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Medizin

Geburtshilfe: Verzögerte Abnabelung steigert Hämoglobin

Mittwoch, 16. April 2008

Melbourne – Eine übereilte Abnabelung senkt den Hämoglobinspiegel und verschlechtert in den ersten Lebenstagen die Sauerstoffversorgung des Neugeborenen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Meta-Analyse der Cochrane Collaboration. Die frühzeitige Unterbrechung der Nabelschnur gehört zu den drei aktiven Maßnahmen im dritten Stadium der Entbindung.

Als solche wird der Zeitraum zwischen der Geburt des Kindes und der Austreibung der Plazenta bezeichnet. Die beiden anderen Maßnahmen bestehen in der Gabe eines uterotonen Medikamentes sowie in der kontrollierten Traktion an der Nabelschnur, um die Geburt der Plazenta zu erleichtern.

Alle Maßnahmen haben zum Ziel, den mütterlichen Blutverlust während der Geburt zu minimieren. Das frühzeitige Abnabeln hat jedoch Nachteile für den Säugling, der normalerweise noch bis zum Sistieren des Nabelschnurpulses Blut aus der Plazenta erhält. Seit einigen Jahren wird deshalb über die Vor- und Nachteile der frühen Abnabelung diskutiert. Sie war auch Gegenstand von elf Studien, die Susan McDonald, Professorin für Geburtshilfe an der La Trobe University in Melbourne im Auftrag der Cochrane Collaboration ausgewertet hat.

Ihr Ergebnis: Eine späte Abnabelung verbessert die Versorgung des Neugeborenen mit Blut. Nach Berechnungen von Prof. McDonald haben spät abgenabelte Kinder einen immerhin um 2,17 g/dl höheren Hämoglobinwert. Diese Unterschiede sind in den ersten Tagen nach der Geburt von Bedeutung, wobei neben dem Vorteil einer besseren Sauerstoffversorgung sicherlich auch das Risiko eines Ikterus neonatorum zu bedenken wäre.

Da aber überall die Möglichkeit zu einer Phototherapie besteht, dürfte die Neugeborenen-Gelbsucht keinen wirklichen Nachteil bedeuten. Auch das (nicht-signifikant) leicht erhöhte Risiko einer postpartalen Hämorrhaghie ist nach Ansicht von McDonald kein Grund, die Abnabelung zu übereilen. Zwei bis drei Minuten könnten sich die Geburtshelfer Zeit lassen und das spontane Sistieren der Nabelschnurpulsation abwarten. © rme/aerzteblatt.de

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