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Frauen weinen häufiger als Männer

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Leipzig –  Frauen weinen häufiger als Männer – doch weshalb Menschen überhaupt weinen, bleibt der Wissenschaft ein Rätsel. Elisabeth Messmer von der Augenklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München hat jetzt verschiedene „Tränen-Thesen“ in einer wissenschaftlichen Arbeit verglichen, die am Mittwoch von der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) in München offiziell vorgestellt wurde.

Statistisch belegt ist immerhin, dass Frauen bis zu 64 Mal im Jahr weinen, Männer hingegen höchstens 17 Mal. Allerdings bildet sich dieser Unterschied erst später heraus. Bis zum 13. Lebensjahr weinen Jungen und Mädchen etwa gleich häufig. Dies belegt nach Ansicht der DOG, der wissenschaftlichen Gesellschaft der Augenärzte, dass Weinen vor Freude, Trauer oder Zorn erlernt ist.  

Frauen weinen demnach aber nicht nur häufiger, sondern auch „länger, dramatischer und herzzerreißender“, wie Elisabeth Messmer betont. Männer lassen zwei bis vier Minuten lang die Tränen laufen, Frauen dagegen sechs Minuten.

Auch die Anlässe sind verschieden: Frauen weinen am ehesten, wenn sie sich unzulänglich fühlen, vor schwer lösbaren Konflikten stehen oder wenn sie sich vergangener Lebensepisoden erinnern. Männer hingegen weinen häufig aus Mitgefühl oder wenn die eigene Beziehung gescheitert ist.    

Auch mit einigen landläufigen Meinungen über das Weinen räumen die Studien nach Angaben Messmers auf. Dazu zählt die Annahme, es reinige von innen und tue gut, sich auszuheulen. Psychologen sprechen hier vom „Katharsis-Effekt“. Doch nach dem Weinen geht es den Menschen nicht besser, zeigen Studien, es sei denn, der Anlass für ihre Tränen hat sich erledigt.  

„Menschen weinen auch nicht allein, um Aufsehen zu erregen“, widerspricht die Augenärztin einer verbreiteten Meinung. Weinen ist zwar ein wirksames kommunikatives Signal und ruft Helfer und Tröster auf den Plan. Das würde eigentlich nahelegen, dass Menschen vor allem in der Gruppe heulen.

Doch wie eine Studie belegt, weinen Menschen eher im stillen Kämmerlein. Weinen entspannt auch nicht, denn während des Weinens sind Menschen körperlich erregt – vom Anfang bis zum Ende.    

Um „emotionale Tränen“ ranken sich viele Thesen, fasst Messmer zusammen. „Viele dieser vermeintlich wissenschaftlichen Theorien sind bis heute leider nicht belegt“, betont die Expertin. „Wie der Mensch weint, lässt sich zwar physiologisch genau erklären, doch warum, das wissen wir bislang immer noch nicht", meint auch der Augenarzt und DOG-Sprecher Christian Ohrloff. Weinen Schwangere, so könnte dies indes tatsächlich an den Hormonen liegen. Sie schütten dann vermehrt das Milchbildungshormon Prolactin aus. © afp/aerzteblatt.de

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