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Organspende für Kinder und Jugendliche: Transplantationen auf niedrigstem Stand seit 2008

Dtsch Arztebl 2018; 115(16): A-736 / B-632 / C-632

Hillienhof, Arne

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Kinder auf der Warteliste für ein neues Herz oder eine neue Lunge haben schlechte Überlebenschancen. Foto: patcharaporn1984/stock.adobe.com
Kinder auf der Warteliste für ein neues Herz oder eine neue Lunge haben schlechte Überlebenschancen. Foto: patcharaporn1984/stock.adobe.com

Für kranke Kinder und Jugendliche sind die Organtransplantate knapp. Laut Stiftung Eurotransplant haben Ärzte in Deutschland im vergangenen Jahr 215 Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren lebensrettende Organe verpflanzt – die niedrigste Quote seit 2008. Auf die Zahlen hat jetzt die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) hingewiesen. „Auf der Warteliste zu stehen, ist für die ganze Familie eine sehr belastende und bedrohliche Situation“, sagte DGCH-Präsident Prof. Dr. med. Jörg Fuchs, der selbst Kinderchirurg ist. Obwohl Kinder und Jugendliche über Eurotransplant teilweise bevorzugt mit geeigneten Spenderorganen versorgt würden, weil ihnen sonst irreparable Entwicklungsstörungen drohten, fehlten Transplantate. Von den Kindern auf der Warteliste, die ein neues Herz oder eine neue Lunge brauchten, verstürben daher 30 Prozent. „Die Situation ist zutiefst besorgniserregend“, erklärte auch Dr. med. Axel Rahmel, medizinischer Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). Er plädierte dafür, die Rolle der Transplantationsbeauftragten in den Kliniken zu stärken und die Frage nach einer Organspende bei Behandlungsentscheidungen am Lebensende „unter Berücksichtigung von Patientenverfügungen regelhaft einzubeziehen“. Das Jahr 2017 bedeutete einen Tiefpunkt für die Transplantationsmedizin. Die Zahl der Organspenden war auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren gesunken. Im ersten Quartal verzeichnet die DSO wieder einen leichten Anstieg, warnte aber davor, auf eine Trendwende zu schließen. hil

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    klausenwächter
    am Freitag, 27. April 2018, 06:51

    Trust & Treasure

    Die Transplantationsskandale, weiche Urteile für die exkulpierten Datenfälscher und verpulverte Mittel für Werbekampagnen haben das Vertrauen der Bevölkerung unterminiert. Vor diesem Hintergrund kann man nicht auf eine Zustimmungslösung setzen. Trust is the company's treasure.

    Veränderungen des Managements lösen solche Vertrauenskrisen. Wer keine hinreichende Überwachung der Organvergabe geleistet hat, wer die Verfehlungen bei der Vergabe nicht verdammte, wer unnütze Werbung finanzierte disqualifiziert sich für diesen Bereich hoher ethischer Verantwortung.

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