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Medizin

Fruchtwasseruntersuchungen: Restrisiko bleibt bestehen

Donnerstag, 27. September 2007

Düsseldorf – Amniozentesen bergen nach wie vor Risiken. Diese reichen bis zum Abgang des Fetus. Dies belegt eine Studie von Wissenschaftlern des Instituts „Praenatal-Medizin und Genetik“ in Düsseldorf in der Zeitschrift Ultraschall in der Medizin (DOI: 10.1055/s-2007-963217). In der Regel erfolgt eine Fruchtwasseruntersuchung zwischen der 14. und 16. Schwangerschaftswoche. Das entnommene Fruchtwasser enthält abgelöste Zellen des Ungeborenen. Im Labor untersucht, geben deren Chromosomen Aufschluss über mögliche genetische Aberrationen.

Anhand der Daten von mehr als 20.000 Schwangeren recherchierte die Arbeitsgruppe von Peter Kozlowski vom Institut „Praenatal-Medizin und Genetik“ den Schwangerschaftsverlauf werdender Mütter nach einer Amniozentese. Diese verglichen sie mit fast 13.000 Schwangerschaften, bei denen die Ärzte die werdenden Mütter nur mit Ultraschall untersuchten. Es zeigte sich, dass die Amniozentese die Fehlgeburtenrate von 0,82 Prozent auf 1,31 Prozent erhöht.

Die Differenz von fast einem halben Prozent bedeutet, dass auf etwa 200 Amniozentesen eine zusätzliche Fehlgeburt kommt. Ein besonderes Risiko stellt die Amniozentese laut Studie dar, wenn sie sehr früh, nämlich bereits mit in der 13. Schwangerschaftswoche erfolgt. Im Vergleich zu einem späteren Untersuchungstermin wurden diese Kinder der Studie zufolge fast dreifach häufiger mit einem Klumpfuß geboren. Absolut gesehen war diese Behinderung zwar selten (Rate 0,29 Prozent), dennoch müssen Ärzte die Frauen nach Ansicht der Forscher darauf hinweisen.

Durch den Einsatz des nicht invasiven Ersttrimester-Screenings, einer Kombination von Ultraschalluntersuchung und Blutanalyse im ersten Drittel der Schwangerschaft, ließe sich die Zahl der Fruchtwasseruntersuchungen senken und damit auch das Risiko eines Abortes, sagte Eberhard Merz, Präsident der Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM). Die Amniozentese sollten Ärzte den Schwangeren jedoch dann anbieten, wenn eine Ultraschalluntersuchung einen Verdacht auf eine angeborene Erkrankung ergeben habe. © hil/aerzteblatt.de

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