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Medizin

Wie die Psyche das Herzinfarktrisiko beeinflusst

Dienstag, 16. Dezember 2008

London – Das bei Menschen mit Depressionen oder Angststörungen erhöhte Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen konnte in einer prospektiven Beobachtungsstudie im Journal of the American College of Cardiology (JACC 2008; 52:2156-2162) weitgehend auf die ungesunde Lebensweise dieser Patienten zurückführen.

Nach Alter und Geschlecht sind psychische Störungen der drittwichtigste Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In der Scottish Heart Study, einer Beobachtungsstudie an 6.576 Schotten um die 50 Jahre, ging ein vermehrter psychischer Stress mit einem um 54 Prozent erhöhten Risiko einher, innerhalb der Nachbeobachtungszeit von 7 Jahren wegen Herzinfarkt, Bypass-Operation, Angioplastie, Schlaganfall zu erkranken oder an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben.

Die Assoziation war eindeutig, aber nicht kausal, wie die Gruppe um Mark Hamer vom University College London berichtet. Nicht die bei Menschen mit Depressionen oder Angststörungen vermehrte Bildung von Stresshormonen oder komplexe neuropsychoimmunologische Mechanismen sind dafür verantwortlich, dass psychisch erkrankte Menschen häufiger an Herzinfarkt und Schlaganfall erkranken.

Die nähere Analyse ergab, dass der ungesunde Lebensstil das Risiko fast vollständig erklärt. Rauchen und körperliche Inaktivität sind nach den Berechnungen des Epidemiologen für etwa 63 Prozent des erhöhten Risikos verantwortlich (davon entfallen allein 41 Prozent auf das Rauchen). Weitere 2 Prozent ließen sich auf den vermehrten Alkoholkonsum von psychisch erkrankten Menschen zurückführen. Hinzu kommen noch 13 Prozent, die auf die Hypertonie entfallen und 6 Prozent infolge höherer Werte des C-reaktiven Proteins.

Diese Erklärungen ändern allerdings nichts daran, dass Menschen mit Depressionen oder Angststörungen ein erhöhtes kardiales Risiko haben und deshalb betreut werden sollten. Nur sollten die Angebote, wie Roland von Känel vom Kantonsspital Basel im Editorial schreibt, nicht nur aus Entspannungsübungen und einem Stressmanagement bestehen. Ebenso wichtig wäre es, die Patienten zu Tabakabstinenz und einem aktiveren Lebensstil zu bewegen. © rme/aerzteblatt.de

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