SucheTrefferlisteMillionenförderung für COVID-Biobank und Datensammlung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

Millionenförderung für COVID-Biobank und Datensammlung

Montag, 25. Mai 2020

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU, Mitte) steht, während des Besuchs im Clinicial Research Center (CRC) der Medizinische Hochschule Hannover (MHH), in der Biobank zur Sicherung von Patientenproben. /picture alliance, Ole Spata

Hannover – Das niedersächsische Wissenschaftsministerium unterstützt den Aufbau einer COVID-19-Kohorte an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und dem Klinikum Region Hannover (KRH) mit rund zwei Millionen Euro.

Dafür sollen in den kommenden zwei Jahren Bioproben und Daten von 1.000 unter­schied­lich stark am Coronavirus SARS-CoV-2 erkrankten Patienten sowie Kontrollproben von Menschen mit anderen Atemwegserkrankungen gesammelt werden.

Anzeige

„Wir haben bereits mit dem Sammeln von Blutzellen, Plasma, Speichel, Urin, und Zellen aus dem Atmungstrakt begonnen und auch schon zahlreiche Anfragen für molekulare Analysen von Forschern der MHH und des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) erhalten“, berichtet Thomas Illig, Leiter der Hannover Unified Biobank (HUB), wo die COVID-19-Biobank untergebracht ist. Er betonte, die HUB erfüll die hohen Sicherheits­auf­lagen, um die Bioproben zu verarbeiten und einzulagern.

Die Analysen der Bioproben sowie genaue Angaben zu den einzelnen Patienten wie Alter, Geschlecht, Krankheitsverlauf, Laborwerte, Medikamenteneinnahme oder Nikotinkonsum sollen Aufschluss darüber geben, welche Rolle die Gene, das Immunsystem aber auch Vor­erkrankungen wie etwa Diabetes, Asthma, Nierenschäden oder Bluthochdruck für den Verlauf einer SARS-CoV-2-Infektion spielen.

Außerdem geht es darum, welche Langzeitschäden das Virus an Lunge und anderen Or­ga­nen verursachen kann und wie sich die Behandlung von COVID-19-Patienten ver­bess­ern lässt.

„Wir vermuten, dass eine Mischung aus dem überreagierenden Immunsystem, den indivi­duellen Erbanlagen und den Stoffwechselvorgängen verantwortlich für die sehr unter­schied­lichen Schweregrade ist“, erklärt Markus Cornberg, leitender Oberarzt an der MHH-Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie und klinischer Direktor am HZI.

Der Infektiologe ist zudem Direktor des Zentrums für individualisierte Infektionsmedizin (Centre for Individualised Infection Medicine CiiM), einer gemeinschaftlichen Einrichtung von MHH und HZI. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #760232
penangexpag
am Dienstag, 26. Mai 2020, 08:26

digitale Unfähigkeit

In den Medien tauchen Berichte auf, daß auch jetzt, fast 6 Monate nach Realisierung der Pandemiesituation, in Deutschland noch immer keine verzögerungsfreie zentralisierte Erfassung der coronarelevanten Fälle erfolgen kann. Gänzlich unabhängig von allen Datenschutzfragen ist es ein Kinderspiel, einen zentralen Sammelserver - etwa beim RKI oder beim BGA - einzurichten, auf dem alle medizinischen Akteure (Praxen Krankenhäuse etc.) verpflichtend diese Fälle in anonymisierter Form, aber versehen mit einem Satz von Beurteilungskriterie, einspeichern. Das Elend mit dem Föderalismus muß dabei überhaupt nicht zur Wirkung kommen. Auch gesetzliche Hürden gibt es nicht, ein regierungsgestützter Ministererlass reicht völlig aus. Wenn ein Land wie Deutschland bereits an einer so simplen Digitalaufgabe scheitert - dann können wir überhaupt einpacken.
LNS

Zum Artikel

Fachgebiet

Fachgebiet

Anzeige

Stellenangebote

    Weitere...