiel eine rasche Gewichtszunahme durch Wasseransammlungen im Gewebe, frühzeitiger zu erkennen, um Dekompensationen der Erkrankung und stationäre Aufenthalte zu vermeiden. „Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz sollen darüber hinaus die Möglichkeit erhalten, sich durch ein individuelles, ärztlich angeleitetes Case Management unterstützen zu lassen“, erklärte die Ausschussvorsitzende. © hil/sb/aerzteblatt.de

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