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Medizin

Febuxostat erhöht Sterberisiko: FDA warnt vor Gichtmittel

Montag, 25. Februar 2019

/emuck, stockadobecom

Silver Spring/Maryland – Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat den Xanthinoxidase­hemmer Febuxostat zu einem Mittel der zweiten Wahl herabgestuft. Patienten sollten nur dann mit Febuxostat behandelt werden, wenn eine Therapie mit Allopurinol versagt habe oder nicht vertragen wurde, heißt es in einem „Safety Alert“. Die Fachinformation von Uloric (in Deutschland Adenuric) wurde mit einem umrahmten Warnhinweis versehen, der auf ein erhöhtes Sterberisiko hinweist.

Anlass für die Warnung sind die vor einem Jahr veröffentlichten Ergebnisse der sogenannten Endpunktstudie CARES („Cardiovascular Safety of Febuxostat and Allopurinol in Patients with Gout and Cardiovascular Morbidities“). Sie war dem Hersteller 2009 anlässlich der Zulassung des neuen Harnsäurehemmers von der FDA auferlegt worden, weil es Zweifel an der kardiovaskulären Sicherheit von Febuxostat gab.

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An der randomisierten Studie hatten 6.190 Patienten mit einem erhöhten kardio­vaskulären Risiko teilgenommen. Zu diesen Risiken hatten Hypertonie, Hyperlipidämie, Diabetes mellitus mit Mikroangiopathie, aber auch frühere kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkt, instabile Angina pectoris, Schlaganfall oder eine perkutane koronare Intervention gehört.

Im primären Endpunkt der Studie, einem Composite aus verschiedenen kardio­vaskulären Ereignissen oder einem Herz-Kreislauf-Tod, hatte es unter der Behandlung mit Febuxostat kein „Sicherheitssignal“ gegeben. Die Hazard Ratio von 1,03 war nicht signifikant, und mit einem einseitigen 98,5-%-Konfidenzintervall von 1,23 war das Risiko unter der vorher festgelegten Noninferioritätsmarge von 1,3 geblieben.

Überraschenderweise war es jedoch zu einem signifikanten Anstieg der kardialen Todesfälle und der Gesamtsterblichkeit gekommen. Unter der Behandlung mit Febuxostat waren pro Jahr 15 von 1.000 Patienten an Herzkrankheiten gestorben gegenüber 11 von 1.000 Patienten, die über ein Jahr mit Allopurinol behandelt worden waren. 

Insgesamt hatte es unter der Behandlung mit Febuxostat pro Jahr 26 Todesfälle auf 1.000 Patienten gegeben gegenüber 22 Todesfällen pro 1.000 Patienten, die ein Jahr lang mit Allopurinol behandelt worden waren.

Die Ursachen für die erhöhte kardiale oder Gesamtsterblichkeit scheinen nach wie vor unklar zu sein. Die Ergebnisse aus einer randomisierten kontrollierten Studie lassen sich jedoch nicht ignorieren. Nach einem Treffen mit externen Beratern zieht die FDA den unvermeidlichen Schluss. Die Ärzte werden angewiesen, Febuxostat nur noch bei Versagen oder Unverträglichkeit von Allopurinol zu verordnen. Die Fachinformationen werden mit einem umrahmten Warnhinweis versehen, der auf das erhöhte Sterberisiko hinweist, und in den Patienteninformationen wird auf die Symptome einer ischämischen Herzkrankheit hingewiesen.

In der deutschem Fachinformation wird von der Verordnung von Febuxostat bei Patienten mit ischämischer Herzkrankheit oder dekompensierter Herzinsuffizienz abgeraten. Ein Hinweis auf die Ergebnisse der CARES-Studie fehlt jedoch. © rme/aerzteblatt.de

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