SucheTrefferlisteWissenschaftlichkeit muss Grundlage ärztlicher Tätigkeit bleiben
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Wissenschaftlichkeit muss Grundlage ärztlicher Tätigkeit bleiben

Freitag, 24. Januar 2020

/Gorodenkoff, stockadobecom

Berlin – Die wissenschaftliche Medizin muss weiterhin die Grundlage ärztlicher Tätigkeit bilden. Dafür hat sich die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) in ihrer Stellungnahme „Wissen­schaftlichkeit als konstitutionelles Element des Arztberufes“ ausgesprochen, die sie auf Empfehlung ihres Wissenschaftlichen Beirats vorgelegt hat.

Um Schritt halten zu können mit dem enormen Erkenntniszuwachs und dem technischen Fortschritt müssten Ärzte wissenschaftliche Informationen und ihre Quellen kritisch eva­lu­ieren und anwenden können, heißt es darin.

Anzeige

Der Grundstein für den Erwerb der Wissenschaftskompetenzen werde in der medizini­schen Ausbildung gelegt. Die BÄK verweist gleichzeitig auf die Bedeutung der ärztlichen Weiter- und Fortbildung im Hinblick auf die kontinuierliche Weiterentwicklung der im Studium erworbenen Kenntnisse.

Wissenschaftlichkeit und lebenslanges Lernen sind Kernelemente der ärztlichen Tätig­keit“, betonte BÄK-Präsident Klaus Reinhardt. Nur wenn sie fachlich auf dem neuesten Stand seien, könnten Ärzte ihre Patienten optimal behandeln. Er erläuterte, die bewährte ärztliche Fortbildungskultur werde aber durch die extreme Arbeitsverdichtung und die ausufernde Bürokratie in Krankenhäusern und Praxen bedroht.

Die von einem Arbeitskreis des Wissenschaftlichen Beirats unter der gemeinsamen Feder­führung von Robert Jütte und Heyo Kroemer erarbeitete Stellungnahme betont außerdem die Notwendigkeit einer Finanzierung von Fortbildungsveranstaltungen innerhalb des Systems, um einer möglichen Einflussnahme der pharmazeutischen Industrie durch Sponsoring entgegenzuwirken.

Neben klassischen Fortbildungsveranstaltungen sei zudem ein Ausbau des digital ge­stütz­ten Zugangs zu Informationen ebenso notwendig wie die Förderung des „Organisa­tionalen Lernens“, zum Beispiel in ärztlichen Peer-Reviews oder Qualitätszirkeln.

Die ärztliche Aus-, Weiter- und Fortbildung muss nach Auffassung der Experten darüber hinaus die Versorgungsrealität widerspiegeln, die immer stärker geprägt werde von Interdisziplinarität, Interprofessionalität und flachen Hierarchien.

So setze die zunehmende Ambulantisierung der medizinischen Versorgung einen entsprechenden Zuwachs und eine kontinuierliche Weiterentwicklung medizinisch-wissenschaftlicher Expertise im ambulanten Bereich voraus. Dies erfordere auch eine verstärkte Kooperation zwischen ambulantem und stationärem Sektor nicht nur in der Aus-, Weiter- und Fortbildung, sondern auch bei Forschungsaktivitäten. © may/EB/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #759489
MITDENKER
am Donnerstag, 30. Januar 2020, 16:08

ZENTRUM D.G. bzw. Neosmart

Ok, dass der Betreiber Herr Boksberger offenbar recht geschäftstüchtig ist - sei's drum, das sind viele Ärzte und Pharmafirmen auch -, aber 2 Firmen Konkurs und 11 Firmen liquidiert klingt weniger gut, das räume ich ein. Das von den Skeptikern gehypte Psiram schreibt jedoch: "Geschäftsführerin der ZdG Gesellschaft für Ernährungsheilkunde GmbH ist Iris Muthmann." (über Herrn Boksberger ist dort - und das ist selten - nichts zu finden)

Die ZdG-Artikel sind jedoch meistens gut geschrieben, gut recherchiert und entgegen der üblichen Skeptiker-Kritik ausreichend bis gut belegt Bin auf die Kritik der MORGENPOST gestoßen, naja, dem ZdG wird unterstellt sie würden behaupten, dass Rotwein-Kapseln gegen Krebs wirken sollen ....der Orig.-Artikel des ZDG ist übrigens noch online und da wird das nicht behauptet, sondern man findet in diesem nur den - nun wirklich nicht problematischen und sachlich korrekten - Hinweis:
"Zahlreiche Studien haben bereits gezeigt, dass Polyphenole z. B. gegen Krebs wirken oder auch das "schlechte" LDL-Cholesterin sowie den Blutdruck natürlich senken. Zu den wichtigsten Polyphenolen im Rotweinextrakt zählt das OPC (oligomere Proanthocyanidine) und das Resveratrol."
Welche frevelhafte und unlautere Behauptung! (Vorsicht Ironie)

Studienbelege findet man übrigens unter dem ZDG-Artikel, z.B.:
•Rezk YA et al, "Use of resveratrol to improve the effectiveness of cisplatin and doxorubicin: study in human gynecologic cancer cell lines and in rodent heart, Am J Obstet Gynecol, Mai 2006, (Die Anwendung von Resveratrol, um die Wirksamkeit von Cisplatin und Doxorubicin zu verbessern: Studie an menschlichen gynäkologischen Krebszelllinien und Nagetierherzen)
•Mao QQ et al, "Resveratrol confers resistance against taxol via induction of cell cycle arrest in human cancer cell lines, Mol Nutr Food Res, November 2010, (Resveratrol verleiht Resistenz gegen Taxol durch Einleitung des Zellzyklus-Arrestes in menschlichen Krebszelllinien)
Avatar #79783
Practicus
am Donnerstag, 30. Januar 2020, 00:58

