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Es scheint, als habe man bewiesen, was man beweisen wollte. Eine Ministudie mit nicht mal 60 Medizinstudenten, die eine Woche später das gelernte reproduzieren sollen, ist gewiss nicht repräsentativ für die Bevölkerung. Außerdem wurde lediglich die Frage beantwortet, wie schnell eine schlechter werdende Atmung erkannt und darauf reagiert wird. Wer selbst Kurse für Laien gegeben hat, der weiß, dass das überhaupt nicht mit der Studiengruppe vergleichbar ist.

Außerdem bleibt die Frage offen, ob das beschriebene Vorgehen mit Überwachung der Atmung und Freihalten der Atemwege eventuell anderen Patienten schadet, die nicht aus kardialen Gründen bewusstlos sind. In diesen Fällen dürfte eine zunehmende Intoxikation (Beatmung ohne Hilfsmittel dann sinnvoll?) oder eine Verlegung der Atemwege zur Verschlechterung der Atmung führen. Was ist mit stillen Aspirationen, nimmt deren Rate unter den gegebenen Umständen zu?

Eine solche Änderung der Lehraussagen sollte dringend gründlich überdacht werden. Was soll der Teilnehmer machen, wenn er einen Bewusstlosen mit Atmung hat, ihn aber zum Notruf, Türöffnen etc. verlassen muss? Wie lange hat es gedauert, bis nach Änderung der Aussage, dass Laien niemals Herzdruckmassagen durchführen sollen, keine Zweifel in der Öffentlichkeit mehr bestanden?

Diese Diskussion gehört in Fachkreise von Ärzten und Ausbildern und nicht, wie bereits geschehen, sofort bei Facebook publiziert. Das trägt nur zur Verunsicherung der Ersthelfer bei und damit dazu, noch mehr Angst zu haben, etwas falsch zu machen.

Jochen Reiter, 88048 Friedrichshafen

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