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Bei etwa 10 % aller Hysterektomien ist die Indikation eine Krebserkrankung. Bei den übrigen circa 90 % handelt es sich um benigne Erkrankungen, davon liegen in 80 % aller Fälle Myome vor, die Beschwerden verursachen. Relativ häufig werden die Frauen in der Zeitspanne vor der Menopause operiert.

Mit Erlöschen der Ovarialfunktion wird das Volumen der Myome deutlich kleiner und somit reduzieren sich auch die Beschwerden. Diese Hormonabhängigkeit führte zu antihormoneller Therapie: Progesteron-Rezeptoren werden mit Ulipristolazetat (UPA) blockiert. Diese orale Medikation stoppt innerhalb einer Woche vaginale Blutungen infolge von Myomen und bewirkt deren Volumenverkleinerung bis um die Hälfte innerhalb weniger Monate. Das hält bis zu einem halben Jahr an. Wiederholungsbehandlungen sind in der Europäischen Union zugelassen (1).

So können einige Jahre bis zur erwarteten Menopause überbrückt werden, also die „Spontanheilung“ via physiologischem Hormonentzug.

Dieser neue Therapieaspekt kommt in den klinischen Leitlinien zu kurz (2). Stattdessen werden vaginale Hysterektomien samt organerhaltender Methoden favorisiert, mit dem Risiko gestörter Ovarialfunktion mehrere Jahre vor der Menopause. Das ist gleichbedeutend mit verkürzter fertiler Phase und schadet dem Gefäßsystem (Herzinfarkt bei nichtrauchenden gesunden Frauen erst postmenopausal).

Iatrogen die Dauer der Ovarialfunktion verkürzen schadet den Gehirngefäßen. In einer großen Mayoklinik-Studie zeigten sich bei Frauen mit Hysterektomie-Anamnese (mit Adnexentfernung einseitig/beidseitig) deutlich häufiger kognitive Beeinträchtigungen und Demenz: 190 von 1 489 versus 113 von 1 472 (Hazard Ratio [HR]1,46; p < 0,0001) (3).

Ein weiteres Gefäßproblem nimmt durch Hysterektomien beziehungsweise deren invasive Alternativen in ähnlicher Höhe zu: ischämischer Insult (4). Davon sind jährlich insgesamt 250 000 Bürger betroffen. Dazu sollten Hysterektomien samt invasiven Alternativen nicht beitragen und: die klinische Leitlinien darauf hinweisen.

DOI: 10.3238/arztebl.2016.0689b

Prof. Dr. med. J. Matthias Wenderlein

Universität Ulm

wenderlein@gmx.de

Interessenkonflikt

Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Wenderlein JM: Algorithmus-Aspekte zur Myomtherapie. gyne 2016; 4: 20–7.
2.
Neis KJ, Zubke W, Fehr M, Römer T, Tamussino K, Nothacker M: Clinical practice guideline: Hysterectomy for benign uterine disease. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 242–9 VOLLTEXT
3.
Rocca WA, Bower JH, Maraganore DM, et al.: Increased risk of cognitive impairment or dementia in women who underwent oophorectomy before menopause. Neurology 2007; 69: 1074–83 CrossRef MEDLINE
4.
Fauser F: Hysterektomie und späteres Apoplex-Risiko. Frauenarzt 2016; 3: 256–61.
1.Wenderlein JM: Algorithmus-Aspekte zur Myomtherapie. gyne 2016; 4: 20–7.
2.Neis KJ, Zubke W, Fehr M, Römer T, Tamussino K, Nothacker M: Clinical practice guideline: Hysterectomy for benign uterine disease. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 242–9 VOLLTEXT
3. Rocca WA, Bower JH, Maraganore DM, et al.: Increased risk of cognitive impairment or dementia in women who underwent oophorectomy before menopause. Neurology 2007; 69: 1074–83 CrossRef MEDLINE
4.Fauser F: Hysterektomie und späteres Apoplex-Risiko. Frauenarzt 2016; 3: 256–61.

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