@Mitdenker

Dann geben Sie mal "Neosmart AG" in eine Suchmaschine Ihrer Wahl ein! Herr Boksberger betreibt schon lange reißerische Gesundheitsseiten, die viele Klicks produzieren....
Neosmart ist bereits der vierte Anlauf dieser AG, die vorher schon unter den Namen - Mind Team AG- Trianon AG- redG Ltd....
Heinz Boksberger hat in seiner bisherigen beruflichen Laufbahn 21 Firmen (mit-)gegründet, mit 2 Firmen Konkurs angemeldet und 11 Firmen liquidiert ....
Das spricht für Vertrauenswürdigkeit, ganz ohne Zweifel!
Avatar #759489
MITDENKER
am Dienstag, 28. Januar 2020, 14:53

Quellenfrage

Ist immer das Gleiche, es wird nicht inhaltlich auf die Argumente der verlinkten Seiten eingegangen, sondern die Seriosität der Seite bzw. der Autoren angezweifelt. Das wird doch immer "argumentum ad hominem" genannt u. bemängelt :-).
Die Quellen werden IN/AUF dieser Seite genannt, das dürfte ja wohl reichen. (Zudem gibt's auf dieser Seite eine Adresse, im Gegensatz zu PSIRAM, was die Skeptiker hier immer gerne zitieren):
Neosmart Consulting AG
Lidostrasse 6
CH-6006 Luzern
Avatar #79783
Practicus
am Montag, 27. Januar 2020, 23:25

@Mitdenker

Ach so, aus DIESER Quelle beziehen Sie ihre Informationen...
Eine Seite, die ihre Autoren nicht nennt - wer da für den Verkauf wertloser "Ernährungsberaterkurse" wirbt, ist nicht bekannt... Name? Qualifikation? Beerufliche Tätigkeit? Alles Fehlanzeige.
Das "Zentrum der Gesundheit" ist so vertrauenswürdig wie Fox-News...
Belegen Sie ihre Anwürfe bitte mit echten Quellen!
Avatar #759489
MITDENKER
am Montag, 27. Januar 2020, 23:03

Die Evidenzbasierung der Schulmedizin...

PS:
Wirklich, dann "freuen" wir uns schon mal auf die Streichung von ca. 90% der schulmed. Therapien:
Aufgedeckt: 400 medizinische Verfahren sind vollkommen nutzlos

Zahlreiche etablierte medizinische Verfahren haben keinen Nutzen und richten sogar Schaden an.
Hier der ganze Artikel:
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/news/medizinische-verfahren-nutzlos-190605060.html
Avatar #759489
MITDENKER
am Montag, 27. Januar 2020, 22:54

Wissenschaftsgläubigkeit

Dieses sektiererische Eindreschen auf die Homöopathie zeigt deutlich, dass die Kommentatoren die eigentlichen Probleme des Medizinbetriebs nicht verstanden haben. Und offenbar wenig Ahnung von "Wissenschaft" haben. Die Kommentare zeigen vielmehr eine unreflektierte Wissenschaftsgläubigkeit, die in diesem hervorragenden Artikel aufs Korn genommen wird:
https://www.psychologytoday.com/us/blog/out-the-darkness/201911/scientism

Auszug daraus:

Scientism as a Belief System
....There is an important parallel with the story of Galileo, who invited his contemporaries to look through his telescope. The Aristotelians and Church dignitaries refused to do so, as they had already decided that they knew the truth and didn’t want their worldview to be undermined. This is the case with dogmatic materialists who have decided what they believe and refuse to consider—or dismiss out of hand—any evidence that contradicts their beliefs.
(Und jetzt kommts:)
True science means accepting that human knowledge is limited, and present theories are provisional and incomplete. True science means being willing to examine evidence on its own terms, outside the prism of the belief system of materialism. In other words, it means having the courage to look through the telescope.

Aber lest getrost den ganzen Artikel, er zeigt auf welche Sektierer sich hier unter dem Schutzschild von "Wissenschaftlichkeit" auf alles stürzen bzw. niedermachen wollen was ihnen nicht in den Kram passt. Und die inflationär dabei gebrauchten Begriffe sind "Wissenschaft" und "Patientenschutz". Dabei geht es ihnen i.d.R. leider gar nicht um diese Werte.
Avatar #737153
rodneyprice
am Montag, 27. Januar 2020, 13:04

Wissenschaftlichkeit muß Grundlage.....

Dazu müßte endlich die Homeopathie als Quacksalberei erkannt werden und per Gesetz aus den Krankenkassenleistungen verbannt werden, wer Homeopathie haben möchte soll ruhig selber bezahlen. Die Einrichtung einer Hochschulfakultät, die sich mit "alternativen" Heilmethoden befaßt (wie die in Cornwall, england), wäre zu begrüßen. Somit könnte man der Quacksalberei den Garaus machen.
Avatar #88255
doc.nemo
am Montag, 27. Januar 2020, 12:41

Hoffnungsschimmer

Hoffentlich deutet sich damit ein Ende des alten Hoppe'schen Kuschelkurses der BÄK mit der esoterischen Paramedizin an!
Avatar #808406
ksusu
am Freitag, 24. Januar 2020, 21:00

Wissenschaftlichkeit

Wissenschaftlichkeit passt allerdings nicht mit esoterischem Humbug wie der Homöopathie zusammen. Das hat sich wohl noch nicht in allen Ärztekammern rumgesprochen.
LNS

Zum Artikel

Fachgebiet

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...